Jeggeleben

Ortsteil von Kalbe (Milde) From Wikipedia, the free encyclopedia

Jeggeleben ist ein Ortsteil und eine Ortschaft der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Stadt Kalbe (Milde) ...
Jeggeleben
Koordinaten: 52° 46′ N, 11° 18′ O
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 19,59 km²[1]
Einwohner: 83 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 4 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039009
Jeggeleben (Sachsen-Anhalt)
Jeggeleben (Sachsen-Anhalt)
Lage von Jeggeleben in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Jeggeleben
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Geographie

Lage

Jeggeleben, ein Straßendorf mit Kirche, liegt etwa 13 Kilometer nordwestlich der Stadt Kalbe (Milde) in der Altmark.[3]

Ortschaftsgliederung

Zur Ortschaft Jeggeleben gehören folgende Ortsteile (mit Wohnplätzen):[4][5]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Jeggeleben wurde erstmals 1238 urkundlich als Jeggeleve erwähnt als Graf Siegfried von Osterburg Dörfer und Besitz in der Altmark, mit denen er vorher vom St. Ludgerikloster Helmstedt belehnt worden war, dem Abt Gerhard von Werden und Helmstedt überschreibt.[6] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Jekeleue aufgeführt.[7] Später hatte auch das Kloster Diesdorf hier Besitz.

In der DDR war die LPG „Wilhelm Pieck“ der wichtigste Betrieb des Orts. Für dessen Gemeinschaftsgebäude mit dem Speisesaal schuf die Glasgestalterin Marga Hamann 1972 Buntglasfenster.

Herkunft des Ortsnamens

Franz Mertens erläutert die beiden Wortstämme so: Im ersten Teil ist ein Eigenname zu suchen. Giki oder Gich vom Stamme gig, altnordisch gyrg Riese, ein sächsischer Kosename. Das leve oder leben im zweiten Teil steht für Gut oder Erbteil. Übersetzt heißt der Ort damit Jeggiserbe.[8]

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Groß Apenburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde Jeggeleben ab 1816 zum Landkreis Salzwedel.[1]

Die Gemeinden Mösenthin und Zierau wurden am 20. Juli 1950 nach Jeggeleben eingemeindet.[9] Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Jeggeleben aus dem Landkreis Salzwedel in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Die Gemeinde Sallenthin wurde am 1. August 1973 aus dem Kreis Kalbe (Milde) nach Jeggeleben eingemeindet. Am 1. Januar 1988, mit der Auflösung des Kreises, wurde Jeggeleben dem Kreis Salzwedel zugeordnet.[10]

Bis zum 31. Dezember 2010 war Jeggeleben eine eigenständige Gemeinde mit den Ortsteilen Jeggeleben, Mösenthin, Sallenthin und Zierau. Dann wurde sie per Gesetz nach Kalbe (Milde) eingemeindet.[11][12] Jeggeleben wurde zu einer Ortschaft mit den Ortsteilen Jeggeleben, Mösenthin, Sallenthin und Zierau.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734074
1774080
1789072
1798102
1801088
1818071
1840123
1864171
Jahr Einwohner
1871177
1885182
1892[00]185[13]
1895199
1900[00]187[13]
1905190
1910[00]177[13]
1925195
Jahr Einwohner
1939178
1946684
1964501
1971493
1981547
1993469
2006397
2015098
Jahr Einwohner
201688
201794
201893
2020[00]86[14]
2021[00]88[14]
2022[0]83[2]
2023[0]83[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006[1] und 2015 bis 2018[15]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Jeggeleben, die früher zur Pfarrei Jeggeleben gehörte,[16] wird heute betreut vom Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[17] Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Jeggeleben stammen aus dem Jahre 1617.[18]

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[19]

Politik

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeister der Ortschaft Jeggeleben ist Ulf-Henrik Lühmann.[20]

Ortschaftsrat

Bei der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 errang die Wählergemeinschaft Jeggeleben alle 5 Sitze. Gewählt wurden 5 Ortschaftsräte.[21]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Jeggeleben ist ein frühgotischer Feldsteinbau mit eingezogenem rechteckigem Chor.[22] Die Dorfkirche Mösenthin ist eine rechteckige Saalkirche aus Feldsteinmauerwerk, vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1070–1079, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 145 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 336, 86. Jeggeleben (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Jeggeleben – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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