Jein
Kofferwort aus "Ja" und "Nein"
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Jein (seltener: „jain“) ist eine Wortkreuzung, die im deutschen Sprachraum gelegentlich und oft scherzhaft gebraucht wird.[1] Es ist ein Kofferwort aus den Wörtern ja und nein und hat die Bedeutung „ja und nein“, wobei „jein“ selten im Sinne von „vielleicht“ gebraucht wird. „Jein“ wird meistens dann verwendet, wenn eine Frage nicht eindeutig oder sogar gleichzeitig mit „ja“ und „nein“ beantwortet werden kann, oder wenn man eine Frage mit Vorbehalt beantworten möchte, also „ja, aber …“ oder „nein, aber …“. Auf die Antwort „jein“ folgt oft eine Ausführung, die das Für und Wider darlegt.[2]
Psychologie
Im psychologischen Kontext wurde das Jein im Zusammenhang mit Entscheidungsschwäche oder Vermeidungsverhalten thematisiert, beispielsweise von den Psychologen Stefanie Stahl[3] oder Jochen Albert,[4] aber auch in populären Darstellungen.[5]
Kultur
In der ab 1955 in der ARD ausgestrahlten Fernseh-Ratesendung "Was bin ich?" wurde "jein" regelmäßig als Antwort genutzt, wenn die Fragen, die gestellt wurden, um den Beruf einer Person herauszufinden, nicht eindeutig mit "ja" oder "nein" zu beantworten waren.
Im Kabarett wird der Begriff jein gelegentlich aufgegriffen, z. B. von Peter Sodann[6] oder 2014 im Programm „Deutschland sagt Jein!“ von den Stachelschweinen.[7]
1966 veröffentlichte die Sängerin Mary Roos den Titel Jein, das Heißt Ja Und Nein von Horst Heinz Henning und Klaus Netzle auf der B-Seite ihrer Single Wie Der Wind....[8][9] 1996 brachte die deutsche Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot den Titel Jein als Single und auf ihrem Album Außen Top Hits, innen Geschmack heraus.