Jemielna
Dorf in der Woiwodschaft Niederschlesien, Polen
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Jemielna (deutsch Gimmel) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Bierutów im Powiat Oleśnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
| Jemielna | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Oleśnica | |
| Gmina: | Bierutów | |
| Geographische Lage: | 51° 13′ N, 17° 34′ O | |
| Höhe: | 180 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 261 (2011) | |
| Postleitzahl: | 56-420 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 71 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DOL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Eisenbahn: | Bahnstrecke Herby–Oleśnica | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
Geographie
Das Angerdorf Jemielna liegt elf Kilometer nördlich von Bierutów (Bernstadt an der Weide), 16 Kilometer östlich von Oleśnica (Oels) und 53 Kilometer östlich von Breslau in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene).
Nachbarorte von Jemielna sind im Nordwesten Poniatowice (Pontwitz), im Nordosten Osada Leśna (Waldgarten), im Südosten Lipka (Schönau) und im Südwesten Stronia (Stronn).
Geschichte
„Gemelno“ wurde im Jahr 1218 erstmals erwähnt. Unter dem späteren Namen Gimmel ist es erstmals in einem Dokument des Breslauer Herzogs Heinrich III. für das Jahr 1266 belegt.
1651 wurde in Gimmel eine Kirche errichtet. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Gimmel zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.[1]
Am längsten gehörte Gimmel dem Adelsgeschlecht Dyhrn, das auch die benachbarten Güter Ostrowine, Pontwitz, Schwierse und Stronn besaß. Ein kleinerer Teil der Herrschaft Gimmel gehörte bis 1808 den Herren Prittwitz, die sie damals an die Grafen Dyhrn verkauften. Bis 1813 gehörte Gimmel und das zugehörige Vorwerk Obrath dem preußischen Diplomat Wilhelm Karl von Dyhrn-Schönau, der es seinem 13-jährigen Sohn Alexander Carl vererbte. Da dieser noch nicht volljährig war, übernahm die Herrschaft seine Mutter Alba Gräfin Dyhrn, die aus Pommern stammte, wo ihr auch zahlreiche Güter gehörten. Alba von Dyhrn war die Schwester des Matthias von Köller und die Tante des preußischen Innenministers Ernst von Köller. Nach der Neugliederung Preußens gehörte die Landgemeinde Gimmel ab 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Oels eingegliedert, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb.
Nach dem Jahr 1850, als die gimmel’schen Dyhrns dauerhaft in England lebten, war Gimmel an die Richthofen und die Marwitz verpachtet, später an den Bergbau-Industriellen Anton Johann Klausa, der einen Teil des Gutes erworben hatte. Sein Erbe und der nächste Pächter war sein Sohn Theodor und nach ihm ein Wilhelm Lübbert, der im Jahre 1900 auf Gimmel verstarb. Dieser war zunächst gräflicher Gutsverwalter. Nach einigen Jahren erwarb er das ganze Gut. Seine Frau Klara (geborene von Hülsen) verkaufte Gimmel 1905 an den Industriellen Karl Trettau aus Wilhelmsburg. Dessen Sohn Waldemar Trettau war der letzte deutsche Besitzer des Gutes, das damals rund 650 ha umfasste. 1874 wurde der Amtsbezirk Stronn gebildet, der die Landgemeinden Gimmel, Nauke, Neuvorwerk, Stronn und Wabnitz sowie die Gutsbezirke Gimmel, Nauke, Neuvorwerk, Stronn und Wabnitz eingegliedert wurden.[2] 1885 wurden 526 Einwohner gezählt.[3] 1933 waren es 505 Einwohner und 1939 475 Einwohner.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Gimmel 1945 mit dem größten Teil Schlesiens zur Verwaltung an Polen. Nachfolgend wurde es in Jemielna umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angegliedert. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Seit 1999 gehört es zum Powiat Oleśnicki.
Sehenswürdigkeiten
- Die römisch-katholische Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz (polnisch Kościół Matki Bożej Różańcowej) war ursprünglich eine gotische Saalkirche. 1651 und 1704 wurde sie zu ihrer heutigen Form umgebaut. Sie enthält Teile eines Renaissance-Altars, eine Kanzel aus der Spätrenaissance und einen barocken Orgelprospekt. Dazu kommen Epitaphe aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Seit der Reformation bis 1945 diente die Kirche als evangelisches Gotteshaus.[4][5]
Verkehr
Jemielna hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Herby–Oleśnica.
Söhne und Töchter des Ortes
- Anton Ulrich von Dyhrn und Schönau (1706–1768), Hofmarschall des Fürstentum Oels
Sonstiges
- Alexander Carl von Dyhrns Frau Emilie, die mit Gustav Freytag verheiratet war, lebte von 1826 bis 1846 auf dem Schloss Gimmel, das heute nicht mehr existiert.
Literatur
- Wilhelm Haeusler: Geschichte des Fürstenthums Oels, bis zum Aussterben der piastischen Herzogslinie. 1883
