Jennifer Larmore

US-amerikanische Mezzosopranistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Larmore wuchs in der Südstaaten-Metropole Atlanta auf. Sie war die Tochter eines Schauspielers, der regelmäßig Schallplattenabende veranstaltete. Ihr musikalisches Interesse galt jedoch zunächst dem Rock ’n’ Roll und weniger der Klassischen Musik. Das sie bereits im Alter von 14 Jahren Koloraturen singen konnte, lag es nahe sie zur Sängerin ausbilden zu lassen. Da ihre Eltern selbst nicht über die notwendigen Geldmittel verfügten, wurde ihr das Studium durch ein befreundetes Ehepaar in ihrer Heimatstadt finanziert.[2] Sie begann ihre Gesangsstudien im Alter von 15 oder 16 Jahren bei Robert McIver am Westminster Choir College in Princeton, New Jersey, das sie bei John Bullock in New York abschloss. Zudem erhielt sie bei Regina Resnik an der Music Academy of the West in Montecito im Santa Barbara County, Kalifornien darstellerischen Unterricht. Mit 19 Jahren sang eine kleinere Rolle in der Oper The Egg (Menotti, 1976) beim Spoleto Festival (USA).[3] Sie war bereits an unterschiedlichen Bühnen in ihrer Heimat aufgetreten, als sie 1986 nach Europa kam, wo sie als Sesto in La clemenza di Tito (Mozart) in Nizza ihr Debüt hatte. Seither trat sie an zahlreichen großen Opernhäusern in den Vereinigten Staaten und in Europa auf.

Sie debütierte 1995 an der Metropolitan Opera in New York als Rosina Il barbiere di Siviglia und war auch in Carmen (Bizet), als Charlotte in Werther (Massenet) oder Orlofsky in Die Fledermaus (Strauss). 1990 trat sie erstmals in Deutschland (Bonn) auf und 1993 gab sie Debüt bei den Salzburger Festspielen und 1998 an der Wiener Staatsoper. Bei einer Radioübertragung (Radio France) sang sie in der Oper Montezuma (Graun).[3]

Zudem tritt Larmore in zahlreichen Konzerten auf. Sie wurde einem weltweiten Piublikum bekannt, als sie 1996 in ihrer Heimatstadt Atlanta in der Abschlussveranstaltung der Olympischen Sommerspiele die Olympische Hymne sang.[1] Larmore war seit 1980 rund 22 Jahre lang mit dem amerikanischen Bassbariton William Powers (* 22. September 1941) verheiratet, mit dem sie 1996 in Chikago lebte.[4] Inzwischen ist sie mit dem Kontrabassisten Davide Vittone verheiratet,[5] mit dem sie das Ensemble „Jennifer Larmore and OpusFive“ gegründet hat.[6]

Auftritte/Rollen (Auswahl)

Jennifer Larmore (2013)

Sie sang als moderne Protagonistin der Belcantooper Partien in Hänsel und Gretel, La Cenerentola, La finta semplice

Konzertrepertoire

Bei Konzerten sang sie unter anderem im Wiener Musikverein mit Riccardo Muti und mit den Wiener Philharmonikern, im Concertgebouw in Amsterdam mit Donald Runnicles. Sie trat gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden/Giuseppe Sinopoli und mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra/Mariss Jansons, mit Daniel Barenboim und dem Chicago Symphony Orchestra sowie unter der Leitung von Kurt Masur in New York Das Lied von der Erde auf oder sang eine Konzertversion des Musicals Camelot beim Hollywood Bowl, mit dem Schauspieler Patrick Stewart in der Rolle des Arthur und dem Hollywood Bowl Orchestra unter John Mauceri.

Diskografie (Auswahl)

Recitaleinspielungen

  • Where Shall I Fly, CD mit Arien von Händel und Mozart
  • Call Me Mister, Aufnahme mit Hosenrollen-Arien
  • Born in Atlanta, CD zur Feier ihrer Teilnahme an den Abschlusszeremonien der Olympischen Spiele 1996
  • My Native Land, Zusammenstellung von Liedern amerikanischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Amore per Rossini, Szenen und Arien aus weniger bekannten Rossini-Opern
  • Belleza Vocale, Album mit populären Duetten (mit Sopranistin Hei-Kyung Hong).

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1994: Richard Tucker Prize oder Richard Tucker Award
  • Mehrmalige Nominierungen für den Grammy Award
  • 2002 oder 2003: Chevalier des arts et des lettres in einer Zeremonie in der Opéra Bastille durch die französische Regierung
  • Mai 2005: Preis der Deutschen Schallplattenkritik für die Einspielung Orlando furioso.[7]
  • Mai 2005: Ehrendoktorwürde des Westminster Choir College in Princeton, New Jersey

Schriften (Auswahl)

  • Una voce : the drama in opera, both onstage and off. Lulu Publishing services, 2016, ISBN 978-1-4834-3937-2 (englisch, illustriuerte Autobiografie)

Literatur

Commons: Jennifer Larmore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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