Jennifer Larmore
US-amerikanische Mezzosopranistin
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Jennifer Larmore (* 21. Juni 1958 in Atlanta, Georgia)[1] ist eine US-amerikanische Opernsängerin (Mezzosopran).
Leben
Larmore wuchs in der Südstaaten-Metropole Atlanta auf. Sie war die Tochter eines Schauspielers, der regelmäßig Schallplattenabende veranstaltete. Ihr musikalisches Interesse galt jedoch zunächst dem Rock ’n’ Roll und weniger der Klassischen Musik. Das sie bereits im Alter von 14 Jahren Koloraturen singen konnte, lag es nahe sie zur Sängerin ausbilden zu lassen. Da ihre Eltern selbst nicht über die notwendigen Geldmittel verfügten, wurde ihr das Studium durch ein befreundetes Ehepaar in ihrer Heimatstadt finanziert.[2] Sie begann ihre Gesangsstudien im Alter von 15 oder 16 Jahren bei Robert McIver am Westminster Choir College in Princeton, New Jersey, das sie bei John Bullock in New York abschloss. Zudem erhielt sie bei Regina Resnik an der Music Academy of the West in Montecito im Santa Barbara County, Kalifornien darstellerischen Unterricht. Mit 19 Jahren sang eine kleinere Rolle in der Oper The Egg (Menotti, 1976) beim Spoleto Festival (USA).[3] Sie war bereits an unterschiedlichen Bühnen in ihrer Heimat aufgetreten, als sie 1986 nach Europa kam, wo sie als Sesto in La clemenza di Tito (Mozart) in Nizza ihr Debüt hatte. Seither trat sie an zahlreichen großen Opernhäusern in den Vereinigten Staaten und in Europa auf.
Sie debütierte 1995 an der Metropolitan Opera in New York als Rosina Il barbiere di Siviglia und war auch in Carmen (Bizet), als Charlotte in Werther (Massenet) oder Orlofsky in Die Fledermaus (Strauss). 1990 trat sie erstmals in Deutschland (Bonn) auf und 1993 gab sie Debüt bei den Salzburger Festspielen und 1998 an der Wiener Staatsoper. Bei einer Radioübertragung (Radio France) sang sie in der Oper Montezuma (Graun).[3]
Zudem tritt Larmore in zahlreichen Konzerten auf. Sie wurde einem weltweiten Piublikum bekannt, als sie 1996 in ihrer Heimatstadt Atlanta in der Abschlussveranstaltung der Olympischen Sommerspiele die Olympische Hymne sang.[1] Larmore war seit 1980 rund 22 Jahre lang mit dem amerikanischen Bassbariton William Powers (* 22. September 1941) verheiratet, mit dem sie 1996 in Chikago lebte.[4] Inzwischen ist sie mit dem Kontrabassisten Davide Vittone verheiratet,[5] mit dem sie das Ensemble „Jennifer Larmore and OpusFive“ gegründet hat.[6]
Auftritte/Rollen (Auswahl)

- Angelina in La Cenerentola (Rossini)
- Cesare in Giulio Cesare (Händel)
- Dorabella in Così fan tutte (Mozart)
- Dulcinea in Don Quichotte (Massenet)
- Giovanna in Anna Bolena (Donizetti)
- Giulietta in Les Contes d’Hoffmann
- Isabella L’italiana in Algeri (Rossini)
- Isolier Le comte Ory (Rossini, Mailänder Scala)
- Melisande in Pelléas et Mélisande (Debussy)
- Messagiera in L’Orfeo (Monteverdi)
- Ottavia in L’incoronazione di Poppea (Monteverdi)
- Page Urbain in Les Huguenots (Meyerbeer)
- Pippo in La gazza ladra (Rossini)
- Romeo in I Capuleti e i Montecchi (Bellini, in einer Hosenrolle)
- Rosina in Il barbiere di Siviglia
- L’enfant et les sortilèges (Ravel)
- Zerline in Don Giovanni
Sie sang als moderne Protagonistin der Belcantooper Partien in Hänsel und Gretel, La Cenerentola, La finta semplice
Konzertrepertoire
- Messiah (Händel)
- Magnificat (Vivaldi)
- Stabat Mater (Rossini)
- Rückert-Lieder (Mahler)
- Gurre-Lieder (Schönberg)
Bei Konzerten sang sie unter anderem im Wiener Musikverein mit Riccardo Muti und mit den Wiener Philharmonikern, im Concertgebouw in Amsterdam mit Donald Runnicles. Sie trat gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden/Giuseppe Sinopoli und mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra/Mariss Jansons, mit Daniel Barenboim und dem Chicago Symphony Orchestra sowie unter der Leitung von Kurt Masur in New York Das Lied von der Erde auf oder sang eine Konzertversion des Musicals Camelot beim Hollywood Bowl, mit dem Schauspieler Patrick Stewart in der Rolle des Arthur und dem Hollywood Bowl Orchestra unter John Mauceri.
Diskografie (Auswahl)
- ab 1994: Exklusive Aufnahmen für Teldec Classics International
- Drei Rossini-Opern – Il barbiere di Siviglia, La Cenerentola und L’italiana in Algeri
- Hänsel und Gretel (Humperdinck)
- Carmen (Bizet)
- Rigoletto (Verdi)
- Orfeo ed Euridice (Gluck)
- I Capuleti e I Montecchi (Bellini)
- Requiem (Maurice Duruflé)
- Pulcinella (Strawinski)
- Gurre-Lieder (Schönberg)
- El amor brujo (De Falla, 1997)
- 2002: El sombrero de tres picos (Der Hut mit drei Ecken) mit dem Chicago Symphony Orchestra, CD
- 2004/2005: Les Contes d’Hoffmann vier Aufnahmen für das Label Opera Rara in Covent Garden
- Francesca di Foixund Elvida (Donizetti)
- Der achte Teil der Reihe „Il Salotto“
- Bravura Diva Soloaufnahme mit Werken von Mercadante, Costa, Arditi und Rossini
- Harmonia Mundi (Larmore mit René Jacobs und Concerto Köln)
- L’incoronazione di Poppea und L’Orfeo (Monteverdi)
- Große Messe in c-Moll (Mozart)
- Giulio Cesare (Händel)
- Opera Rara
- Falliero in Bianca e Falliero (Rossini)
- Estrella in Carlo di Bourgogne (Pacini)
- Titelrolle in Elisabetta regina d’Inghilterra
- CDs mit den Titeln Duets to Die for, Tyrants and Lovers und La Rimembranza.
- Warner Classics
- L’Etoile, Französische Opernarien
- Naïve Records
- Orlando furioso (Vivaldi, erste Gesamtaufnahme der Oper).
- Where Shall I Fly, CD mit Arien von Händel und Mozart
- Call Me Mister, Aufnahme mit Hosenrollen-Arien
- Born in Atlanta, CD zur Feier ihrer Teilnahme an den Abschlusszeremonien der Olympischen Spiele 1996
- My Native Land, Zusammenstellung von Liedern amerikanischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts
- Amore per Rossini, Szenen und Arien aus weniger bekannten Rossini-Opern
- Belleza Vocale, Album mit populären Duetten (mit Sopranistin Hei-Kyung Hong).
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1994: Richard Tucker Prize oder Richard Tucker Award
- Mehrmalige Nominierungen für den Grammy Award
- 2002 oder 2003: Chevalier des arts et des lettres in einer Zeremonie in der Opéra Bastille durch die französische Regierung
- Mai 2005: Preis der Deutschen Schallplattenkritik für die Einspielung Orlando furioso.[7]
- Mai 2005: Ehrendoktorwürde des Westminster Choir College in Princeton, New Jersey
Schriften (Auswahl)
- Una voce : the drama in opera, both onstage and off. Lulu Publishing services, 2016, ISBN 978-1-4834-3937-2 (englisch, illustriuerte Autobiografie)
Literatur
- K. J. Kutsch: Larmore, Jennifer. In: Grosses Sängerlexikon. Ergänzungsband 2. Francke, Bern 1987, ISBN 3-317-01638-8, Sp. 628–629 (Textarchiv – Internet Archive).
- Susan Blyth-Schofield: Larmore, Jennifer. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart : allgemeine Enzyklopädie der Musik. Bärenreiter, Kassel / New York 1994, ISBN 3-7618-1100-4, Sp. 1215–1216 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Weblinks
- Website von Jennifer Larmore
- Jennifer Larmore (Munzinger Biographie Artikelanfang)
- Jennifer Larmore bei Operissimo auf der Basis des Großen Sängerlexikons
- Mezzo – Soprano Jennifer Larmore – Two Conversations with Bruce Duffie bruceduffie.com (englisch)
- Jennifer Larmore (Mezzo-soprano). Bach Cantatas Website (englisch).
- Jennifer Larmore discogs.com (englisch)