Jerauld Wright

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Jerauld Wright (* 4. Juni 1898 in Amherst, Hampshire County, Massachusetts; † 27. April 1995 in Washington, D.C.) war ein Admiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der Atlantikflotte, einer Vorgängerorganisation des späteren United States Fleet Forces Command. Von 1963 bis 1965 war er amerikanischer Botschafter in Taiwan.

Jerauld Wright

Er war ein Sohn von William M. Wright (1863–1943) und dessen Frau Marjorie Ray Jerauld (1868–1954). Der Vater war Generalleutnant der United States Army und unter anderem Korps-Kommandeur während des Ersten Weltkriegs. Zu seinen Vorfahren gehörten unter anderem Stevens Mason (1811–1843), der zwischen 1835 und 1840 der erste Gouverneur von Michigan war, und William Wright (1794–1866), der den Bundesstaat New Jersey in beiden Kammern des Kongresses vertrat.

Jerauld Wright wuchs an den jeweiligen Militärstandorten auf, an denen sein Vater gerade stationiert war. Später besuchte er Schulen in Kalifornien und Washington, D.C. Im Jahr 1917 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis in Maryland. In der amerikanischen Kriegsmarine durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Admiral. Wegen des damals laufenden Ersten Weltkriegs, an dem die Vereinigten Staaten seit April 1917 offiziell teilnahmen, wurde die eigentlich bis zum Jahr 1918 laufende Ausbildung an der Marineakademie um ein Jahr verkürzt.

Während seiner militärischen Laufbahn absolvierte er sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. Nach seiner Graduation an der Marineakademie wurde er auf das Kanonenboot USS Castine (PG-6) versetzt. Mit diesem Schiff war er für den Rest des Krieges vor Gibraltar im Einsatz. In den 1920er und 1930er Jahren war er an Bord verschiedener Kriegsschiffe in unterschiedlichen Regionen und Funktionen stationiert. Von 1937 bis 1939 hatte er als Kapitän des gerade fertiggestellten Zerstörers USS Blue sein ersten Seekommando. Das Schiff war zunächst an der Ostküste der Vereinigten Staaten eingesetzt, wurde im Jahr 1938 aber in den Pazifik verlegt. Zwischen März 1941 und Mai 1942 war er Erster Offizier auf dem Schlachtschiff USS Mississippi. In diese Zeit fiel am 7. Dezember 1941 der amerikanische Eintritt in den Zweiten Weltkrieg. Zu diesem Zeitpunkt operierte die USS Mississippi vor Island.

Zu Wrights Aufgaben auf dem Festland in den 1920er und 1930er Jahren gehörten unter anderem die eines Marineberaters bei zwei amerikanischen Präsidenten: Calvin Coolidge und Herbert Hoover. In den Jahren 1935 und 1936 gehörte er dem Stab des Marineministeriums an. Er war mehrfach Stabsoffizier beim Bureau of Ordnance. Außerdem kehrte er zwei Mal an die Marineakademie zurück. Zwischen Juni 1934 und Juni 1935 kommandierte er dort das 1. Bataillon der Kadetten und zwischen Juni 1939 und März 1941 hatte er dort das Kommando über das 2. Kadettenbataillon.

Im März 1942 verließ Jerauld Wright die USS Mississippi und gehörte für einige Zeit dem Stab von Admiral Ernest J. King an, der damals die Atlantikflotte befehligte. Danach war er für kurze Zeit Stabsoffizier bei Admiral Harold R. Stark, der die United States Naval Forces Europe kommandierte.

Als Nächstes gelangte er in den Stab von General Dwight D. Eisenhower, dem Alliierten Oberbefehlshaber in Europa. In der Folge war Wright an den Planungen mehrerer wichtiger Militäroperationen beteiligt. Dazu gehörten unter anderem die Landung der Alliierten in Nordafrika, die Landung auf Sizilien und die Landung der Alliierten im Golf von Salerno. Im Oktober 1943 wurde er vom europäisch-afrikanischen Kriegsschauplatz abberufen und in den Pazifik versetzt. Dort erhielt er zunächst das Kommando über den Leichten Kreuzer USS Santa Fe. Diese war das Flaggschiff der 13. Kreuzerdivision (Cruiser Division 13). Er behielt dieses Kommando bis zum November 1944 und war in dieser Zeit an mehreren Gefechten und Kämpfen mit den Japanern beteiligt. Danach erhielt er das Kommando über die neuaufgestellte 5. Amphibische Gruppe (Amphibious Group Five), mit der er an der Schlacht um Okinawa beteiligt war. Sein letztes Kommando im Zweiten Weltkrieg war der Oberbefehl über die 6. Kreuzerdivision (Cruiser Division Six).

Im Oktober 1945 übernahm Wright die Leitung der Stabsabteilung für operative Einsatzbereitschaft (Operational Readiness Division) beim Chief of Naval Operations (CNO). Anschließend wurde er Vorsitzender des U.S. Navy's Air Defense Committee, eines Ausschusses zur Verbesserung der Luftverteidigung der amerikanischen Marine. Zudem leitete er das damals noch bestehende Joint Army–Navy Assessment Committee. Zwischen November 1948 und November 1950 kommandierte er die amphibischen Einheiten der Atlantikflotte (commander Amphibious Forces U.S. Atlantic Fleet). Anschließend war er bis zum Februar 1952 stellvertretender amerikanischer Vertreter bei der Standing Group der NATO (deputy U.S. representative to Standing Group (SG) of the newly formed North Atlantic Treaty Organization, NATO). In der Folge kommandierte er die amerikanischen Marineeinheiten im Ostatlantik und im Mittelmeer.

Am 12. April 1954 übernahm Jerauld Wright als Nachfolger von Lynde D. McCormick das Kommando über die amerikanische Atlantikflotte, die Vorgängerorganisation des heutigen Fleet Forces Commands. Gleichzeitig kommandierte er das US Atlantic Command. Zudem war er NATO-Befehlshaber für den Atlantik (Supreme Allied Commander Atlantic). Diese Ämter bekleidete er bis zum 28. Februar 1960, als er von Robert L. Dennison abgelöst wurde. Anschließend schied er vorübergehend aus dem aktiven Militärdienst aus.

Im Januar 1961 wurde er kurzfristig reaktiviert. Bis zum Mai 1963 gehörte er als Marinevertreter dem von der CIA geleiteten Board of National Estimates (BNE) an. Danach schied er endgültig aus dem Militärdienst aus. Zwischen dem 29. Juni 1963 und dem 25. Juli 1965 fungierte Wright als amerikanischer Botschafter in Taiwan.

Nach seiner Pensionierung betätigte er sich als Maler. Außerdem gehörte er verschiedenen Militärassoziationen an. Der seit 1938 mit Phyllis Thompson (1906–2002) verheiratete Offizier starb am 27. April 1995 und wurde auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

Orden und Auszeichnungen

Jerauld Wright erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:

Commons: Jerauld Wright – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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