Jerusalemweg
Pilgerweg und Friedensweg
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Der Jerusalemweg ist eine Initiative für einen modernen Pilgerweg, der aus mehreren Ländern nach Jerusalem führt.
| Jerusalemweg | |
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Wegweiser des Jerusalemweges bei Stadlern
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| Daten | |
| Länge | 8500 km |
| Markierungszeichen | |
| Startpunkt | Kap Finisterre 42° 53′ 5,3″ N, 9° 16′ 18,1″ W |
| Zielpunkt | Jerusalem 31° 46′ 35″ N, 35° 13′ 38,3″ O |
| Typ | Wanderweg |
| Schwierigkeitsgrad | leicht bis schwierig |
| Jahreszeit | ganzjährig, Gebirge: später Frühling bis Frühherbst |
| Besonderheiten | internationaler Weg, Pass und Visa teilweise erforderlich |
Geschichte
Anfänge
Im Jahr 2010 begannen die oberösterreichischen Polizisten Johannes Aschauer und Otto Klär mit dem Skirennläufer David Zwilling, den Jerusalemweg zu entwickeln und auf ihm Wanderungen zu organisieren.
Mit der Erzdiözese Wien wurde ein Pilgerausweis entwickelt. Das erste Exemplar erhielt im Juni 2013 Johann Graßer. Sein Pilgerausweis wurde bei dieser Gelegenheit von Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom zu Wien abgestempelt. Anschließend läuteten Graßer, Aschauer, Klär und Zwilling im Beisein der österreichischen UN-Botschafterin Christine Stix-Hackl die Friedensglocke der Vereinten Nationen. Danach pilgerten Graßer, Aschauer, Klär und Zwilling auf dem Jerusalemweg und markierten ihn mit Jerusalem-Way-Aufklebern.[1]
Im April 2014 wurde diese Initiative von den österreichischen EU-Abgeordneten Josef Weidenholzer und Othmar Karas in Form einer Ausstellung über den Jerusalemweg im Europäischen Parlament vorgestellt.[2]
Zubringer
Im März 2019 wurde in Fulda die erste Etappe des deutschen Zubringers zum Jerusalemweg Weg der Apostel eröffnet. Sie führt vom Bonifatiusgrab in der Ratgar-Basilika des Klosters Fulda zum Schönstattkapellchen in Dietershausen.[3][4]
Am 18. September 2021 wurde in Donauwörth der Zubringer Weg der Könige zum Jerusalemweg eröffnet und eine Friedenstaube aufgestellt. Bei der Feier nahmen Geistliche der türkisch-islamischen, der rumänisch-orthodoxen, der evangelischen und der römisch-katholischen Gemeinden und verschiedene Politiker, darunter der Abgeordnete Johann Häusler und Oberbürgermeister Jürgen Sorré teil.[5]
Im Juni 2022 wurde im Rahmen der Europawoche 2022 in Gegenwart von Äbtissin Laetitia Fech und der Europaabgeordneten Monika Hohlmeier eine Etappe des deutschen Zubringers Weg der Klöster eröffnet. Sie führt vom Kloster Waldsassen über Cham nach Passau.[6] Das Kloster Waldsassen stellt für die Jerusalempilger eine Pilgerherberge im Kloster zur Verfügung.
Aktivitäten
Ein Friedensmarsch von Linz nach Wien wurde unter dem Motto „Frieden für die Ukraine und die Welt“ organisiert. Er fand vom 7. April 2022 bis 17. April 2022 statt. Der Erlös der Veranstaltung wurde an Saporischschja, die Partnerstadt von Linz, gespendet.[7][8]


Am 23. September 2023 wurde im Beisein von Diözesanbischof Manfred Scheuer, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde OÖ Charlotte Herman, dem Superintendenten der Evangelischen Kirche OÖ Gerold Lehner, dem Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinde OÖ Binur Mustafi, dem Priester der Serbisch-Orthodoxen Kirche Linz Dragan Micic und weiteren Religionsvertretern von Johannes Aschauer und der Vizebürgermeisterin der Stadt Linz Karin Hörzing vor dem neuen Rathaus in Linz die Friedenstaube mit dem Wegweiser für den Jerusalemweg enthüllt.
Wegführung
Nach Angaben der Website umfasst der Jerusalemweg von der Westküste Spaniens nach Jerusalem eine insgesamt 8500 Kilometer lange Strecke. Er verläuft durch Spanien, Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Österreich[9], Ungarn, Kroatien, Serbien, Kosovo, Nordmazedonien, Griechenland, Türkei, Syrien, Jordanien, Palästina und Israel. Aus verschiedenen Ländern Nord- und Mitteleuropas führen Zubringerstrecken auf den Hauptweg.
Die Strecken in West- und Mitteleuropa sind detailliert in meist 20 bis 30 Kilometer langen Einzeletappen ausgearbeitet (Stand 2025). Der übrige Verlauf des Pilgerwegs – insbesondere durch Südosteuropa und Asien – ist nicht im Einzelnen festgelegt.
Literatur
- Johannes Aschauer: Auf dem Jerusalemweg. Eine außergewöhnliche Pilgerreise: Aus dem Herzen Europas zu Fuß nach Jerusalem. Styria Verlag, Wien/Graz/Klagenfurt 2011, ISBN 978-3-7012-0092-4; Piper Verlag (Malik National Geographic), München 2016, ISBN 978-3-492-40608-6.
- englische Ausgabe: On the Jerusalem Way. An extraordinary pilgrimage: from the heart of Europe on foot to Jerusalem. Eigenverlag, Arbing 2013, ISBN 978-3200030992.
- David Zwilling: Aufbruch zu mir selbst: Weltmeister – Pilger – Pionier. Seifert Verlag, Wien 2018, ISBN 978-3-902924-89-6.
Weblinks
- jerusalemway.org
- Kreuz & Quer (ORF 2): „The Jerusalem Way / Der Jerusalemweg“ (www.jerusalemway.org). In: youtube.com. 17. April 2013.