Jeszkotle

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Jeszkotle (deutsch Jäschkittel) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Grodków (Grottkau) in der Woiwodschaft Opole in Polen.

Schnelle Fakten Jeszkotle Jäschkittel, Basisdaten ...
Jeszkotle
Jäschkittel
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JeszkotleJäschkittel (Polen)
Jeszkotle
Jäschkittel (Polen)
Jeszkotle
Jäschkittel
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Powiat: Brzeg
Gmina: Grodków
Geographische Lage: 50° 42′ N, 17° 15′ O
Höhe: 180–210 m n.p.m.
Einwohner: 176 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 49-200
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OB
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
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Geographie

Dorfteich

Das Angerdorf Jeszkotle liegt im Südosten der Region Niederschlesien in der Schlesischen Tiefebene, neun Kilometer westlich von Grodków, 35 Kilometer südwestlich der Brzeg (Brieg) und 45 Kilometer westlich von Opole. Westlich des Dorfes verläuft die Grenze zur Woiwodschaft Niederschlesien. Nachbarorte sind im Norden Zielonkowice (Grünheide), im Nordwesten Wawrzyszów (Lorenzberg), im Osten Gałązczyce (Giersdorf) und im Südwesten Rożnów (Nieder Rosen).

Geschichte

Die Anfänge von Jäschkittel stammen aus dem 14. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Jesketel“ im Jahre 1428.[2] 1511 wurde die Dorfkirche erbaut.[3] Vormals war der Ort in Ober- und Nieder-Jäschkittel geteilt. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gehörte Nieder-Jäschkittel dem Freiherrn Karl Friedrich von Kittlitz und Ottendorf († 1690). Darauf erbte Ober- und Nieder-Jäschittel Ernst Friedrich von Kittlitz und Ottendorf († 1717), Landesältester des Weichbildes Strehlen.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Jäschkittel mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1783 gehörte das Gut dem Baron von Koppy und zählte zwei Vorwerke, 39 Feuerstellen und 217 Einwohner. Von den Obervorwerks-Äckern lagen fünf Bauernhöfe wüst. In der evangelischen Kirche hielt jeden dritten Sonntag der Prediger von Lorenzberg den Gottesdienst.[4] Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Jäschkittel ab 1816 zum Landkreis Strehlen, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, eine evangelische Kirche, eine Brauerei, eine Brennerei, zwei Vorwerke und 48 weitere Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 374, davon 60 katholisch.[2] 1874 wurde der Amtsbezirk Lorenzberg gebildet, dem Nieder- und Ober-Jäschkittel eingegliedert wurden.[5] 1885 zählte Jäschkittel 961 Einwohner.[6], 1933 waren es 420 und 1939 367 Einwohner. Bis Kriegsende 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Strehlen.[7]

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Jäschkittel 1945 wie der größte Teil Schlesiens unter polnische Verwaltung. Nachfolgend wurde es in Jeszkotle umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die deutschen Einwohner wurden größtenteils vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1950 wurde Jeszkotle der Woiwodschaft Opole eingegliedert und 1999 dem neu gegründeten Powiat Brzeski.

Sehenswürdigkeiten

  • Die römisch-katholische Antonius-von-Padua-Kirche (Kościół fil. pw. św. Antoniego Padewskiego) St.-Salvator-Kirche wurde 1511 erbaut. Bis 1945 diente das Gebäude der protestantischen Dorfgemeinde als Gebetshaus. An gleicher Stelle soll zunächst eine Klosterkirche gestanden haben, die durch eine Brücke mit dem dortigen Schloss verbunden war.[8] Durch die Reformation wurde die Kirche 1530 evangelisch. Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges stand die Kirche zwischen 1632 und 1650 leer. Danach fand jeden dritten Sonntag ein Gottesdienst statt. An der Außenwand haben sich Epitaphe der Familien von Reideburg und von Schweinichen aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten. Das Gebäude steht seit 1966 unter Denkmalschutz.[9]
  • Das Herrenhaus Jäschkittel wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im spätklassizistischen Stil erbaut und 1961 renoviert. Es steht am Hang und dominiert die Hofanlage, die Vorderseite ist nach Westen ausgerichtet. Es hat ein Walmdach mit Dachgauben, gedeckt mit Ziegeln. Die klassizistische Fassade ist durch Pilaster im Ionischen Stil gegliedert. Der mittlere Teil wird von dreieckigem Giebel mit rundem Fenster gekrönt. Der Eingang ist halbkreisförmig.[10] Das Gebäude steht seit 1965 unter Denkmalschutz.[9]

Vereine

  • Fußballverein LZS Jeszkotle

Persönlichkeiten

Siehe auch

Commons: Jeszkotle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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