Joachim Wedell-Wedellsborg
dänischer Generalleutnant (1785-1860)
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Joachim Godske (Georg) Baron Wedell-Wedellsborg (* 24. Januar 1785 auf Wedellsborg, Dänemark; † 17. Juli 1860 ebenda) war ein dänischer Generalleutnant und Gutsbesitzer.

Familie
Wedell-Wedellsborg gehörte dem dänischen Zweig des aus dem Herzogtum Holstein stammenden Adelsgeschlecht Wedel an. Seine Eltern waren der Amtmann und Lehnsgraf Ludvig Frederik Wedell auf der Grafschaft Wedellsborg (1753–1817) und Frederikke Juliane Louise von Klingenberg (1755–1833). Unter seinen Geschwistern waren Adam Ditlev, Ferdinand und Lehnsgraf Hannibal Wilhelm Wedell. Er war der Vater des Agronomen Gustav Wedell-Wedellsborg und des Amtmanns Vilhelm Wedell-Wedellsborg.
Karriere
Anfänge
Wie viele der jüngeren Söhne des Geschlechts war er für die Militärkarriere bestimmt und wurde bereits in seinem 5. Lebensjahr Kornett bei den Fünen'schen Leichten Dragonern. Seine Kindheit verbrachte er in seinem Elternhaus und trat nach dem Offiziersexamen in Kopenhagen in sein Regiment ein. Diesem blieb er über ein halbes Jahrhundert lang verbunden. Wedell-Wedellsborg erhielt in der Folge die üblichen Beförderungen, jeweils zunächst als Charakter, später dann als wirklichen Dienstgrad. Bis 1813 stieg er so zum Rittmeister auf. Gleichzeitig wurde er Kommandeur des Fünen’schen Reitenden Jägerkorps, mit dem er während der Koalitionskriege (dänisch: Englandskrigene) in Nordschleswig stationiert war. 1816 ging Wedell-Wedellsborg zunächst à la suite, um sein Gut Sønderskov in Jütland zu bewirtschaften, doch zwangen ihn die schwierigen finanziellen Verhältnisse nach einigen Jahren, Hof und Gut mit großem Verlust zu verkaufen. Nach dem Wiedereintritt in sein altes Regiment wurde er 1825 Eskadronchef, 1827 Premiermajor und 1837 wirklicher Oberstleutnant. 1841 erhielt er den Charakter eines Obersten, wurde 1842 Regimentschef und im März 1848 Generalmajor und Brigadekommandeur der 1. Kavalleriebrigade in Odense.
Während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung
Als kurz darauf die Schleswig-Holsteinische Erhebung ausbrach, war Wedell-Wedellsborg der einzige in der dänischen Generalität, der ein Kommando unter dem jungen, neu ernannten General Hans Hedemann akzeptierte – er wurde zum Chef der Kavallerie des Nordjütischen Armeekorps ernannt. In der Folge traf er noch vor Hedemann in Kolding ein und rückte sofort in das Herzogtum Schleswig ein, wodurch es gelang, den bereits bis Apenrade vorgedrungenen Gegner zum Rückzug aus der Stadt zu bewegen. Der dänische Kriegsminister A.F. Tscherning schrieb daraufhin aus Kopenhagen an Wedell-Wedellsborg: „Ihr rasches Auftreten hat nichts zu wünschen übrig gelassen; Ihr Name klingt hier in der Stadt beim Volk wie beim König gut.“ In der Folge untersagte Tschernigg jedoch den weiteren Vormarsch nach Süden. Nach dem Gefecht bei Bau, an dem Wedell-Wedellsborg als Kavallerieführer teilnahm, wurde er zwar noch zum Chef eines rechten Flankenkorps im nordwestlichen Teil Schleswigs bestimmt. Nach der Niederlage in der Schlacht von Schleswig und dem anschließenden Rückzug nach Norden führte er jedoch ein kleineres Korps – vornehmlich aus Kavallerie bestehend – über die Königsau (dänisch: Kongeå) zurück nach Fünen, während die Hauptmacht der Armee nach Alsen zog.
Späteres Wirken
Im Mai 1848 übergab Wedell-Wedellsborg die Kavalleriebrigade an Oberst Adolph Juel und übernahm das Generalkommando auf Fünen. Der Befehl, das aktive Kommando abzugeben, war ein Zugeständnis an die wechselhafte Volksstimmung. Diese hatte ihm noch einige Monate zuvor zugejubelt und schrieb ihm nun den Mangel an Tatkraft zu, der jedoch nur eine notwendige Folge der veränderten Umstände gewesen war und nicht zu seinen Lasten fiel. Während des gesamten Krieges blieb er kommandierender General auf Fünen, woraufhin er wieder seine Kavalleriebrigade übernahm. Der stattliche Mann genoss aufgrund seiner militärischen Tüchtigkeit, seines edlen Charakters und seiner seltenen Humanität von allen Seiten uneingeschränktes Ansehen und Vertrauen. Ein Beweis hierfür war, dass er als fast 70-Jähriger im Jahr 1853 zum Vorsitzenden einer Kommission zur Ausarbeitung eines neuen Exerzierreglements für die Kavallerie ernannt wurde. Das Ergebnis dieser Arbeit zeugte von einer für einen Mann seines Alters ungewöhnlichen Vorurteilsfreiheit und Empfänglichkeit für neue Ideen.
1828 wurde er Ritter des Dannebrogordens, 1840 Dannebrogsmann, 1848 Kommandeur und 1854 wurde ihm das Großkreuz verliehen. Bereits 1856 suchte er um seinen Abschied nach, der ihm im Rang eines Generalleutnants gewährt wurde. 1843 wurde er Kammerherr. Er starb am 17. Juli 1860 an seinem Geburtsort Wedellsborg und wurde auf dem Friedhof von Husby begraben.
Bildnisse
Es existiert ein Porträtgemälde von N.P. Holbech aus dem Jahr 1850; nach diesem wurde eine Lithografie von I.W. Tegner & Kittendorff angefertigt. Zudem ist er auf einem Gemälde von A. Behrend (1853) der schwedischen Truppen von 1848 sowie auf einem Gruppenbild von F.L. Storch aus demselben Jahr in Ravnholt dargestellt.
Familie und Nachkommen
Er heiratete am 28. Juli 1812 auf Hverringe Gregersine Olave Juel (19. Dezember 1794 auf Hverringe – 30. November 1867 in Kopenhagen), Tochter des Kammerherrn und Obersten Hans Rudolph Juel zu Hverringe (1773–1857) und der Maren Berg (1769–1850). Das Paar hatte die folgenden Kinder:
- Frederik Julius Baron Wedell-Wedellsborg (1814–1901)
- Hans Rudolph Baron Wedell-Wedellsborg (12. Dezember 1825 in Odense – 10. April 1871 auf Schloss Vallø)
- Vilhelm Ferdinand Baron Wedell-Wedellsborg (1827–1914)
- Gustav Joachim Baron Wedell-Wedellsborg (1829–1903)
- Marie Frederikke Rudolphine Amalie Baronesse Wedell-Wedellsborg (2. März 1834 in Odense – 16. Juni 1905 auf Østergård, Kirchspiel Fjellerup), verheiratet mit Niels Rudolph Juel (1830–1878)
Literatur
- Johann Lesser: Wedell (-Wedellsborg), Joachim Godske. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 18: Ubbe–Wimpffen. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1904, S. 337–339 (dänisch, runeberg.org).
- Tidsskrift for Krigsvæsen. 1860. Seite. 398.
Weblinks
- Joachim Godske (Georg) Baron Wedell-Wedellsborg. In: gravsted.dk. Abgerufen am 10. Januar 2026 (dänisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wedell-Wedellsborg, Joachim Godske |
| ALTERNATIVNAMEN | Wedell-Wedellsborg, Joachim Godske Georg baron (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Generalleutnant und Gutsbesitzer |
| GEBURTSDATUM | 24. Januar 1785 |
| GEBURTSORT | Wedellsborg |
| STERBEDATUM | 17. Juli 1860 |
| STERBEORT | Wedellsborg |