Jochen Enterprises

deutscher Comicverlag From Wikipedia, the free encyclopedia

Jochen Enterprises – Gesellschaft zur Förderung intelligenter Unterhaltung war eine deutsche Kurzfilm- und Comicverlags-Gesellschaft mit Sitz in Berlin.

Gründung

Namensgeber des Unternehmens war das 1989 ins Leben gerufene Kurzfilm-Magazin Der Jochen. Der Titel spielte auf Jochen Pollitt an, den Veranstalter des Open Air Filmfest Weiterstadt.[1] Jochen Enterprises wurde am 3. Oktober 1990 von Torsten Alisch, Dirk Baranek, Dagie Brundert und Gabriele Kahnert gegründet. Der Fokus lag zu Beginn auf der Produktion und Aufführung von Super-8-Kurzfilmen.[2]

Comic-Verlagstätigkeit

Im Mai 1992 erschien mit der deutschsprachigen Ausgabe von Die Playboy-Stories von Chester Brown das erste Comic-Album im Verlag.[3] Zahlreiche Comicautoren und -zeichner, auf die Alisch und Baranek durch ihre Arbeit im Berliner Comicladen Grober Unfug aufmerksam geworden waren, wurden zukünftig von Jochen Enterprises erstmals auf Deutsch veröffentlicht.[4]

Von 1992 bis 2000 wurden etwa Arbeiten von Chester Brown, Thomas Körner, OL, Fil, Jim Woodring, Max Andersson, Hansi Kiefersauer, Katz & Goldt, LGX Lillian Mousli, ATAK, Anke Feuchtenberger, Peter Bagge, Rattelschneck, Klaus Cornfield, Reinhard Kleist und Andrew Vachss publiziert. 2000 stellte Jochen Enterprises den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen ein. Das Verlagsangebot wurde teilweise von den Verlagen Edition Moderne, Reprodukt und dem Zwerchfell Verlag übernommen.

Das vollständige Verlagsarchiv mit Autorenkorrespondenz befand sich zunächst in Besitz des Kulturamtes der Stadt Erlangen. Im April 2015 wurde das Archiv vom Centre BD de la Ville de Lausanne übernommen.

Einzelnachweise

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