Jochen Ziska

deutscher Formgestalter From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Jochen Ziska studierte nach Abitur in Eisenach und Lehre zum Offsetdrucker in Gotha von 1963 bis 1968 Produktgestaltung an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein (HiF). Ab 1968 gestaltete er, oft gemeinsam mit Klaus Ebermann (* 1943), für den VEB Rundfunk- u. Fernsehtechnik (RFT) zahlreiche bekannte elektronische Produkte der DDR. Von 1970 bis 1981 war Ziska Leiter des zentralen Gestaltungsbüros von RFT in Leipzig. Mit einer Honorarprofessur an der HiF Halle – Burg Giebichenstein begann 1978 seine Lehrtätigkeit. Nach Oberassistenz und Leitung des Fachbereichs Produktgestaltung leitete er 1987–1989 als Rektor die HiF.[1] Die von Jochen Ziska entworfenen Produkte folgen einer minimalistischen, herstellungsorientierten Gestaltung in der Tradition der Ulmer Hochschule für Gestaltung (z. B. Dieter Rams für BRAUN).[2]

In den 1980er Jahren war Jochen Ziska Mitglied im Redaktionskollegium der Fachzeitschrift für industrielle Formgestaltung form+zweck,[3] seit 1983 Mitglied im Zentralvorstand des VBK[4] und Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.[5][6] – Deckname „Jan“ (MfS AIM 2314/91).[7]

Jochen Ziska lebt und arbeitet in Bennewitz bei Leipzig.

Ehrungen in der DDR

Werkbeispiele

Von Ziska designte Produkte

  • Der Stern-Recorder R160 (Spitzname „Holzstern“) von VEB RFT Sternradio Berlin, entworfen von Jochen Ziska.
    Heckenschere; Studienarbeit, 1966
  • Radio-Kassettenrecorder RFT R 160, 1972
  • Hifi-Anlage; 1974; mit Ernst Merker und Günter Mönicke, für VEB Funkwerk Zwickau
  • Tragbarer Fernseher Combi-Vision 310, 1975; mit Klaus Ebermann , für VEB Robotron-Elektronik Radeberg[8][9]
  • Kopfhörer; 1977; für VEB Funktechnik Leipzig
  • Behindertenfahrzeug; 1986/1987; auf der X. Kunstausstellung der DDR; mit Eberhardt Scharnowski,[10]

Fachpublikationen

  • Formgestaltung im Industriezweig Rundfunk und Fernsehen. In Möbel und Wohnraum. Leipzig, 9/1969
  • Gewonnene Zeit, gespartes Material. In: Form + Zweck, Berlin, 5/1975, S. 16–17[11] (Digitalisat)
  • mit Paul Jung: Industrial design 2. H. Lohmann, Egeln 1983.
  • Bildschirm und Tastatur. In: Form + Zweck, Berlin, 4/85, S. 40–41[12] (Digitalisat)
  • Bemerkungen zum Anspruch und zur zukünftigen Entwicklung der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. In: HiF-Design : Mitteilungen der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle Burg Giebichenstein. HiF, Halle 1989.

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

  • 2015: Wurzen, Büro der Standortinitiative Wurzen e. V ("Industrielle Formgestaltung, Produktdesign, Grafikdesign Professor Jochen Ziska)[13]

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

Literatur

  • Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie. Design in der DDR. 1949 – 1985. Verlag der Kunst, Dresden, 1988, S. 391
  • Ziska, Jochen. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1073/1074

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI