Johan Jolin
schwedischer Schauspieler und Dichter
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Johan Christopher Jolin (* 28. Dezember 1818 in Stockholm; † 13. November 1884 in Lidingö) war ein schwedischer Schauspieler und Dichter. Er verwendete auch das Pseudonym „Jo. Jo.“

Leben
Jolin war ein Sohn des Bengt Christophersson Jolin, Hausmeister im Armenhaus der Pfarrei Klara, und dessen Frau Anna Magdalena (geborene Wickman)[1] oder Maria Elisabeth (geborene Thunberg).[2][3] Er studierte von 1840 bis 1843 an der Universität Uppsala. In dieser Zeit wandte er sich neben dem Studium dem geselligen Leben zu und begann mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Es fiel ihm leicht gereimte Verse und komische Dialoge zu improvisieren. Diese trug er oft selbst vor und wurde als Komiker und Meister der Unterhaltung geschätzt. Er wurde durch die anerkennenden Worte von Männern wie Carl Jonas Love Almqvist, Erik Gustaf Geijer oder Lars Johan Hierta in seinem Vorhaben bestärkt, sich der Schriftstellerei und dem Theater zuzuwenden. 1842 gewann er in Uppsala einen nach Per Erik Bergfalk benannten Literaturpreis und 1845 wurde sein Epos Fjellbruden von der Königlichen Akademie Schwedens mit einem Preis ausgezeichnet, so dass Jolin sein Studium abbrach.
Am 14. November 1845 debütierte er im Alter von 27 Jahren als Schauspieler am königlichen Hoftheater in Stockholm. Dabei trat er als Axel Wapensköld in dem Stück En komedi (eine Komödie), seinem eigenen musikalischen Lustspiel auf. Er war zudem als Karikaturist aktiv. 1846 nahm er ein festes Engagement am Königlichen Theater Stockholm an, wo er sowohl als Komiker als auch von 1849 bis 1856 als Literatör des Theaters wirkte. Von 1857 bis 1868 war Vorstand der Theaterschule. 1868 beendete er seine Karriere und trat von der Bühne.[1]
Sechs Wochen vor seinem 66. Geburtstag starb Jolin 1884 und fand in Lidingö seine letzte Ruhestätte.
Familie
Jolin war seit dem 6. September 1851 mit Catharina Mathilda oder Matilda Katarina (geborene Wigert; 9. Juli 1833 – 4. September 1919), einer Tochter des Großhändlers Severin Wigert und dessen Frau Hedda Catharina (geborene Hjortsberg) sowie eine Enkelin des Schauspielers Lars Hjortsberg (1772–1843). Das Paar hatte zwei Kinder:[4]
- Severin Jolin (28. Mai 1852 – 11. November 1919) ⚭ Julia Carlson. Er wurde zum Dozenten für Chemie an der Universität Uppsala und 1888 Honorarprofessor für Chemie und Pharmazie am Karolinska-Institut in Stockholm.
- Einar Jolin (7. August 1890 – 29. August 1976)[5]
- Helena (Ellen) Maria Jolin (16. Juni 1854 – 25. Mai 1939) wurde Malerin.[6]
Werke (Auswahl)
- Gedichte
- Den stumma från Portici. Ivar Hæggströms Boktryckeri, Stockholm 1871 (runeberg.org).
- En samling dikter. Adolf Bonniers Förlag, Stockholm 1888 (babel.hathitrust.org – enthält auch das Gedicht Fjellbruden).
- Novellen und Romane
- Affällingarne. Band 1–3, Rudolf Wall, Stockholm 1869 (Roman, runeberg.org).
- Rosen bland kamelior. Albert Bonniers Förlag, Stockholm 1928 (runeberg.org).
- Vinglaren. Albert Bonniers Förlag, Stockholm.
- Theaterstücke
- En Communist. (Komödie in einem Akt, runeberg.org).
- Mäster Smith. Albert Bonniers Förlag, Stockholm 1849.
- Barnhusbarnen eller Verldens dom. Albert Bonniers Förlag, Stockholm 1849 (Schauspiel in 5 Akten, runeberg.org).
- Bröstkaramellerna eller „Min man’s familj“. Albert Bonniers Förlag, Stockholm 1849 (Lustspiel in 3 Akten, nach einer französischen Idee runeberg.org).
- Smädeskrifvaren; eller Vänner och ovänner. Albert Bonniers Förlag, Stockholm (Schauspiel).
- Ung Hanses dotter (= Svenska teatern. Nr. 98). Albert Bonniers Förlag, Stockholm (historisches Schauspiel in fünf Akten).
- Werkausgabe
- Skrifter. Adolf Bonnier, Stockholm, 1872 ff. (7 Bände).
Literatur
- Jolin, Johann Christoph, schwed. Schauspieler und Dichter. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 9, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 255.
- Jolin, Johan Christoffer. In: Herman Hofberg, Frithiof Heurlin, Viktor Millqvist, Olof Rubenson (Hrsg.): Svenskt biografiskt handlexikon. 2. Auflage. Band 1: A–K. Albert Bonniers Verlag, Stockholm 1906, S. 554 (schwedisch, runeberg.org).
- Johan Christoffer Jolin. In: Johannes Svanberg: Kungl. teatrarne under ett halft sekel 1860–1910. Band 1, S. 98–100 (schwedisch, Volltext [Wikisource]).
- Stig Torsslow: 1. Jolin, Johan Christopher. In: Svenska män och kvinnor : biografisk uppslagsbok. Band 4: I–Lindner. Albert Bonniers förlag, Stockholm 1948. S. 106–107 (runeberg.org).
- Stig Torsslow: Johan C Jolin. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 20: 1973-1975. S. 356 (schwedisch, sok.riksarkivet.se).