Johann Britten

deutscher kommunistischer Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Peter „Hans“ Britten (* 21. Februar 1904 in Onsdorf, Kreis Saarburg; † 3. Mai 1945 in der Lübecker Bucht) war ein deutscher kommunistischer Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er wurde mehrfach verhaftet, inhaftiert und starb kurz vor Kriegsende, nachdem er aus dem KZ Neuengamme auf ein Häftlingsschiff verbracht worden war. Er war einer der Hauptangeklagten im Offenborn-Prozess[1]. Für ihn wurde in Uetersen ein Stolperstein verlegt.[2]

Leben

Brittens ehemaliges Wohnhaus in Uetersen (inzwischen abgerissen)

Johann Britten wurde am 21. Februar 1904 als Sohn des Schreinermeisters Peter Britten und von Susanna Britten, geb. Wagner, in Onsdorf bei Trier geboren. Nach der Volksschule half er ab 1918 zwei Jahre auf dem elterlichen Bauernhof und begann anschließend eine Verwaltungslehre. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem in der Verwaltung in Konz und als Fabrikarbeiter, ließ er sich 1930 in Uetersen (Schleswig-Holstein) nieder.[2]

Britten trat 1931 der KPD bei, engagierte sich in der lokalen Parteiarbeit, unter anderem in der „Roten Hilfe“ und meldete im Oktober 1932 einen Zeitungsverlag als Gewerbe an, in dem er als „Verantwortlicher der Antifaschistischen Wochenzeitung“ wirkte. Bei der Stadtverordnetenwahl in Uetersen am 12. März 1933 kandidierte er als Spitzenkandidat der KPD und wurde offiziell gewählt, konnte sein Mandat jedoch aufgrund der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten nicht wahrnehmen, nachdem er von einer bevorstehenden Versammlung ausgeladen worden war.[2]

Widerstand und Verfolgung

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde Britten bereits im Frühjahr 1933 mehrfach Ziel polizeilicher Maßnahmen: Im April 1933 wurde er erstmals verhaftet und als Schutzhäftling in das Konzentrationslager Glückstadt eingewiesen. Nach dem Verbot der KPD im Rahmen der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat nahm Britten an geheimen Treffen der KPD auf der Elbinsel Pagensand, im Heidgrabener Moor und im Liether Gehölz teil. Wegen seiner illegalen politischen Aktivitäten, unter anderem bei der Herstellung und Verbreitung antifaschistischer Flugblätter sowie der Zusammenarbeit mit lokalen Widerstandsgruppen, wurde er am 19. Dezember 1934 erneut festgenommen und später in verschiedene Haftanstalten überstellt, darunter das KZ Fuhlsbüttel, das KZ Esterwegen und das Untersuchungsgefängnis Hamburg.[2]

Am 13. Dezember 1935 verurteilte das Kammergericht Berlin Britten wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sechs Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Haft verbüßte er in Rendsburg, Fuhlsbüttel und im Strafgefangenenlager Aschendorfermoor.

Nach seiner Haftentlassung war Britten als Arbeiter bei der Firma Nordmark Werke GmbH beschäftigt. Am 21. November 1942 heiratete er die Textilarbeiterin Käthe Kaufmann; 1944 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren.

Deportation und Tod

Stolperstein
Gedenkstein der Uetersener Widerstandskämpfer auf den „Neuen Friedhof“ in Uetersen

Im Rahmen der „Aktion Gewitter“ nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Britten am 22. August 1944 erneut verhaftet und in das KZ Neuengamme deportiert.[3] Zwischen September 1944 und März 1945 sind zahlreiche Briefe von ihm aus dem Lager an seine Ehefrau überliefert.

Johann Britten kehrte nicht aus der Haft zurück. Nach übereinstimmender Forschungslage dürfte er am 3. Mai 1945 bei der Bombardierung und Versenkung der Häftlingsschiffe Cap Arcona und Thielbek in der Lübecker Bucht durch britische Luftangriffe ums Leben gekommen sein, kurz vor der Kapitulation Deutschlands.[4] 1952 wurde er für tot erklärt.

Gedenken

In Uetersen wurde am 2. März 2012 vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Lohe 44 ein Stolperstein für Johann Peter (Hans) Britten verlegt, der an sein Leben, sein politisches Engagement und sein tragisches Schicksal erinnert. Die Stadt Uetersen verlegt diese Gedenksteine im Rahmen des Projekts von Gunter Demnig zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus.[5]

Auf dem Neuen Friedhof in Uetersen erinnert zudem seit 1973 ein Gedenkstein an Johann Britten, Arthur Sorg und Wilhelm Vollstedt als heimische Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.[6][7][8]

Regelmäßig finden Gedenkveranstaltungen und Stadtspaziergänge zu den Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus und Opfern des Regimes statt, in deren Rahmen an Johann Britten erinnert wird.[9][10][11]

Siehe auch

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI