Joniškis
Ort in Litauen
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Joniškis (polnisch Janiszki, deutsch Jonischken) ist eine Stadt und Sitz der gleichnamigen Rajongemeinde im Norden Litauens. Der Amtsbezirk Joniškis innerhalb der Gemeinde umfasst neben der Stadt mit 10.823 Einwohnern weitere Orte mit zusammen über 1000 Einwohnern. Insgesamt wohnen in der Gemeinde 30.418 Menschen.

| Joniškis | |||
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| Staat: | |||
| Bezirk: | Šiauliai | ||
| Rajongemeinde: | Joniškis | ||
| Koordinaten: | 56° 14′ N, 23° 37′ O | ||
| Fläche (Ort): | 8,95 km² | ||
| Gemeindefläche: | 1.152 km² | ||
| Einwohner (Ort): | 8.134 (2025) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 909 Einwohner je km² | ||
| Einw. (Gemeinde): | 19.888 | ||
| Bevölkerungsdichte: | 17 Einwohner je km² | ||
| Zeitzone: | EET (UTC+2) | ||
| Telefonvorwahl: | (+370) 426 | ||
| Postleitzahl: | 84001 | ||
| Status: | Kernstadt der Rajongemeinde Joniškis | ||
| Gliederung: | einem ihrer 10 Ämter | ||
| Website: | |||
Geographie
Die Stadt liegt nur wenige Kilometer von der lettischen Grenze entfernt an der Bahnlinie und Fernverkehrsstraße Šiauliai-Riga. Seit 2005 ist die Ortsumgehung fertiggestellt, so dass der (geringe) Transitverkehr nach Lettland die Stadt nicht mehr durchquert.
Geschichte
Joniškis wurde Anfang des 16. Jahrhunderts gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 23. Februar 1536, als die Bischöfe von Vilnius und Samogitien die Gegend besuchten und feststellten, dass die Bevölkerung noch den alten heidnischen Glauben praktizierte. Sie verehrten den Donnergott (Perkūnas), das Feuer, Schlangen und andere heidnische Gottheiten. Bischof Johannes von Vilnius, der Sohn der Litauischen Herzöge, taufte die Einheimischen und gründete am selben Tag eine neue Pfarrei. Eine Holzkirche wurde errichtet, um die herum die Stadt Joniškis entstand. Bischof Johannes benannte die Stadt nach seinem eigenen Namen Jonas. Joniškis lag an einem wichtigen Handelsknotenpunkt. Die Stadt befand sich im Herzogtum Samogitien innerhalb des Großfürstentums Litauen und gehörte zur polnisch-litauischen Adelsrepublik.
Während des Zweiten Weltkriegs stand die Stadt ab 1940 unter sowjetischer und von 1941 bis 1944 unter deutscher Besatzung. Ende 1941 wurden 148 jüdische Männer in einem nahegelegenen Wald bei Joniškis erschossen. Die übrigen Juden (Männer, Frauen und Kinder) wurden im September 1941 im Wald ermordet. Insgesamt wurden 493 Menschen von einer Einsatzgruppe aus Polizisten von Joniškis und litauischen Nationalisten unter deutscher Führung ermordet.
Der Film- und Bühnenschauspieler Laurence Harvey (1928–1973) wurde hier geboren.
Seit dem 10. November 2000 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Sulingen in Deutschland.[1]
Joniškis war einer der Bewerber um den Titel der Kulturhauptstadt Litauens 2015.
Sehenswürdigkeiten
- Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt, erbaut 1895 bis 1901
- Weiße Synagoge, erbaut 1823
- Rote Synagoge, erbaut 1865
Rajongemeinde
Die Rajongemeinde Joniškis umfasst die beiden Städte Joniškis und Žagarė (2312 Einw.), die beiden Städtchen (miesteliai) Kriukai (602 Einw.) und Skaistgirys (964 Einw.), sowie 290 Dörfer zwischen unter 10 und über 500 Einwohnern.
Persönlichkeiten
- Moses Kottler (1896–1977), südafrikanischer Bildhauer, Maler und Zeichner
- Laurence Harvey (1928–1973), litauisch-britischer Schauspieler
- Kęstutis Lipeika (* 1938), Jurist und Rechtsanwalt
- Vidmantas Kapučinskas (* 1951), Musiker, Dirigent und Politiker
- Liudas Jonaitis (* 1954), Politiker und Seimas-Mitglied
- Genadijus Mikšys (* 1956), Politiker
- Rūta Bilkštytė (* 1961), Steuerberaterin und Politikerin, Vizeministerin, stellvertretende Finanzministerin Litauens
- Gediminas Čepulis (* 1963), Politiker
- Žilvinas Gaubys (* 1975), Brigadegeneral
- Andrius Šležas (* 1975), Basketballspieler und -trainer
- Vaida Aleknavičienė (* 1976), Politikerin, Pädagogin und Sozialdemokratin
- Benas Veikalas (1983), Basketballspieler
Literatur
- Joniškis. Lietuviškoji tarybinė enciklopedija, V t. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 1979. T.V: Janenka-Kombatantai, 72 psl.


