Jos Pirkner
österreichischer Bildhauer
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Josef (Jos) Pirkner (* 2. Dezember 1927 in Sillian/Osttirol; † 11. März 2026[1]) war ein österreichischer Bildhauer.
Leben

Jos Pirkner besuchte zunächst die Kunstgewerbeschule in Klagenfurt, Kärnten. Von 1945 bis 1949 setzte er seine Ausbildung an der Bundeslehranstalt für das Baufach und Kunstgewerbe in Graz fort. Dort war er ein Schüler der Fachschulklasse für Gold- und Silberschmiede bei Georg Sieder. Er absolvierte die Ausbildung mit Auszeichnung. Außerdem war er ein Privatschüler von Rudolf Reinhart in Salzburg, der ihn insbesondere in die Metallplastik einführte.
Danach ging Pirkner nach Holland, um mit dem Atelier Brom, einer bekannten Werkstatt für Gold- und Silberbildhauerei, zu arbeiten. Zudem besuchte er die Freie Akademie Utrecht. Er wohnte in Bilthoven (Provinz Utrecht) und eröffnete ein eigenes Atelier. Mit seinen Skulpturen in Silber, Bronze oder Glas hatte Pirkner rasch Erfolge in Europa und den USA. 1966 heiratete er eine Holländerin. Über 25 Jahre lebte er in den Niederlanden. 1978 kehrte er, nach der Geburt seines Sohnes, wieder nach Osttirol zurück, wo er seitdem in Tristach bei Lienz lebte und arbeitete.
Werk
Das Werk Pirkners behandelt zumeist menschliche Gestalten. So schuf er Figuren für eine Brunnenanlage in Wattens, einen Brunnen am Sparkassenplatz in Innsbruck oder das Grab für Julien Green, der sich die Gestaltung seines Grabes durch Pirkner gewünscht hatte. Daneben beschäftigte sich der Künstler auch mit Skulpturen von Pferden und Stieren. So schuf er in Munster den Niedersachsenbrunnen, der am 20. Oktober 1991 enthüllt wurde und mit acht Pferden, welche die acht früheren selbständigen Gemeinden Munsters symbolisieren, als das bisher größte Kunstwerk in der Stadt gilt.[2] 2014 vollendete Pirkner im Red Bull Headquarters in Fuschl am See (Land Salzburg) die Bullen von Fuschl. Diese Herde mit 14 überlebensgroßen Bullen gilt mit ihrer Länge von mehr als 22 Metern als die größte Bronzeplastik in Europa.
Pirkner war ein Vertreter des Expressionismus. Zudem zeigen sich abstrahierende Tendenzen in seinen Arbeiten. Zu seinem Gesamtwerk zählen neben Skulpturen in Bronze, Kupfer und Silber auch Betonglasfenster, Glasplastiken und -reliefs.
Auszeichnungen
- 1995: Verleihung des Berufstitels Professor h. c.
- 2001: Ehrenzeichen des Landes Tirol
- 2002: Ehrenring der Gemeinde Tristach
- 2007: Ehrenbürger der Gemeinde Tristach
- 2015: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[3]
- 2018: Ritter des Silvesterordens[4]
Ausstellungen (Auswahl)

- 1962: Den Haag Novelle Image
- 1970: Städtische Galerie Lienz
- 1977: Krikhaar Amsterdam
- 1977: Utrecht Kunstring
- 1978: Baukunst Köln
- 1980: Künstlerhaus Wien
- 1981: Künstlerhaus Graz
- 1983: Galleria Fra Giocondo, Verona
- 1987: Galerie Pensa, Basel
- 1989: Galerie Wild, Frankfurt am Main
- 1990: Galerie Zacke
- 1991: Galerie 6, Aarau (CH)
- 1992: Galerie Angerer, Tirol
- 1992: Galerie Lenten (NL)
- 1995: Dordrecht Galerie Compagnie
- 1995: Kunst Wien – Museum für angewandte Kunst
- 1995: Galerie Kenst, Wien
- 1996: Galerie Reindl, Innsbruck
- 1996: Hanak-Museum, Langenzersdorf
- 1997: Kunsthaus Rondula / Iselsberg
- 2001: Biennale der Bildhauerkunst in Portobuffolé
- 2003: Hangar-7 Eröffnung, Salzburg
- 2010: Hangar-7, Salzburg
- 2014: Red Bull Headquarters, Fuschl am See
Publikationen
- mit Gert Ammann u. a.: Jos Pirkner. Menschen, Mythen, Monumente. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten. Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien 1998, ISBN 3-7022-2120-4.
- mit Gert Ammann u. a.: Jos Pirkner. Material, Form und Raum. Festspielausstellung 2010 in Salzburg im Hangar-7, Collection Rolf Heyne, München 2010, ISBN 978-3-89910-472-1.
- Jos Pirkner: Die Bullen von Fuschl. Pantauro-Verlag, Salzburg 2014, ISBN 978-3-7105-0000-8.
Literatur
- Carolin Viola Pospesch: Neuzeitliche Skulptur und Plastik in und aus Osttirol am Beispiel von Jos Pirkner. Masterarbeit. Universität Wien, 2012.
- Pirkner Josef (Jos). In: Eugen Gross (Hrsg.): Die Grazer Ortweinschule: Bau – Kunst – Design, 1876–2001. Manumedia Schnider, Graz 2001, ISBN 3-902020-12-1, S. 193.
- Pirkner, Josef. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S. 350 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).