Josef Dvorak
österreichischer Psychoanalytiker, katholischer Theologe und Mitbegründer des Wiener Aktionismus
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Josef Dvorak (* 28. Jänner 1934 in Wien; † 24. Jänner 2026 ebenda) war ein österreichischer Tiefenpsychologe, katholischer Theologe (Schüler Karl Rahners), Mitbegründer des Wiener Aktionismus und Publizist, auch Sachbuchautor.
Leben
Dvorak war zeitweise als Journalist bei der Wiener Tageszeitung „Kurier“ und der „Arbeiter-Zeitung“, ab 1966 als Redakteur für Printmedien tätig. Ab 1969 war er Stammautor der internationalen kulturpolitischen Zeitschrift FORVM und von 1973 bis zur Einstellung 1995 Mitglied von deren Redaktion.[1] Mindestens seit Anfang der 1960er war er Therapeut in Wien, aus dieser Zeit rührt auch seine Bekanntschaft mit Otto Muehl und Hermann Nitsch, die bei ihm Gesprächsanalysen machten.[2] Später zählte Dvorak zu deren entschiedensten Kritikern.[3]
Im Burgenland und in Bremen wurde Dvorak durch die Inszenierung von Ritual-Performances, die im österreichischen Fernsehen übertragen wurden, als „Satanologe“ bekannt. Er galt als der führende Satanismus-Experte im deutschen Sprachraum.[1]
Dvorak war ab 1995 freier Forscher und Publizist und beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte der Psychoanalyse, etwa von Otto Gross, des Okkultismus und ideologischer Minderheiten sowie Religionskritik. Sein 1989 im Heyne Verlag erschienenes Sachbuch „Satanismus – Geschichte und Gegenwart“ gilt als Standardwerk der Satanismusforschung.[1]
Er starb im Jänner 2026 kurz vor seinem 92. Geburtstag.[4]
Literatur
- Josef Dvorak: Satanismus. Schwarze Rituale, Teufelswahn und Exorzismus, Geschichte und Gegenwart. Heyne, München, 1989. ISBN 3-453-17258-2
Weblinks
- Literatur von und über Josef Dvorak im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Liste seiner Beiträge im FORVM, zum Teil Volltexte online: abgerufen am 28. Januar 2026.
- VID 20180615 190708 auf youtube: Dvořáks Erzählungen. Über die Anfänge des Wiener Aktionismus. Lesung von Gerhard Oberschlick im historischen Perinetkeller am 15. Juni 2018, auf der Seite des FORVM auch als Text, abgerufen am 26. April 2019.