Josef Haekel

1907 bis 1973 Beruf/Funktion Ethnologe Konfession keine Angabe Namensvarianten Haekel, Josef Haekel, J. From Wikipedia, the free encyclopedia

Josef Haekel (* 17. Juni 1907 in Wien; † 2. November 1973 ebenda) war ein österreichischer Ethnologe.

Leben

Haekel arbeitete zunächst bei der Straßenbahn, bevor er mit Hilfe eines Stipendiums ab 1930 Völkerkunde, Anthropologie und Urgeschichte an der Universität Wien studierte.[1] 1935 wurde er promoviert, anschließend arbeitete er zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft, 1940 dann als wissenschaftlicher Assistent. Nach der Habilitation 1941 wurde Haekel 1950 außerordentlicher und 1957 ordentlicher Professor und Institutsvorstand. 1961 unternahm er eine Expedition nach Zentralindien. Er war ein Fachmann für vergleichende Religionswissenschaften und Spezialist für nordamerikanische Indianerstämme.

Schriften (Auswahl)

  • Das Männerhaus im nördlichen Kalifornien. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien. Bd. 70 (1940), Heft 2, S. 144–258 (Zugl.: Wien, Univ., Habil.-Schr., 1939).
  • Jugendweihe und Männerfest auf Feuerland: ein Beiträge zu ihrer kulturhistorischen Stellung. In: Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Prähistorie. Bd. 73–77 (1947), S. 84–114.
  • Zum Individual- und Geschlechtstotemismus in Australien. Herold, Wien 1950 (Acta ethnologica et linguistica. Series Oceania; 1), OCLC 782104285.
  • Der heutige Stand des Totemismusproblems. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien. Bd. 82 (1952), S. 3–49.
  • Zum heutigen Forschungsstand der historischen Ethnologie. In: Josef Haekel (Hrsg.): Die Wiener Schule der Völkerkunde. Berger, Horn u. a. 1956, S. 17–90.
  • mit Chandrabhal Tripathi: Eine Besessenheits-Séance der Rathva-Koli in Gujarat (Indien). Vorgelegt in der Sitzung am 9. April 1965. Wien 1966, OCLC 844862879.
  • mit Rita Wiesinger: Contributions to the swinging festival in Western Central India. Wien 1968, OCLC 126496.
  • mit Anton Lukesch: Einführung in die Ethnologie Südamerikas. Wien 1972, OCLC 844862879.

Literatur

  • Christian F. Feest: Josef Haekel. In: Zeitschrift für Ethnologie, Band 102 (1977), S. 165–169 (JSTOR:25841615)
  • Alexander Slawik: Josef Haekel (1907–1973). In: Indiana, Band 4 (1977), S. 283–301 (PDF; 1,1 MB)
  • Veronika Stachel: Ein Parteibuch für die Karriere? Josef Haekel in der NS-Zeit. In: Andre Gingrich; Peter Rohrbacher (Hg.), Völkerkunde zur NS-Zeit aus Wien (1938–1945): Institutionen, Biographien und Praktiken in Netzwerken (Phil.-hist. Kl., Sitzungsberichte 913; Veröffentlichungen zur Sozialanthropologie 27/1). Wien: Verlag der ÖAW 2021, S. 471–492. doi:10.1553/978OEAW86700.
  • Karl R. Wernhart: Josef Haekel (1907–1973), vielseitiger Ethnologe und Fachvertreter einer vergleichenden Religionsforschung. In: Ders.: Die Wissenschaftsgeschichte der Ethnologie in Wien. Von der Orientalistik über Volks- und Völkerkunde zur Kultur- und Sozialanthropologie. Kment, Wien 2025, ISBN 978-3-903511-08-8, S. 158–163.

Einzelnachweise

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