Josef Hudetz

österreichischer Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Josef Hudetz (* 7. August 1842 in Wien; † 16. Dezember 1909 ebenda) war ein österreichischer Architekt.

Bartensteinblock, Bartensteingasse 1–5 (1872–1874)
Altdeutsches Haus innerhalb des Bartensteinblocks, Doblhoffgasse 7 (1872–1874)
Spiegelung eines Teils des Bartensteinblocks, Doblhoffgasse 9 (1872–1874)
Ehemaliges Krainer Landhaus in Laibach (1896–1900)

Leben

Der Sohn eines Schneidermeisters besuchte das Wiener Polytechnikum und studierte anschließend Mitte der 1860er Jahre an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Eduard van der Nüll. Nach dem Abschluss unternahm Hudetz eine längere Studienreise durch Italien und Deutschland.

Zunächst als selbstständiger Architekt in Wien tätig, war er von 1872 bis 1875 bei der Union-Baugesellschaft angestellt. Danach arbeitete Hudetz wieder selbstständig, blieb aber dennoch in engem Kontakt zu seiner ehemaligen Arbeitgeber. Er beteiligte sich auch an vielen Architekturwettbewerben, die ihm Aufträge außerhalb Wiens einbrachten, und publizierte verschiedene stadtplanerische Vorschläge.

Josef Hudetz war Gründungsmitglied der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens und dort in zahlreichen Komitees und als Juror tätig.

Leistung

Als Architekt war Hudetz von seinem Lehrer Eduard van der Nüll geprägt. Seine Bauten sind durchwegs im späthistoristischen Stil errichtet. Er entwarf zunächst in Formen der Wiener Neorenaissance, später auch im Neobarock. Neben Wohnhäusern entstanden auch öffentliche Gebäude und Fabriken nach seinen Plänen.

Da Hudetz bei der Union-Baugesellschaft mit der Gestaltung ganzer Häuserblocks befasst war, führte ihn diese Tätigkeit auch zu stadtplanerischen Überlegungen. Er beteiligte sich an der Diskussion eines neuen Wiener Generalregulierungsplans und machte Vorschläge zur Neugestaltung des Stubenviertels, des Karlsplatzes und zu einer neu zu schaffenden Achse quer durch die Innere Stadt. Außerdem machte er sich für die Idee einer pneumatischen Beförderung der Leichen zum neuen Wiener Zentralfriedhof stark, da dieser damals weitab des Stadtzentrums lag und verkehrstechnisch schlecht zu erreichen war.

Bauten und Entwürfe

  • 1870–1871: Eckhaus Elisabethstraße 13 / Eschenbachgasse 5 in Wien 1
  • 1872: Miethaus Schmerlingplatz 1 in Wien 1 (zusammen mit Bernhard Freudenberg)
  • 1872–1874: Häusergruppe Bartensteinblock, Bartensteingasse 1–5 in Wien 1 (zusammen mit Moritz Hinträger)
  • 1874: Miethaus Karlsgasse 18 in Wien 4
  • 1883–1885: Häusergruppe am Bürgerspitalgrund, Führichgasse / Gluckgasse / Tegetthoffstraße in Wien 1
  • 1885–1887: Wohnhäuser Tiefer Graben 7–9 und 13–15 in Wien 1
  • um 1890: Fabrikgebäude der Weberei Regenhart & Reichmann in Freiwaldau
  • um 1895: Wohn- und Geschäftshaus Jeiteles in Gablonz
  • um 1895: Miethaus für Bürgermeister Franz Breyer, Conrad-von-Hötzendorf-Platz in Baden
  • 1897–1898: Rathaus und Sparkassa, Hlavni trida 11 in Mistek
  • 1898–1899: Büro- und Wohngebäude für die Mährisch-Schlesische wechselseitige Versicherungsanstalt in Brünn
  • 1900: Renovierung der Burg Laibach
  • 1901–1903: Kreisgericht, Schießstattring 6 in St. Pölten
  • 1901–1903: Gefangenenhaus, Andreas-Hofer-Straße 3 in St. Pölten
  • 1902–1903: Villa Hietzinger Hauptstraße 42c in Wien 13
  • 1903: Krainer Landhaus, Kongresni trg 12 in Laibach (Ljubljana) (zusammen mit Jan Vladimír Hráský)

Schriften

  • Begräbnishalle mit pneumatischer Förderung für den Centralfriedhof der Stadt Wien. Wien 1874.
  • Projecte für öffentliche Bauten in photographischen Lichtdruckbildern. Wien 1886.
  • Neue Lösung zur Stubenviertelfrage. Wien 1893.
  • Neue Lösung für die Regulierung der Umgebung der Karlskirche mit Bezug auf Verlegung der Technischen Hochschule. Wien 1893.

Literatur

Commons: Josef Hudetz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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