Josephsbrunn

Kolonie und ab 1928 ein Ortsteil von Roitz im heutigen Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Josephsbrunn war eine Kolonie und ab 1928 ein Ortsteil von Roitz im heutigen Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Ab dem Jahr 1978 wurde Josephsbrunn zusammen mit Roitz in die Stadt Spremberg eingegliedert. Der Ort wurde in den Jahren 1977 und 1978 umgesiedelt und anschließend für den Tagebau Welzow-Süd abgebrochen. Die amlich registrierte Umsiedlerzahl betrug 100 Personen[1] (zusammen mit dem ebenfalls devastierten Roitz 209 Personen[2]).

Ausschnitt aus dem Messtischblatt 2546 – Jessen – von 1930. Der Ort Josephsbrunn bei Roitz
Ausschnitt aus dem Messtischblatt 2546 – Jessen – von 1930. Der Ort Josephsbrunn bei Roitz

Geschichte

Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt 4451 Welzow von 1846
Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt 4451 Welzow von 1846

Die Kolonie Josephsbrunn wurde um 1785 als Ausbau des 1527 erstmals erwähnten Dorfes Roitz auf dem Territorium der Gutsherrschaft Roitz gegründet. Sie erhielt ihren Namen nach Joseph, dem 1782 geborenen Sohn des damaligen Besitzers von Roitz, v. Tietz und Hennig.

Josephsbrunn war wie Roitz nach Stradow eingepfarrt, wobei den Roitzern auch das Recht eingeräumt war, auch die Kirche im nahegelegenen Jessen zu besuchen. Im Jahr 1825 wurde für Roitz und Josephsbrunn ein gemeinsamer Friedhof angelegt, 1969 Roitz mit Josephsbrunn nach Spremberg umgepfarrt.[3]

Im Jahr 1867 wird die dortige Mühle als Windmühle ausgewiesen.

Nach Aussagen von Umsiedlern wurde Josephsbrunn nicht als eigenständiger Ort wahrgenommen. Vielmehr betrachteten sich die Einwohner von Josephsbrunn als Einwohner von Roitz.[4]

Bevölkerung und Struktur

Im Roitzer Ablösungsrezess von 1833 werden mehrere Bewohner von Josephsbrunn namentlich genannt, darunter die „Großbüdner“ Gottlob Droboth, George Kasper und Gottlob Kilian, der „Büdner“ Martin Schieber, die „Kleinbüdner“ Gottlob Donath und Matthes Kilian sowie der Erbpächter der dortigen Mühle, Johann Christian Kossack. Im Zuge der Ablösung mussten die Großbündner ein Drittel ihrer Acker- und Wiesenflächen an die Gutsherrschaft abtreten.[3]

Im Jahr 1840 lebten in Josephsbrunn 44 Einwohner in acht Wohngebäuden, im Jahr 1864 betrug die Zahl der Einwohner 98 in zwölf Wohngebäuden. Unter Verweis auf die Ortschronik von Roitz aus dem Jahr 1983 vermutet der Historiker Frank Förster, dass die Mehrzahl der dortigen Bauern größtenteils geborene Sorben war.[3]

Heutige Lage und Erinnerungsstätte

Als Erinnerungsstätte wurde in einem Kiefernwald auf der Josephsbrunner Höhe in Nähe der Hochkippe Pulsberg auf einer Baumscheibe mit weißer Farbe der Schriftzug „Josephsbrunner Höhe“ angebracht. Die Baumscheibe war im Jahr 2013 bereits stark verwittert.[5] Für Roitz existiert eine eigene Erinnerungsstätte.

Siehe auch

Literatur

  • Frank Förster: Verschwundene Dörfer im Lausitzer Braunkohlenrevier. 3., bearbeitete und erweiterte Auflage, Domowina-Verlag, Bautzen 2014, S. 121.

Einzelnachweise

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