Joshy Pottackal

indisch-deutscher römisch-katholischer Ordensgeistlicher, Weihbischof in Mainz From Wikipedia, the free encyclopedia

Joshy George Pottackal OCarm (* 30. April 1977 in Meenkunnam, Kerala, Indien) ist ein indisch-deutscher römisch-katholischer Ordensgeistlicher und Weihbischof in Mainz.

Wappen von Weihbischof Pottackal
Weihbischof P. Joshy Pottackal mit Stab und Mitra nach seiner Weihe am 15. März 2026 im Hohen Dom zu Mainz.

Leben

Joshy Pottackal besuchte ab 1992 ein Knabenseminar der Karmeliten in Indien. Später trat er der Ordensgemeinschaft der Karmeliten bei. Nachdem er das Noviziat absolviert hatte, legte er 1996 die erste Profess ab. Er studierte anschließend Philosophie am Calvary Institute of Philosophy and Religion der Kapuziner in Thrissur und Katholische Theologie am ordenseigenen Päpstlichen Athenäum Dharmaram Vidya Kshetram in Bangalore.[1] Am 28. Dezember 2003 empfing er in Thrissur das Sakrament der Priesterweihe.[2]

2004 kam Pater Joshy Pottackal nach Deutschland, wo er zunächst eine Sprachschule absolvierte und Kurse am Pastoralseminar der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster belegte.[1] Seither lebt Pottackal über zwanzig Jahre im Bistum Mainz.[3] 2005 war er als Kaplan und als Religionslehrer an einer Martinus-Schule in Mainz tätig. Anschließend wirkte er als Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Mainz (2005–2008) sowie als Pfarrvikar in den Pfarreien St. Pankratius in Mainz-Hechtsheim und St. Alban, St. Jakobus und Hl. Kreuz in Mainz-Oberstadt (2006–2008). 2009 ernannte der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann Pater Joshy Pottackal zum Pfarrer der Pfarreien Maria Immaculata in Hirschhorn (Neckar) und Herz Jesu in Neckarsteinach[2] sowie 2016 zusätzlich stellvertretender Dekan des Dekanats Bergstraße-Ost und 2021 schließlich kommissarischer Dekan.[1] In den Gemeinden am Neckar beschrieb er das kirchliche Leben auch im ländlichen Raum als deutlich international geprägt; bei Pfarrfesten gab es dort unter anderem polnische und indische Angebote.[3] Zugleich lebte mit dem Einzug indischer Karmeliten damit das Karmeliter-Kloster Mariä Verkündigung in Hirschhorn nach rund 200 Jahren wieder auf. Ab dem 1. November 2022 war Pottackal im Personaldezernat des Bistums Mainz als Personalreferent für die Priester tätig. Zudem wirkte er ab 2024 als Präfekt am Priesterseminar Mainz. Darüber hinaus gehörte er dem Priesterrat des Bistums Mainz als beratendes Mitglied an. Außerdem war er Mitglied des diözesanen Ordensrats.[1] Daneben fungiert Pottackal bereits seit 2016 als regionaler Superior der in Deutschland lebenden Mitglieder der Ordensprovinz St. Thomas der Karmeliten[2] und lebt seit 2022 im Karmeliter-Kloster Mainz.[1]

Am 26. November 2025 ernannte ihn Papst Leo XIV. zum Titularbischof von Ceramussa und zum Weihbischof in Mainz.[2] Als Weihbischof soll Pottackal zudem Bischofsvikar für die Ordensgemeinschaften werden.[1] Zugleich soll er den Mainzer Diözesanbischof entlasten, Pfarreien visitieren, Firmungen spenden und das Bistum repräsentieren.[3] Seit seiner Ernennung erhielt er vielfach Rückmeldungen von Katholiken mit Migrationsgeschichte, die seine Berufung als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur katholischen Kirche in Deutschland verstanden.[3] Bischof Peter Kohlgraf bezeichnete die Ernennung als starkes und wichtiges Zeichen in einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung und hob den weltkirchlichen Charakter der katholischen Kirche hervor.[3] Zudem wurde er zusammen mit Tonke Dennebaum am 15. Januar 2026 durch Bischof Peter Kohlgraf zum Domkapitular am Mainzer Dom ernannt. Die Einführung in dieses Amt ist für den 3. Mai 2026 geplant.[4] Seine bischöflichen Insignien sind bewusst schlicht gehalten; der Bischofsstab besteht aus Holz, und auch Brustkreuz sowie Bischofsring enthalten Holzelemente.[3] Die Bischofsweihe spendete ihm Bischof Peter Kohlgraf am Sonntag Laetare, 15. März 2026 im Hohen Dom zu Mainz in Anwesenheit des Erzbischofs von Bamberg, Herwig Gössl, und des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer sowie einiger Weihbischöfe. Mitkonsekratoren waren der Metropolit der Oberrheinischen Kirchenprovinz Erzbischof Stephan Burger und der Prälat von Itaituba in Brasilien, Bischof Wilmar Santin OCarm. Auch als Weihbischof will Pottackal weiter als Karmelit im Mainzer Karmeliterkloster leben.[3] Das Kloster mit derzeit acht Ordensbrüdern bezeichnet er als seine geistliche Familie; ein Leben allein in einer bischöflichen Residenz könne er sich nicht vorstellen.[3]

Pottackal ist der erste nicht in Europa geborene römisch-katholische Geistliche, der zum Bischof in einem deutschen Bistum ernannt wurde. Die Ernennung fiel in eine Zeit, in der in Deutschland von knapp 20 Millionen Katholiken rund 3,4 Millionen mindestens eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen.[3] Sie steht zugleich für die seit Jahren zunehmende Präsenz von Priestern und Ordensleuten aus Indien und afrikanischen Ländern in der katholischen Kirche in Deutschland.[3] Er besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.[5]

Wappen

Das Wappenschild ist in drei Felder gespalten.[6] Die verschiedenen Elemente symbolisieren die Identität und Beheimatung von Weihbischof Pottackal. Das heraldisch rechte Feld (für den Betrachter links) zeigt ein Speichenrad auf rotem Grund. Darunter ist der Buchstabe A für Alpha in der Malayalam-Schrift dargestellt. Durch das Mainzer Wappenrad und die rote Farbe ist der Bezug zur Stadt Mainz dargestellt. Im heraldisch linken Feld (für den Betrachter rechts) sind auf grünem Grund zwei Engelsflügel und der Buchstabe O für Omega, ebenfalls in Malayalam-Schrift zu sehen. Die Darstellung des Alpha und Omega in der Malayalam-Schrift stellt einen Bezug zur indischen Heimat und der Region Kerala her, aus dem der Weihbischof stammt.

Das Mainzer Rad ist die traditionelle Wappenfigur des Bistums Mainz und normalerweise dem Diözesanbischof vorbehalten. Bischof Peter Kohlgraf hat der Verwendung des Mainzer Rades im Wappen des Weihbischofs zugestimmt.

Die Engelsflügel verweisen auf den Taufnamen Mathai von P. Joshy Pottackal. Sie stehen für den geflügelten Menschen, der in der christlichen Ikonographie den Evangelisten Matthäus symbolisiert. Der grüne Hintergrund wurde als Reminiszenz an die üppige Natur im indischen Bundesstaat Kerala gewählt.

Die beiden zuvor beschriebenen Felder werden durch eine eingebogene silberne Spitze gespalten, die symbolhaft den Berg Karmel, den Weinberg Gottes, darstellen. In diesem Feld sind drei sechszackige schwarze Sterne enthalten, die dem Wappen des Karmeliterordens entlehnt sind. Hierdurch wird der Bezug zum Karmeliterorden hergestellt, dem Weihbischof Pottackal weiterhin angehört und in dem er spirituell verwurzelt ist.

Dem Wappenschild zugehörig sind das schlicht gehaltene goldene Kreuz sowie ein Schriftband mit dem Wahlspruch von Weihbischof Pottackal „Durch Vertrauen geführt“ nach Psalm 37, 5. Das Wappen ist umrahmt von einem grünen Pontifikalhut mit beidseitig je sechs an grünen Schnüren herabhängenden Quasten, die den Wappenträger als Bischof ausweisen.

Einzelnachweise

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