Julius Geißler
Dt. Maler, Lithograph und Photograph
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Leben
Julius Geißler wurde während der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover zur Zeit des Königreichs Hannover geboren als Sohn des in Göttingen tätigen Mineralogen August Geißler[1] aus Leipzig, einem Bruder des Kupferstechers Christian Gottfried Heinrich Geißler. Julius war der jüngere Bruder des Malers, Grafikers und Schriftstellers Robert Geißler.[4] Großvater mütterlicherseits war der ebenfalls in Göttingen tätige Maler und Universitätskupferstecher Heinrich Schwenterley.[2]

Bleistiftzeichnung Geißlers, um 1850; Lippische Landesbibliothek

Geißler lernte anfangs bei Heinrich Grape, dann bei Adolf Ehrhardt in Dresden. In der Folge unternahm er mehrere Studienreisen und ließ sich 1850 in Hamburg nieder,[5] wo er als vielbeschäftigter Bildnismaler tätig wurde. Dort malte er vornehmlich Miniaturen und Aquarelle, seltener Kreidezeichnungen, zumeist im Profil, Stücke, die vielfach nachgefragt wurden. Dabei entwickelte er wohl weniger einen ausgeprägten künstlerischen Ehrgeiz, sondern produzierte vor allem für den Massenbedarf.[4] Die hohe Nachfrage nach seinen treffend ähnlichen Porträts resultierte auch aus Geißlers Angeboten von seinerzeit einem preußischen Thaler pro Stück.[2]
1855 eröffnete Geißler in Hamburg ein fotografisches Atelier.[4][6] Er wurde Mitglied des Hamburger Künstlervereins.
Er schuf Lithografien nach seinen Aufnahmen, so beispielsweise 1859 vom Festzug der Schillerfeiern anlässlich des 100. Geburtstages von Friedrich Schiller.[4][7]

Die Gartenlaube, 1862
Ab etwa 1861 wirkte Geißler einige Jahre in Nürnberg, wo er zeitweilig mit seinem Bruder Rudolf Geißler zusammenarbeitete.[4] Die Gebrüder schufen beispielsweise die Lithografie Sänger-Festzug in Nürnberg am 22.7.1861.[1]
Später leitete er für „längere Zeit“ die Litographische Kunstanstalt J. G. Bach in Leipzig.[1] Anfang 1871 erhielt er Prokura.[8]
Nachdem er eine Weile in der Stadt Stolberg im Südharz gelebt hatte, zog Julius Geißler schließlich nach Hannover, wo er am 10. Oktober 1904 verstarb.[4]
Werke Geißlers finden sich beispielsweise im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und weiteren Museen der Stadt Nürnberg (MSTN), insbesondere Holzschnitte und Lithografien aus der Zeit von 1865 bis etwa 1869.[1]
Literatur
Neben Notizen des Hamburger Staatsarchivs sowie der Neffen des Künstlers, Wilhelm und Paul Geißler, sowie von C. G. Heise finden sich folgende Druckwerke:[4]
- Geisler, Freund August Julius. In: Hamburgisches Künstler-Lexikon. Bearbeitet von einem Ausschusse des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. 1, Hoffmann und Campe, Hamburg 1854, S. 84 (Digitalisat)
- Ernst Zimmermann: Geschichte der Lithographie in Hamburg. Festschrift zur Säkular-Feier der Erfindung der Lithographie in Hamburg, Juli 1896, hrsg. vom Ausschuss für die Ausstellung und Festschrift, und in dessen Auftrage verfasst ..., Hamburg: Lütcke & Wulff; 1896, S. 54[4]
- Geisler, Freund August Julius. In: Ernst Rump: Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung, Otto Bröcker & Co., Hamburg 1912, S. 43–44, (Digitalisat)
- Maike Bruhns: Geissler, (Freund August) Julius. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. Hrsg.: Familie Rump. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump. Ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 143
- Geißler, Julius (Freund August Julius). In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 13: Gaab–Gibus. E. A. Seemann, Leipzig 1920, S. 353 (Textarchiv – Internet Archive).
- Wilhelm Weimar: Die Daguerreotypie in Hamburg. In: Jahrbuch der hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten, Band XXXII (1914), Beiheft 1 (1915), S. 41, 59 (Digitalisat)
- Künstlerischer Nachlass der Illustratorenfamilie Geißler aus dem Besitz Marie Berg (= Auktionskatalog 23 Heilbron, Berlin 25. 2. 1913), Nrn. 26–28, 49, 185,[4] (urn:nbn:de:bsz:16-diglit-233474)
- Katalog zur Ausstellung deutscher Kunst des 19. Jahrhunderts, Leipzig, November–Dezember 1915[4]
- Katalog zur Ausstellung Bildnisminiaturen, Hannover 1918[4]