Julius Künzel
deutscher Stadtrat
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Gustav Julius Reinhold Künzel (* 25. Dezember 1854 in Kottmarsdorf bei Löbau; † 3. September 1904 in Wurzen) war ein deutscher Redakteur und Stadtrat.[1]
Leben
Julius Künzel war wohnhaft in Leipzig, wo er der Redaktion des Vorwärts angehörte, dann die Fackel redigierte und später bei dem Rechtsanwalt Puttrich tätig war. Auch übte er den Beruf Kopist und Expedient in Leipzig aus.[2]
Im Juli und August 1878 wurden einige Ausgaben der Fackel und des Vorwärts wegen mehrerer unter seiner Verantwortlichkeit in diesen Zeitschriften veröffentlichter Artikel bzw. Gedichte wegen Majestätsbeleidigung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Vergehen gegen die öffentliche Ordnung konfisziert und Künzel zu einer neunmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.[3]
Nach 1882 übersiedelte er nach Wurzen, nachdem er aus Leipzig ausgewiesen worden war. Dort übernahm er die Zweigstelle des Anwaltsbüros von Puttrich als Bürovorsteher. In Wurzen gelangte er ins Stadtverordneten-Kollegium, wurde in demselben zum Vizevorsteher und schließlich 1894 zum Stadtrat gewählt. Dieses Ehrenamt bekleidete er bis 1900. Künzel kandidierte seinerzeit auch bei der Landtagswahl im 20. ländlichen Wahlkreis.[4]
Julius Künzel war in den 1880er Jahren einige Zeit der einzige sozialdemokratische Stadtrat in Sachsen.[5]
Er war auch mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht befreundet. Die beiden kamen oft ins Wurzener Land und hielten heimliche Beratungen mit Sozialdemokraten ab. Das förderte nachhaltig den Einfluss der Sozialdemokratie auf die Wurzener Arbeiterschaft.[6]
Sein Bruder Ernst Künzel war Leiter der stenographischen Sektion des Arbeiterbildungsvereins, sowie Vorsteher des Gabelsberger Stenographenvereins in Leipzig. Er wurde nur dreißig Jahre und starb an der Schwindsucht.[7]
Nach Julius Künzel benannte Straße
Seit 1954 ist die Julius-Künzel-Straße in Wurzen nach ihm benannt.