Julius Shiskin

US-amerikanischer Ökonom From Wikipedia, the free encyclopedia

Julius Shiskin (* 13. Oktober 1912 in New York City; † 28. Oktober 1978) war ein US-amerikanischer Ökonom. Er ist bekannt für seine Beiträge zur Festlegung von Regeln im Bereich der Wirtschaftsstatistik. Seine 1974 veröffentlichte inoffizielle Faustregel zur Definition einer Rezession wird von vielen nach wie vor als offizielle Definition angesehen. Er war von 1973 bis zu seinem Tod Leiter des Amtes für Arbeitsmarktstatistik in den USA (Bureau of Labor Statistics).[1]

Julius Shiskin

Familie und Ausbildung

Shiskin absolvierte seine Schullaufbahn in New Jersey und ging anschließend auf die Rutgers University, die er mit einem Master abschloss.[2] Er war mit Frances Levine verheiratet und hatte zwei Töchter[2], Laura und Carol.

Karriere

Shiskin lehrte zwischen 1934 und 1938 Wirtschaftswissenschaften und Statistik an der Rutgers University. Von 1938 bis 1942 arbeitete er als Mitarbeiter des National Bureau of Economic Research und von 1942 bis 1945 war er Chefökonom des War Production Board.[1]

1945 trat er in das Bureau of Census ein, wo er die Positionen des Leiters der Abteilung für Wirtschaftsforschung und -analyse und des stellvertretenden Direktors für Programmplanung und -bewertung bekleidete. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer computergestützten Technik zur saisonalen Anpassung von Wirtschaftszeitreihen und leistete einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Programms für Konjunkturstatistiken. Shiskin trat 1969 in das Office of Management and Budget ein und übernahm 1973 die Rolle des Beauftragten für Arbeitsstatistik.[1]

Shiskin fungierte als Berater für die OSZE, die Vereinten Nationen und den IWF.[2]

Definition von Rezession

In einem Kommentar in der New York Times im Jahr 1974 schrieb Shiskin:

Die Definition einer Rezession durch das Bureau of Labor Statistics ist jedoch nur einer kleinen Anzahl von Spezialisten für Konjunkturzyklen bekannt. Viele Menschen verwenden eine viel einfachere Definition – einen Rückgang des realen BIP über zwei Quartale. Diese Definition ist zwar vereinfacht, hat sich in der Vergangenheit jedoch bewährt.[3]

Viele vertreten seitdem die Ansicht, dass diese Faustregel der zwei Quartale die offizielle Definition einer Rezession ist.[4] In den USA verkündet jedoch das Business Cycle Dating Committee des National Bureau of Economic Research seit 1978 den Beginn und das Ende von Rezessionen, die es als „einen signifikanten Rückgang der Wirtschaftstätigkeit, der sich über die gesamte Wirtschaft erstreckt und länger als ein paar Monate andauert“ definiert und dabei die Tiefe, Ausbreitung und Dauer des Rückgangs untersucht.[5]

Einzelnachweise

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