Julya Rabinowich

österreichische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Julya Rabinowich (* 1970 als Julija Borissowna Rabinowitsch, Юлия Борисовна Рабинович, Betonung: Rabinówitsch, in Leningrad, Sowjetunion) ist eine österreichische Schriftstellerin, Kolumnistin, Dramatikerin, Malerin und Dolmetscherin.

Rabinowich stellte 2016 ihren Roman Krötenliebe auf der Leipziger Buchmesse vor

Leben

Julya Rabinowich ist die Tochter der Künstlerin Nina Werzhbinskaja-Rabinowich und des Malers Boris Rabinovich[1], mitunter auch Rabinowich geschrieben,[2] (1938–1988), dessen Werk sie 2013 im Jüdischen Museum Wien ausstellte.[3] Sie kam im Jahr 1977 aus der Sowjetunion nach Wien.

Sie studierte von 1993 bis 1996 an der Universität Wien Dolmetsch (Russisch/Deutsch)[4] und begann 1998 ein Studium an der Universität für Angewandte Kunst Wien mit Schwerpunkt Malerei und Philosophie, das sie 2006 mit dem Diplom abschloss.

Rabinowich arbeitete von 2006 und bis 2012 im Rahmen von Psychotherapiebehandlungen als Dolmetscherin für Hemayat und den Diakonie-Flüchtlingsdienst mit Flüchtlingen. Von 2012 bis 2018 schrieb sie die Kolumne geschüttelt nicht gerührt in der Tageszeitung Der Standard; seit 2015 schreibt sie, ebenfalls im Standard, die Kolumne Einserkastl. Julya Rabinowich schreibt außerdem regelmäßig für den Kurier und Die Zeit.

2011 war Rabinowich mit einem Auszug aus ihrem Roman Die Erdfresserin nominiert für den Bachmannpreis.

Im Jahr 2013 kuratierte Rabinowich eine Kunstausstellung für das Jüdische Museum in Wien, in der die Werke ihres Vaters Boris Rabinovich vorgestellt wurden.[5] Rabinowich lebt und arbeitet als Autorin, Dramatikerin und Malerin in Wien.[6]

Der Film Herzjagen (2019) von Elisabeth Scharang basiert auf dem Roman Herznovelle von Julya Rabinowich, die im Film einen Cameo-Auftritt hat.[7]

Übersetzungen ihrer Romane gibt es auch auf Englisch, Italienisch, Kroatisch, Mazedonisch und Japanisch. So erschien Rabinowichs Roman Spaltkopf 2011 in einer englischen Übersetzung bei Portobello Books und ihr Roman Dazwischen: Ich im Jahr 2022 bei Anderson Press. Dieser Roman war bereits 2021 in einer italienischen Übersetzung bei Besa muci erschienen, inzwischen liegt er auch in einer mazedonischen Übersetzung vor. Im Jahr 2024 erschien Dazwischen: Ich auch in Japan. Der Spaltkopf liegt auch auf Kroatisch vor.

Mit Dazwischen: Wir wurde die Geschichte um Madina aus Dazwischen: Ich inzwischen fortgesetzt und erschien ebenfalls auf Italienisch; im Jahr 2023 erschien ein weiteres Buch mit Madina als Protagonistin, Der Geruch von Ruß und Rosen.

Im Juni 2022 war Rabinowich Gründungsmitglied des PEN Berlin.[8] Im Dezember 2022 wurde sie bei der ersten Mitgliedsversammlung ins Board des Verbands gewählt.[9] Im Oktober 2023 ist sie aus dem Board zurückgetreten.

Per 1. Januar 2024 wurde Julya Rabinowich als Beirätin im „Gegenrechtsschutz“ der Stiftung COMÚN bestellt, ist aber aus dieser wenige Monate später wieder ausgetreten.[10]

Im Juli 2024 kam es zu einer Kontroverse nach einem Tweet von Julya Rabinowich auf X, der sich gegen Elon Musk richtete, nachdem berichtet worden war, dass Musk Trump-Supporter finanziell unterstütze. Dieser Tweet wurde vielfach in vor allem rechten Medien fälschlich in einen Zusammenhang mit dem Trump-Attentat gebracht.

Das am 27. Januar 2026 erschienene neue Jugendbuch Mo & Moritz wurde sofort zum Erscheinen als Jugendbuch des Monats von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Christine Knödler hält in ihrer postivien Kritik in der Süddeutschen Zeitung hervor: „Es ist ein Spiel mit Erwartungen und Zuschreibungen, mit Sehnsucht, Angst und Vorurteil“.[11]

Werke

Rabinowichs Werk Töchter und Söhne im Skulpturenpark Verditz[12]

Theater und Uraufführungen

  • 2007: nach der Grenze, WUK, Wien
  • 2008: Romeo + Julia, Schauspielhaus Wien
  • 2008: Orpheus im Nestroyhof, Theater Nestroyhof Hamakom, Wien
  • 2009: Fluchtarien. Monolog für drei Stimmen und eine Tastatur, Volkstheater, Wien
  • 2010: Stück ohne Juden, Volkstheater, Wien
  • 2010: Auftauchen. Eine Bestandsaufnahme, Volkstheater, Wien
  • 2014: Tagfinsternis, Landestheater Niederösterreich, Regie Martin Schleinzer
  • 2018: Surfacing: An Inventory of Helplessness, Expats Theatre Washington DC

Romane

Auszeichnungen und Stipendien

Einzelnachweise

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