Junko Mihara

japanische Schauspielerin, Politikerin und Ministerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Junko Mihara (japanisch 三原 じゅん子 Mihara Junko; * 13. September 1964 in Itabashi) ist eine japanische Schauspielerin, ehemalige Rennfahrerin und Politikerin (LDP). Von 2024 bis 2025 war sie Ministerin für Frauenförderung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Kabinetten Ishiba I und Ishiba II.

Junko Mihara (um 2022)

Leben und Wirken

Künstlerische Karriere

Bevor Mihara sich der Politik widmete, war sie zunächst als Schauspielerin aktiv. Bereits in der Schule war sie Teil einer Theatergruppe und spielte erste Rollen in Fernsehserien. 1979 gab sie ihr Schauspieldebüt in der Drama-Serie Moero Attacks. Im selben Jahr spielte sie die Rolle der Reiko Yamada in der Serie Kinpachi-sensei, mit der sie national bekannt wurde. 1980 veröffentlichte sie mit Sexy Night ihre erste und erfolgreichste Single. In den folgenden Jahren veröffentlichte sie eine Anzahl weiterer Titel und trat 1982 beim Kōhaku Uta Gassen auf.[1] 1984 gründete sie eine Rockband, mit der sie in den folgenden Jahren vereinzelt auftrat, und schrieb unter dem Pseudonym Reiko Yamada – einer Anspielung auf ihren vorigen Rollennamen – Liedtexte auch für andere Künstler.[2]

Ab 1987 betätigte Mihara sich auch als Rennfahrerin, unter anderem bei der japanischen Tourenwagenmeisterschaft, der Super GT, den Super Taikyu Series und dem 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps. Sie fuhr dabei hauptsächlich Modelle von Toyota und Honda, unter anderem einen Toyota MR2, einen Toyota Cavalier, einen Honda Prelude und einen Honda Integra. Ihre Schauspielkarriere setzte sie indessen fort und trat vor allem in japanischen Fernsehfilmen und -serien auf. 2005 spielte sie in 87 Folgen der japanischen Fernsehserie Faito mit, 2006 in 14 Folgen der Serie Kômyô ga tsuji. Es folgten weitere Auftritte in Fernsehfilmen, bis sie 2008 bekannt gab, an Gebärmutterhalskrebs erkrankt zu sein. Sie überwand die Krankheit und begann, sich für die Aufklärung über die Krankheit und in Pflegeeinrichtungen zu engagieren. Ihre bis dato letzte Rolle spielte sie im 2011 erschienenen Fernsehfilm 3-nen B-gumi Kinpachi sensei, einer Reunion-Auflage der Fernsehserie.

Politik

Junko Mihara im Oberhaus (2025)

Im April 2010 verkündete Mihara, bei der Wahl zum Sangiin anzutreten.[3] Es gelang ihr, für die LDP einen Sitz im Oberhaus zu erringen. Im Oktober 2013 wurde sie zur Direktorin des Frauenbüros der LDP gewählt.[4] Im Sengiin gehörte sie dem Ausschuss für Gesundheit, Arbeit und Soziales an, zu dessen Vorsitzender sie 2016 ernannt wurde. Im Juli 2016 konnte sie ihren Oberhaussitz verteidigen, auch wenn sie nunmehr für den Wahlkreis Kanagawa antrat. In der Folge hatte sie den Vorsitz des Sonderausschusses für Verbraucherschutz inne. 2019 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden der Zweiten Kabinettsabteilung ernannt und war damit unter anderem verantwortlich für die Transpazifische Partnerschaft und das Freihandelsabkommen EU-Japan.[5] Im September 2020 wurde sie als stellvertretende Ministerin für Gesundheit, Arbeit und Soziales berufen; hier war sie insbesondere für die Bereich Kinderbetreuung und Renten zuständig.[6] Insbesondere hatte sie sich mit der zunehmenden Überalterung der japanischen Gesellschaft zu befassen und setzte sich dafür ein, Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen eine bessere gesundheitliche Versorgung angedeihen zu lassen.[7] Dieses Thema vertrat sie ab November 2021 in offizieller Funktion, als sie zur Sonderberaterin des Ministers für Maßnahmen zur Bekämpfung des Geburtenrückgangs ernannt wurde.[8] Bei der Sangiin-Wahl 2022 konnte sie ihren Sitz im Oberhaus abermals verteidigen.[9] Im neu konstituierten Oberhaus übernahm sie den Vorsitz des Sonderausschusses für offizielle Entwicklungshilfe sowie für Fragen zu Okinawa und den Nordterritorien und ab Oktober 2023 auch den Vorsitz des Umweltausschusses.

Junko Mihara im Kabinett Ishiba I.

Im Oktober 2024 wurde Mihara als eine von nur zwei Frauen in das Kabinett von Shigeru Ishiba berufen.[10] SIe übernahm das Ressort für Frauenförderung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihre bisher ausgeübte Tätigkeit zur Ergreifung von Maßnahmen gegen sinkende Geburtenraten behielt sie in dieser Funktion bei und erhielt somit Ministerrang. Auch im nach den eigentlich verlorenen Parlamentswahlen gebildeten Kabinett Ishiba II behielt sie ihren Posten bei. Allerdings wurde ihr im August 2025 vorgeworfen, 2009 an einer Silvesterparty der Yakuza teilgenommen zu haben.[11] Ohne dass die Vorwürfe bestätigt oder widerlegt worden wären, wurde Mihara bei der im Oktober 2025 notwendig gewordenen Regierungsumbildung und dem so gebildeten Kabinett Takaichi I nicht mehr berücksichtigt.[12]

Filmografie (Auswahl)

  • 1979: 3-nen B-gumi Kinpachi Sensei (Fernsehserie)
  • 1980: Go Go! Cheergirl (Fernsehserie)
  • 1980: Chichi yo haha yo!
  • 1980: Denshi Sentai Denjiman (Fernsehserie, 2 Folgen)
  • 1981: Fubo no gosan (Fernsehserie)
  • 1982: Haithîn bugi
  • 1982: Ah! Nomugi toge - Shinryokuhen
  • 1983: Aitsu to lullaby
  • 1983: Nihonkai daikaisen: Umi yukaba
  • 1983: Chichi to ko
  • 1984: Kyôtarô Nishimura's Travel Mystery 5
  • 1986: Kyabarê
  • 1987: Sagano no yado
  • 1988: Hagure keiji: Junjôha (Fernsehserie, 1 Folge)
  • 1988: Kyôtarô Nishimura's Travel Mystery 13
  • 1992: Kawachi zankyo-den: Shamo
  • 1993: The Totsugawa Keibu Series 2
  • 1995: Manjimai 2: Yôen sanjo nure emaki
  • 1999: Suzuran (Fernsehserie)
  • 2000: Macchi pointo! (Fernsehserie)
  • 2000: Suzuran - Shoujo Moe no monogatari
  • 2002: The Last Gurentai
  • 2002: Keisatsui Hanai Gorô no satsujin karute Kôbe: Edogawa satsujin suiro
  • 2005: Kaseifu Haruko: Tanin no fukô wa mitsu no aji - Yome shûtome satsui no setten
  • 2005: Faito (Fernsehserie, 87 Folgen)
  • 2005: Ue o muite arukô - Sakamoto Kyû monogatari
  • 2006: Takaya Kamikawa and Yukie Nakama in Kômyô ga tsuji (Fernsehserie, 14 Folgen)
  • 2007: Manbiki G men nikaidô yuki 15: Jukunen rikon
  • 2008: Mahounoiland Teddy Bear
  • 2008: Rokkunrôru daietto
  • 2008: Joshi keimusho higashi 3 gô tô 7
  • 2009: Benten-dôri no hitobito
  • 2010: Aete yokatta
  • 2011: 3-nen B-gumi Kinpachi sensei: Final

Motorsport-Statistik

24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1992 JapanJapan Toyota Racing Toyota MR2 SW20 JapanJapan Masahiro Matsunaga JapanJapan Hideo Uehara Ausfall Motorschaden
1994 JapanJapan Team Tom's Toyota Corolla JapanJapan Masahiro Matsunaga JapanJapan Satoshi Yamaguchi Rang 16
1995 JapanJapan Toyota Corolla Yamaguchi Toyota Corolla JapanJapan Michiko Okuyama JapanJapan Kumi Satou Rang 19
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Commons: Junko Mihara – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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