Jürgen Popp
Hochschullehrer, Inhaber des Lehrstuhls für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
From Wikipedia, the free encyclopedia
Jürgen Popp (* 1966 in Dinkelsbühl) ist ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2006 ist er wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Institut für Photonische Technologien.
Leben und Wirken
Popp studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo er 1992 mit einer Arbeit über Raman-Streuung diplomiert wurde. Anschließend erforschte Popp am Institut für Physikalische Chemie bei Wolfgang Kiefer die Lichtstreuung an sphärischen Mikropartikeln und wurde 1995 an der Universität Würzburg promoviert.[1] Für seine Dissertation erhielt er den Fakultätspreis.[2] Danach war er als DFG-Stipendiat für ein Jahr an der Yale University, New Haven, USA. Im Jahr 2001 habilitierte er sich an der Universität Würzburg. 2002 erhielt er einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Physikalische Chemie an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2006 ist er außerdem wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Institut für Photonische Technologien.[3]
Popp koordiniert das Europäische Exzellenznetzwerk Photonics4Life, ist Sprecher des BMBF-Forschungsschwerpunkt Biophotonik, Mitglied des BMBF-Programmausschuss Optische Technologien, Aufsichtsratsmitglied der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena mbH, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der JENOPTIK AG, Mitglied des Hochschulrats der EAH Jena und Herausgeber der Zeitschrift Journal of Biophotonics. Er hält mehrere Patente im Bereich spektroskopischer Instrumentation.[4]
Er ist Principal Investigator und Board Member des Cluster of Excellence Balance of the Microverse.[5]
Forschungsschwerpunkte
Popp forscht im Bereich der Biophotonik, insbesondere zur Entwicklung und Anwendung Raman-basierter Methoden zur Beantwortung biomedizinischer Fragen. Dazu gehören die Identifizierung von Pathogenen und geringkonzentrierten Molekülen, wie Drogen oder Metaboliten, sowie die Beurteilung von Zell- und Gewebeproben zur Krebsfrüherkennung.[6] Er verbindet dabei Grundlagenforschung in laserbasierten Spektroskopie- und Bildgebungsverfahren mit der Anwendung in klinisch nutzbaren diagnostischen und therapeutischen Technologien.[3]
Auszeichnungen
Seit 2009 ist er Fellow of the Society for Applied Spectroscopy und seit 2012 SPIE Fellow. 2012 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Babeș-Bolyai-Universität Cluj, Rumänien verliehen und 2013 erhielt er den Robert Kellner Lecture Award. 2018 wurde Popp sowohl mit dem Berthold Leibinger Innovationspreis als auch mit dem Kaiser-Friedrich-Forschungspreis ausgezeichnet, 2019 mit dem Thüringer Forschungspreis. Ebenfalls 2019 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech)[7] gewählt. 2023 erhielt er den Charles Mann Award der amerikanischen Federation of Analytical Chemistry and Spectroscopy Societies für herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Spektroskopie.[8] 2024 wurde er für seine herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der optischen Gesundheitstechnologien zum Ehrenprofessor an der Wuhan Textile University in China (WTU) ernannt.[9] Er erhielt den SPIE Biophotonics Technology Innovator Award 2026, weil seine Forschung die photonische Diagnostik technologisch wie konzeptionell weiterentwickelte und für klinische Anwendungen nutzbar machte.[10] Im Februar 2026 wurde er außerdem mit dem Ellis R. Lippincott Award ausgezeichnet, der gemeinsam von Optica, der Coblentz Society und der Society for Applied Spectroscopy vergeben wird.[3]
Weblinks
- Literatur von und über Jürgen Popp im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Profil an der Universität Jena