Kaiserkrone (Berg)
Berg in der Sächsischen Schweiz
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Die Kaiserkrone bei Schöna im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist eine 350,8 m ü. NHN[1] hohe Erhebung in der Sächsischen Schweiz.
| Kaiserkrone | ||
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| Blick zur Kaiserkrone vom Zirkelstein | ||
| Höhe | 350,8 m ü. HN | |
| Lage | Sachsen (Deutschland) | |
| Gebirge | Elbsandsteingebirge | |
| Koordinaten | 50° 53′ 10″ N, 14° 13′ 5″ O | |
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| Gestein | Sandstein Stufe c3 | |
| Alter des Gesteins | Oberer Turon | |
Lage und Umgebung
Die Kaiserkrone befindet sich ca. 5,5 km (Luftlinie) südöstlich von Bad Schandau im linkselbischen Teil der Sächsischen Schweiz. Unmittelbar südwestlich des Berges liegt der Ortsteil Schöna der deutschen Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna. Etwa 1 km südlich befindet sich der Zirkelstein. Östlich des Berges liegt das Elbtal mit der tschechischen Gemeinde Hřensko (Herrnskretschen).
Name
Die Namensgeschichte der Kaiserkrone ist weniger eindeutig, als beim benachbarten Zirkelstein. Die erste urkundliche Erwähnung des Berges erfolgte 1592 als Galitzstein im Rahmen der von Matthias Oeder durchgeführten ersten kursächsischen Landesaufnahme. Weitere Bezeichnungen sind als Sattelstein (1720), Golzenstein (1795) und Kahlstein bzw. Gallstein (als falsche Überlieferung von Kahlstein) (1804) überliefert. Aufgrund der fehlenden Bewaldung war der Name Kahlstein lange Zeit gebräuchlich. Wegen der Ähnlichkeit der drei Felspartien mit den Zacken einer Krone setzte sich im 19. Jahrhundert die heutige Bezeichnung als Kaiserkrone durch, nachdem der Berg auch vereinzelt als Kronenberg bezeichnet wurde.[2]
Im 19. Jahrhundert tauchte, wie schon über 100 Jahre vorher auch für den benachbarten Zirkelstein, vereinzelt die Bezeichnung Zahnstein auf. Dies geht auf eine Sage zurück, nach welcher der Berggeist Rübezahl sich bei einem Besuch im Elbsandsteingebirge den Kopf am Großen Zschirnstein gestoßen und bei Schöna zwei Zähne verloren hat, welche die Berge Zirkelstein und Kaiserkrone bildeten.[3]
Geschichte
Die touristische Erschließung des Berges erfolgte vergleichsweise spät erst 1885 durch die Ortsgruppe Schöna des Vaterländischen Gebirgsvereins Saxonia, welcher Zugänge, Geländer und Bänke installierte. Auf dem mittleren Felsen wurde eine größere Wetterfahne aufgestellt. Ein Vereinsmitglied gestaltete verschiedene Tierfiguren als Holz und Sandstein. Davon blieben am südlichen Felsen zwei liegende Löwenfiguren bis heute erhalten.
Am südlichen Fuß der Kaiserkrone befinden sich mehrere Sandsteinfelsen von charakteristischer Gestalt, die man im Skizzenbuch von Caspar David Friedrich wiederfand, die er bei einem Besuch auf der Kaiserkrone zeichnete und später in seinem Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ als Untergrund für den Wanderer verwendete.
In unmittelbarer Nachbarschaft des Friedrich-Motivs befindet sich ein Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege.
Geologie
Es handelt sich um einen stark abgeschliffenen und zerklüfteter Rest eines Tafelberges, der sich gemeinsam mit dem benachbarten Zirkelstein etwa 50 Meter über der Ebenheit von Schöna erhebt. Im Vergleich zu den anderen Tafelbergen der Sächsischen Schweiz ist die Erosion weit vorangeschritten und hat den Berg durch tiefe Einschnitte in drei einzelne, besteigbare Felspartien gegliedert. Die Sandsteine bestehen aus den Stufen c3 und d, welche in der geologischen Zeitskala in die Stufe Coniac der Kreide eingeordnet werden. Die Felsen sitzen auf einer mit Wald bestandenen Schutthalde der Stufe c aus dem oberen Oberturon auf. In neueren Publikationen werden diese Sandsteine auch als Schrammsteinschichten bezeichnet.
Weg zum Gipfel
Die Kaiserkrone liegt am Caspar-David-Friedrich-Weg, einem um Krippen, Reinhardtsdorf und Schöna verlaufenden Rundweg. Der Aufstieg zum Gipfel erfolgt von Schöna aus über einen rot markierten Wanderweg. Dieser führt zur Westseite der Gipfelfelsen und über die Einschnitte zwischen dem südlichen und mittleren bzw. mittleren und nördlichen Gipfelteilen über Leitern und Stufen auf die jeweiligen Felsen hinauf. Am Zugang zur Kaiserkrone ist der Caspar-David-Friedrich-Weg identisch mit dem Malerweg, dem Hauptwanderweg der Sächsischen Schweiz.
Aussicht
Vom Gipfel der Kaiserkrone bietet sich aufgrund der isolierten Lage eine umfassende Rundsicht. Der Blick reicht
- in Richtung Osten: über die Elbe zum Einschnitt des Kamnitztales zu den Wäldern der Böhmischen Schweiz mit den Felswänden um das Prebischtor, zum Růžovský vrch (Rosenberg) hin zum Lausitzer Gebirge mit dem Studenec (Kaltenberg),
- in Richtung Norden: über die Elbe auf die Kette der Schrammsteine und den Großen Winterberg,
- in Richtung Westen: auf die Tafelberge der linkselbischen Sächsischen Schweiz,
- in Richtung Süden und Südwesten: auf den Zirkelstein und die beiden Zschirnsteine.
Galerie
- Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer
- Felsengruppe am Aufstieg, die als Vorlage für das Postament des Wanderers im Gemälde Der Wanderer über dem Nebelmeer diente
- Darstellung auf dem Oberreitschen Atlas 1821/22 mit der Bezeichnung "Kaiserkrone oder der kahle Stein"
- Kaiserkrone vom Fuß des Zirkelsteins gesehen
- Weg zum nördlichen Gipfelfelsen
- Blick vom Gipfel über das Elbtal zu den Schrammsteinen
- Blick vom Gipfel zum Zirkelstein (rechts) und zum Rosenberg (links)
- Eine der beiden Löwen-Skulpturen am südlichen Gipfelfelsen
Literatur
- Zwischen Sebnitz, Hinterhermsdorf und den Zschirnsteinen (= Werte der deutschen Heimat. Band 2). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1959.
- Alfred Meiche: Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna. Dresden 1927 (Digitalisat)
- Peter Rölke (Hrsg.): Wander- und Naturführer Sächsische Schweiz Band 2. Berg- und Naturverlag Rölke, Dresden 2013, ISBN 978-3-934514-09-6.
