Kalisty
Dorf in Polen
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Kalisty (deutsch Kallisten) ist ein Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen. Die Ortschaft gehört zur Gmina Świątki (Gemeinde Heiligenthal) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein).
| Kalisty | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Olsztyn | |
| Gmina: | Świątki | |
| Geographische Lage: | 53° 55′ N, 20° 12′ O | |
| Einwohner: | 140 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 11-008 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 89 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NOL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 530: Dobre Miasto ↔ Zajączkowo–Łukta–Ostróda/S 7 | |
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Geographische Lage
Kalisty (Kallisten) liegt im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, dem südlichen Teil der historischen Provinz Ostpreußen. Der Ort befindet sich unmittelbar an der Grenze zwischen den Landschaften Oberland und Ermland. Die Pasłęka (Passarge) fließt durch den Ort.
Die Entfernung zwischen Kalisty und seiner ehemaligen Kreisstadt Morąg (Mohrungen) beträgt 17 Kilometer[2]. Zur jetzigen Kreisstadt, der Hauptstadt Ermland-Masurens, Olsztyn (Allenstein) liegt die Entfernung bei 25 Kilometern[2]. Świątki ist 3 Kilometer[2] entfernt.
Geschichte
Ortsgeschichte
Auf dem Ortsgebiet existieren sechs archäologische Fundstellen mit frühmittelalterlicher Keramik[3], somit noch aus der Zeit der Prußen.
Das Dorf Kallisten existierte bereits zur Ordenszeit und gehörte zum Kammeramt Liebstadt innerhalb der Komturei Elbing[3]. Im Zinsbuch des Ordens aus dem Jahr 1448 wurden die zwei Orte Cleyne Koliste und Grosze Kolisten vermerkt, aus denen später der heutige Ort entstand.
In der Zeit des Königreich Preußens war das Dorf Kallisten ein adliges Gut im Besitz der Familie von der Groeben.
Während des Vierten Koalitionskrieges kam es 1807 zwischen Guttstadt und Kallisten zur Schlacht bei Guttstadt-Deppen.
Mit der Schaffung der preußischen Amtsbezirke 1874 gehörte Kallisten als Gutsbezirk zunächst zum Amtsbezirk Seubersdorf und mit dessen Auflösung im Jahr 1882 zum Amtsbezirk Waltersdorf[4].
Mit der Reform des preußischen Gemeindeverfassungsrechts vom 27. Dezember 1927 wurde die Auflösung aller Gutsbezirke festgelegt. Am 30. September 1928 wurden die beiden Gutsbezirke Kallisten und Kloben in die Landgemeinde Käbers eingegliedert. Die erweiterte Landgemeinde Käbers wurde dabei in Landgemeinde Kallisten umbenannt. Durch die Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde der Ort von da an als Gemeinde Kallisten bezeichnet.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Kallisten als Teil des südlichen Ostpreußens Polen zugeschlagen. Es folgte die Vertreibung der deutschen Einwohner und die Ansiedlung von Polen. In dieser Folge erhielt der Ort seinen heutigen Namen Kalisty.
Einwohnerzahlen
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1820 | 74 |
| 1885 | 189 |
| 1905 | 104 |
| 1910 | 118 |
| 1933 | 307 |
| 1939 | 353 |
Kirche
Evangelisch
Der Ort Kallisten gehörte zum Kirchspiel Reichau und war dort einer der Schulorte[5].
Katholisch
Das katholische Kirchspiel von Kallisten befand sich in Liebstadt und gehörte dort zur Pfarrei Heilig Kreuz. Es war Teil des Dekanat Wormditt im Bistum Ermland[6].
Persönlichkeiten
- Otto von der Groeben (1797–1856), deutscher Rittergutbesitzer und Politiker
