Kalte-Rinne-Viadukt

Viadukt der Semmeringbahn in Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Kalte-Rinne-Viadukt ist eine zweigleisige Eisenbahnbrücke auf der Ostrampe der Semmeringbahn im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Es befindet sich bei Bahnkilometer 98,79.

Schnelle Fakten
Kalte-Rinne-Viadukt
Kalte-Rinne-Viadukt
Kalte-Rinne-Viadukt
Railjet der ČD bei der Bergauffahrt auf dem Kalte-Rinne-Viadukt
Überführt Semmeringbahn
Querung von Kalte Rinne
Ort Breitenstein
Konstruktion zweigleisige Bogenbrücke
Gesamtlänge 182 m
Höhe 46 m
Baubeginn 1850
Fertigstellung 1853
Lage
Koordinaten 47° 39′ 26″ N, 15° 48′ 20″ O
Kalte-Rinne-Viadukt (Österreich)
Kalte-Rinne-Viadukt (Österreich)
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Beschreibung

Das Viadukt besteht aus einer zweigeschoßigen Bogenbrücke mit oben zehn und unten fünf gleichgroßen Bogen.[1][2] Baumaterial war Ziegelmauerwerk. Mit einem Kreisdurchmesser von rund 800 m macht die Trasse im Bereich der Brücke einen Kreisbogen von 193,5°, die Steigung beträgt 17 ‰.[3] Beim damaligen Stand der Technik war der Bau der Brücke sowohl von der nicht-geraden Linienführung als auch von den örtlichen Gegebenheiten her eine große Herausforderung. Das Viadukt ist mit zahlreichen schmückenden Elementen versehen, so hat es Rosetten über den Pfeilern, Gesimse u. a. beim Übergang von Pfeiler zu Bogen und andersfarbige Steine zur Bogenumrandung. Wie auch bei den anderen ebenfalls zweigeschoßigen Viadukten entlang der Strecke fällt der mit Schmuck verzierte Baustil auf, der nach Auffassung von einigen Autoren an Palastbauten in Venedig erinnert.[4] Der Erbauer der Semmeringbahn, Carl von Ghega, stammte aus Venedig. Die Semmeringbahn war die erste normalspurige Gebirgsbahn Europas für Adhäsionsantrieb. Die Bahn gehört seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach Osten schließt sich unmittelbar an die Brücke der 337 m lange Polleros-Tunnel an. Nach Westen steht neben der Strecke ein ehemaliges Bahnwärterhaus, das heute zu Ehren von Carl von Ghega als Museum genutzt wird.[5]

Unter strenger Beachtung der Denkmalschutzvorgaben wurde im Jahr 2023 die untere Ebene bei laufendem Betrieb aufwendig saniert. Die Steine der Brüstungsmauer wurden nummeriert, danach einzeln entfernt, von einem Steinmetz saniert und anschließend an der alten Stelle in das Bauwerk wieder eingesetzt. Durch den Einbau von Stahlbetonplatten wurde die Brücke ertüchtigt, eine Entwässerung für das Tragwerk wurde eingebaut und es wurden Anker zur Verbesserung der Stabilität gesetzt.[6] 2026 werden die Bauarbeiten fortgesetzt und die obere Ebene saniert, was zeitweise zu eingleisigem Betrieb zwischen Semmering und Breitenstein führt.[7]

Abbildungen

Das Viadukt zusammen mit dem Bergpanorama im Hintergrund wird vielfach abgebildet. Es zierte u. a. den ab 1967 gültigen österreichischen 20-Schillingschein[8][9] sowie aus Anlass des UNESCO-Weltkulturerbes eine österreichische Briefmarke zu 35 Schilling von 2001.

Literatur

  • Beschreibung der Anlage und des Betriebes der Semmeringbahn. Allgemeine Bauzeitung. 1860. (Digitalisat)
Commons: Kalte Rinne Viaduct – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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