Kantow
Ortschaft im Land Kreis Ostprignitz-Ruppin, Land Brandenburg
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Kantow ist ein Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.
Kantow Gemeinde Wusterhausen/Dosse | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 52° 55′ N, 12° 37′ O | |
| Einwohner: | 64 (31. Dez. 2022)[1] | |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1997 | |
| Postleitzahl: | 16845 | |
| Vorwahl: | 033979 | |
Lage von Kantow in Brandenburg
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Dorfkirche Kantow (2016) | ||
Der Ort liegt nordöstlich des Kernortes Wusterhausen/Dosse an der Kreisstraße 6806. Östlich verläuft die A 24 und südlich die B 167. Nordwestlich erstreckt sich das rund 217 ha große Naturschutzgebiet Feuchtgebiet Schönberg-Blankenberg. Südöstlich fließt die Temnitz.
Geschichte
Der Ort bestand mit Sicherheit schon, als 1365 in Neuruppin ein Hinrich Kantow erwähnt wird. Erst 1491 wird Cantouw näher beschrieben: Dem v. Zernikow zu Kantow, von Wittstruck zu Kantow und Redern gehören je vier Bauern, dazu kommt ein freier Schulze mit 2 Hufen Land, insgesamt zählt die Feldmark 27 Hufen. Die Redern gehörenden Bauern gingen vermutlich bald darauf in die Hände der von Zernikow über, die hier auch einen Wohnhof hatten. Ein anderer Wohnhof war 1524 in Hand der Reiche bzw. Ricke zu Kantow, denen zudem noch 2 Hufen, 1/3 der Wiesen und der Holzung und Besitz auf der Feldmark Dannenfeld gehörten. 1540 gab es sogar drei adlige Wohnhöfe: von Zernikow, von Wittstruck und Reiche. Neben den 12 Bauern werden ein Schulze und ein Kuhhirt genannt. Der Schulzenhof wurde um 1582 von Zernikow und Wittstruck ausgekauft. 1598 wurde von Wittstruck mit dem erkauften Besitz der Reiche belehnt. 1624 umfasste die Gemarkung 19 Bauernhufen, welche sich auf 12 Bauernhöfe und zwei jhalbe Kossätenstellen aufteilten, 9 Hufen der Herrschaft und 2 Pfarrhufen. Kein Land besaßen der Hirt und die Schäferknechte sowie der Lauschmied.
1638 wurde Kantow durch die Söldner des Generals Gallas niedergebrannt und alle Bewohner getötet oder vertrieben. Das beiden verwüsteten Güter gingen 1648 für etwa 50 Jahre in den Pfandbesitz des Mandelberg über, 1652 war ein v. Wittstruck mit einem Hausmann die einzigen Bewohner. Noch 1687 waren alle Bauernstellen wüst. Ein Kuh- und Schweinehirt sowie ein Pachtschäfer des Mandelberg nutzten die guten Wiesen. Es gab noch weitere Einwohner, von denen nur gesagt wird, dass in der Temnitz "Fußfischerei" betrieben wird. 1697 konnten von Wittstruck und etwa zur gleichen Zeit von Zernikow ihre Güter wieder einlösen.
Eingemeindungen
Am 31. Dezember 1997 wurde Kantow in die Gemeinde Wusterhausen/Dosse eingemeindet.
Sehenswürdigkeiten
- In der Liste der Baudenkmale in Wusterhausen/Dosse ist für Kantow die Dorfkirche Kantow, eine barocke Saalkirche, als einziges Baudenkmal aufgeführt.
Persönlichkeiten
- Erich Kärger (* 1929), Politiker und Funktionär der DDR-Blockpartei DBD, LPG-Vorsitzender in Kantow
Literatur
- Lieselott Enders: Kantow, in "Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil II Ruppin" = Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam, Bd. 7, Herrmann Böhlhaus Nachf., Weimar, 1970
Weblinks
- Kantow auf der Website der Gemeinde Wusterhausen/Dosse

