Kantschu

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Der Kantschu (auch Kantschuk und volksetymologisch Kantschuh oder Kandschuh, im 18. Jahrhundert[1] in allen vier Formen[2] ins Deutsche entlehnt über polnisch kańczug oder tschechisch kančuch aus türkisch kamçı,[3] im Russischen dagegen нага́йка, Nagaika genannt) ist eine bei orientalischen und slawischen Völkern verbreitete, aus Leder geflochtene Riemenpeitsche, mit einem kurzen Stiel oder auch ohne Stiel nur an einer Schlaufe um das Handgelenk getragen. Im deutschen Sprachraum wurde sie durch Reiseberichte und als Attribut russischer Kosaken und Offiziere bekannt und ihr Name dann auch auf einheimische Züchtigungsinstrumente im Strafvollzug und Erziehungswesen übertragen.

Kantschu mit abgesetztem Stiel

Als scherzhafte Ableitung aus ihrem Namen hat Jean Paul auch das Verb kantschuhen „peitschen, mißhandeln“ gebildet,[4] das jedoch keinen bleibenden Eingang in den deutschen Wortschatz gefunden hat.

Alternativbezeichnung

Peserik ist eine veraltete Bezeichnung für den Kantschu.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

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