Phenolfuchsin
Castellani-Lösung ist eine antiseptische Zubereitung zur äusserlichen Anwendung
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Phenolfuchsin (synonym Castellani's paint, früher auch Karbolfuchsin, Carbolfuchsin,[1] vom Synonym für Phenol: Karbolsäure) ist eine Lösung der organischen Verbindung Phenol und des Farbstoffs Fuchsin. Es ist Bestandteil verschiedener histologischer Färbungen zur Kontrastierung von Bakterien, insbesondere Mykobakterien, wie die Ziehl-Neelsen-Färbung, Kinyoun-Färbung, Schaeffer-Fulton-Färbung, Moeller-Färbung, Gram-Färbung und Dorner-Snyder-Färbung.

Eigenschaften
Phenolfuchsin besteht als Lösung aus 1 g basisches Fuchsin, 5 g Phenol, 10 g Isopropanol und 100 ml destilliertes Wasser.[2] Verschiedene Variationen dieser Lösung existieren.[3][4][5][6] Phenolfuchsin färbt Mykolsäuren in der mykobakteriellen Zellmembran. Nach der Färbung werden die Präparate mit verdünnter Säure gewaschen, z. B. 0,4–1 % Salzsäure in 70%igem Ethanol.[7]
Geschichte
Phenolfuchsin wurde 1883 von Friedrich Neelsen entwickelt.[8] In den 1920er Jahren entwickelte der italienische Arzt und Bakteriologe Aldo Castellani aus der mikrobiologisch verwendeten Phenolfuchsin-Lösung ein Antiseptikum für die Behandlung infektiöser Hautkrankheiten („Castellanische Lösung“, Solutio castellani),[9] die zudem Resorcin, Borsäure, Aceton und Ethanol enthielt.[10] Nachdem ab 1983 in deutschen Rezepturformeln zunächst verschiedene Bestandteile wegen toxikologischer Wirkungen gestrichen oder ausgetauscht wurden,[9] ist sie inzwischen obsolet.[11]
Literatur
- P. J. Bishop, G. Neumann: The history of the Ziehl-Neelsen stain. In: Tubercle. Band 51, Nummer 2, Juni 1970, S. 196–206, doi:10.1016/0041-3879(70)90073-5, PMID 4099679.