Karchowice
Siedlung in Polen
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Karchowice (deutsch Karchowitz, 1936–1945 Gutenquell) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Sie liegt in der Gemeinde Zbrosławice (Broslawitz) im Powiat Tarnogórski (Kreis Tarnowitz) in der Woiwodschaft Schlesien.
| Karchowice Karchowitz | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Schlesien | |
| Powiat: | Tarnowskie Góry (Tarnowitz) | |
| Gmina: | Zbrosławice (Broslawitz) | |
| Geographische Lage: | 50° 24′ N, 18° 41′ O | |
| Einwohner: | 397 (2022) | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 032 | |
| Kfz-Kennzeichen: | STA | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |



Geografie
Karchowice liegt sechs Kilometer südwestlich vom Gemeindesitz Zbrosławice, 15 Kilometer südwestlich von der Kreisstadt Tarnowskie Góry (Tarnowitz) und 28 Kilometer nordwestlich von der Woiwodschaftshauptstadt Katowice (Kattowitz).
Der Ort liegt am Tal des Flusses Drama.
Geschichte
Der Ort entstand spätestens im 13. Jahrhundert und wurde 1210 erstmals urkundlich erwähnt. 1295–1305 wurde der Ort im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (Zehntregister des Bistums Breslau) urkundlich als „Karchowitz polonico“ erwähnt.
Der Ort wurde 1783 im Buch Beytrage zur Beschreibung von Schlesien als Karchowi(t)z erwähnt, gehörte einem Herrn von Strachwitz, lag im Landkreis Tost und hatte 123 Einwohner, ein Vorwerk, eine Kirche, 15 Bauern und sieben Gärtner.[1] 1818 wurde der Ort als Karchowitz erwähnt.[2] 1856 wurde die katholische Schule erbaut. 1865 hatte die Gemeinde 19 Bauern, neun Gärtner, drei Häusler und drei Wassermühlen.[3] 1895 wurde das Wasserwerk in Betrieb genommen.
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 52 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 155 für eine Zugehörigkeit zu Polen.[4] Karchowitz verblieb beim Deutschen Reich. 1936 wurde der Ort in Gutenquell umbenannt. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Tost-Gleiwitz.
1945 kam der bis dahin deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Karchowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Kattowitz. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Tarnogórski und zur neuen Woiwodschaft Schlesien.
Sehenswürdigkeiten
Denkmalgeschützte Gebäude sind:
- Katholische Kirche Sankt Katharina von Alexandria (polnische Bezeichnung Kościół św. Katarzyny Aleksandryjskiej w Karchowicach) und der dazugehörige Friedhof. Dendrochronologische Untersuchungen aus dem Jahr 2008 ergaben, dass das Holz für das Dach in den Jahren 1420–1426 gefällt wurde. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der hölzerne Turm durch einen gemauerten ersetzt. 1902 wurde das Gebäude renoviert und um eine Kapelle erweitert, 1953 und 1978 erneut renoviert. Im Innenraum gibt es eine spätbarocke Ausstattung. Der Hauptaltar stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, 1700; das später entstandene Altargemälde zeigt die Kirchenheilige Katharina restauriert 1902. Der Seitenaltar Altar der Hl. Familie stammt ebenfalls aus dem Jahr 1700, das Gemälde aus dem 18. Jahrhundert. Der Altar der Heiligen Barbara stammt aus dem Jahr 1736 das Gemälde aus dem 18, Jahrhundert. Die Holzkanzel stammt aus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.[5]
- Der Kirchenfriedhof ist von einer Steinmauer aus dem 16. Jahrhundert umgeben.[6]
- Das Wasserwerk Zawada (polnisch: Zabytkowa Stacja Wodociągowa Zawada)[7] aus dem Jahr 1895 wurde 1927–29 erweitert und 1967–69 modernisiert. Stallungen, Lager und Verwaltungsgebäude sind teilweise mit Fachwerk. Der Um- und Ausbau in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgte im modernistischen Stil. Erhalten sind zwei Kolbenpumpen und zwei Kessel aus den zwanziger Jahren sowie zwei Kompressoren von 1924 und 1934.[8]
Wappen
Das Wappen bzw. Siegel zeigt ein Wohnhaus.

