Karl F. Stifter
österreichischer Psychologe, Philosoph, Sexualwissenschaftler, Mentaltrainer und Autor
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Karl F. Stifter (* 3. Januar 1951) ist ein österreichischer Psychologe, Philosoph, Sexualwissenschaftler und Autor.

Ausbildung
1971 legte er die Matura (Abitur) am Gymnasium der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt ab. Stifter studierte Psychologie an der Universität Wien und promovierte 1975 mit dem Dissertationsthema „Kategorienbreite und Generalisation“ zum Doktor der Psychologie. 2009 folgte eine zweite Promotion in Philosophie an der Universität Wien mit Auszeichnung; Thema war „Philosophie der Mentalenergie“.
Leben
1980 eröffnete Stifter in Wien die erste sexualpsychologische Praxis Österreichs.[1] Ab den 1980er Jahren befasste er sich mit Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der weiblichen Ejakulation und publizierte in Folge Ergebnisse seiner interdisziplinären Zusammenarbeit.[2][3][4]
1993 gründete er die Sexualwissenschaftliche Gesellschaft Österreichs (SGÖ).[5] Zwei Jahre später wurde er in das Advisory Committee des World Congress for Sexology berufen.[6]
Auf der Suche nach neuen Therapieformen bei koitaler Anorgasmie beschäftigte sich Stifter in den 1990er Jahren mit der Perineometrie. Im Rahmen ethnomedizinisch-psychobiologischer Vergleichsstudien führte er auf Einladung lokaler Behörden und Universitäten auch Feldforschungen durch, etwa bei den indigenen Kaingang in Brasilien.[7] 2004 entwickelte er daraus den Beckenbodentrainer COME („Clinical Orgasm Muscle Exerciser“), der international patentiert wurde.[8][9]
Kolumnist
Von 1989 bis 1995 schrieb Stifter wöchentliche sexualpsychologische Kolumnen für die Tageszeitung Kurier. Zunächst erschien die Reihe Die erogene Zone, von der 50 Beiträge in Buchform veröffentlicht wurden.[10] Anschließend folgte die Rubrik Nackte Tatsachen.
Philosophie
In seiner philosophischen Dissertation bemühte sich Stifter, das Konzept der „Mentalenergie“ aus dem Bereich der Esoterik herauszulösen.[11] Bereits zuvor trat er in Fernsehsendungen auf, u. a. 2003 im ORF-Format Vera und 2006 bei Galileo (ProSieben), wo er durch Mentaltraining eine Leistungssteigerung demonstrierte.[12]
In jüngerer Zeit beschäftigte er sich mit „Magischen Momenten“ als transzendentem Aspekt der Wahrnehmung und veröffentlichte dazu 2025 eine philosophische Zusammenschau.[13]
Entwicklungshilfe
Aufgrund der cholerabedingten hohen Kindersterblichkeit in Bangladesch initiierte und realisierte Stifter 1983 und in den Folgejahren ein Pumpenbauprojekt.[14]
Akademische Preise und Ehrungen
- Medaille der Universitätskliniken der Universität Coimbra, Portugal, 1987
- 1. Preis für den besten Vortrag am „China International Symposium für Sexology“ mit dem Titel Therapy of Coital Anorgasmia, 1996
- Verleihung der Honorarprofessur der Ryazan State Medical University, Russland, 1998
Bücher
- Die dritte Dimension der Lust – Das Geheimnis der weiblichen Ejakulation (1988), Berlin: Ullstein, ISBN 3-550-07809-9
- Lustgedanken – Erotik für Fortgeschrittene (1991): Wien: Edition S, ISBN 3-7046-0186-1
- Tiefe Lust – Vaginale Kraft und sexuelle Erfüllung (2012), Wien: Goldegg, ISBN 978-3-902729-65-1
- Magische Momente, - Faszination und Selbstfindung (2025), Wien: Ibera, European University Press, ISBN 978-3-85052-425-4