Karl Gerhard Schmidt

deutscher Bankier und Kunstmäzen From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Gerhard Schmidt (* 27. Juli 1935 in München; † 1. April 2026 in Neudrossenfeld[1]) war ein deutscher Kunstmäzen und Bankier. Bekanntheit erlangte er als langjähriger Vorstand der Schmidtbank, die 2001 unterging.

Leben und Wirken

Jugend und Ausbildung

Karl Gerhard Schmidt wurde am 27. Juli 1935 in München als Sohn des Bankiers Wilhelm Schmidt geboren und wuchs in Hof an der Saale auf. Nach dem Abitur am Jean-Paul-Gymnasium studierte er Betriebswirtschaft in Nürnberg und München, wo er – wie schon sein Vater – im dortigen Corps Franconia München aktiv war. Das Studium schloss er 1958 mit einer Promotion über das Thema Die Lage der nord- und ostbayerischen Grenzlandindustrie unter besonderer Berücksichtigung der finanziellen Probleme ab.

Familie

Karl Gerhard Schmidt war der Vater von Karl Matthäus Schmidt, dem Vorstandsvorsitzenden der Quirin Bank und Bruder des Staatsrechtlers Reiner Schmidt.

Tätigkeit als Bankier

Karl Gerhard Schmidt führte 39 Jahre lang die seit fünf Generationen in Familienhand befindliche Schmidtbank. Die Bank kam nach einer Phase erfolgreichen Wachstums Ende 2001 in finanzielle Schwierigkeiten, wurde durch eine Auffanggesellschaft verschiedener deutscher Banken übernommen und schließlich bis 2005 abgewickelt. Die Staatsanwaltschaft in Hof (Saale) erhob 2007 nach rund dreijährigen Ermittlungen Anklage gegen Schmidt, sie warf ihm Betrug in 232 Fällen und Untreue in Höhe von 31,5 Millionen Euro vor.[2] Das Landgericht Hof verurteilte Karl Gerhard Schmidt am 22. August 2007 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Das Gericht sah es nach zehnmonatiger Verhandlungsdauer als erwiesen an, dass sich Schmidt der Untreue zulasten der Schmidtbank schuldig gemacht hat. Vom Vorwurf des Betrugs sprach das Gericht den früheren Inhaber der Schmidtbank frei.[3]

Als Bankier machte er sich um die Förderung der strukturschwachen Gebiete im Nordosten Bayerns, später auch im Osten Thüringens und Westen Sachsens verdient.

Wirken als Kunstmäzen

Der Kunstmäzen Karl Gerhard Schmidt war Inhaber des Verlags für moderne Kunst Nürnberg und 1. Vorsitzender des Instituts für moderne Kunst Nürnberg e. V. Darüber hinaus war er zeitweilig Vorsitzender der „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e. V.“ 2001 gründete er die Stiftung „Freunde von Bayreuth“, eine Vereinigung[4] von Mäzenen der Bayreuther Festspiele.[5] Außerdem war er Gründungsmitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik. Schmidt war zudem Ehrensenator der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.[6]

Dr. Karl Gerhard Schmidt und Erich Ohser alias e.o.plauen[7]

Im Jahr 2000 wurde Karl Gerhard Schmidt Vorsitzender der e.o. plauen Gesellschaft e.V., welche bereits 1993 gegründet wurde. Das Hauptziel der e.o.plauen-Gesellschaft e.V. ist, durch die Erforschung, Dokumentation und Präsentation des Lebenswerks Erich Ohsers alias E.o.plauen, die Erinnerung an das Wirken eines der beliebtesten und bedeutendsten Zeichner des letzten Jahrhunderts wach zu halten. Schmidt stellte sich sehr engagiert dieser neuen, verantwortungsvollen Aufgabe und es entwickelte sich eine enge Kooperation mit der Familie Ohser. Auch dank dieser entschied sich die Familie, den Nachlass Erich Ohsers nach Plauen zu geben.[8]

Der Nachlass sollte über eine Stiftung verwaltet und über die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schmidt unterstützte die, in den USA lebenden Nachkommen von Erich Ohser bei der Regelung des Nachlasses. In Kooperation mit der Stadt Plauen wurde am 26. November 2004 die Erich Ohser-e.o.plauen Stiftung mit Karl Gerhard Schmidt als Vorsitzendem gegründet. Die hohe Anerkennung seines Wirkens für die Stiftung schlägt sich auch darin nieder, dass er 2008 erneut als Vorsitzender bestätigt wurde und dieses Amt bis 2012 innehatte. Damit sicherte er für die Stadt Plauen ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Das Werk Erich Ohsers kann heute in der Galerie e.o.plauen - Kunstmuseum Erich Ohser besichtigt werden. Für diese Verdienste wurde Dr. Karl Gerhard Schmidt im Jahr 2012 die Stadtplakette der Stadt Plauen verliehen.

Nachfolgeregelung für Wolfgang Wagner bei den Bayreuther Festspielen

Vor der Wahl einer neuen künstlerischen Leitung für die Bayreuther Festspiele nach der 57-jährigen Intendanz von Wolfgang Wagner am 1. September 2008 sorgte Schmidt für Desinformation gegenüber dem Deutschen Depeschendienst. Demnach hätte dem Stiftungsrat am Freitag, 29. August 2008, nur „ein Brief mit anderthalb Seiten“ von Nike Wagner und Gerard Mortier vorgelegen.[9] Tatsächlich hätten Wagner und Mortier ihr Konzept aber auf sieben Seiten dargelegt und dieses sei bereits am Donnerstag zugestellt worden.[10] Diese vermeintliche Nachlässigkeit der Bewerber wurde von den Medien als nachträgliche Begründung für ihre Ablehnung häufig aufgegriffen.[11]

Werke

  • Die Lage der nord- und ostbayerischen Grenzlandindustrie unter besonderer Berücksichtigung der finanziellen Probleme. Universität München, Staatswissenschaftliche Fakultät, Dissertation vom 9. Oktober 1958, 239 S. mit Abb.
  • Kunst aus Sachsen. Sammlung der SchmidtBank Chemnitz. Hrsg. von Karl Gerhard Schmidt, Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 1999, 300 S., ISBN 393309609X.
  • 25 Jahre Betriebswirtschaftliches Forschungszentrum für Fragen der mittelständischen Wirtschaft e. V. (BF/M). In: Jörg Schlüchtermann (Hrsg.), Mittelstand im Fokus. Dt. Univ.-Verlag, Wiesbaden 2004, S. 429–434, ISBN 3-8244-8019-0.

Einzelnachweise

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