Karl Pirko
österreichischer Politiker
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Karl Pirko (* 6. August 1822 in Landskron, Böhmen; † 22. Dezember 1893 in Wien[1][2]) war Gutsbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]
Leben
Karl Pirko war Sohn des Lohgerbers Franz Pirko. Im Jahr 1849 übersiedelte er nach Wien, wurde Rotgerber und war bis 1861 Lederfabrikant in Wien. Ab 1861 war er Gutsbesitzer in Pottenbrunn (heute in der Stadt St. Pölten gelegen). Er baute seinen Betrieb zu einem Musterbetrieb mit Kunstmühle und Dampfbrauerei aus. Ab 1878 übernahm sein Sohn die Leitung des Betriebs.
Von 1872 bis 1878 war er Obmann des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins St. Pölten, von 1879 bis 1893 Mitglied des Ausschusses des Vereins der Verfassungsfreunde in St. Pölten und ab 1883 Mitglied im Deutschen Nationalverein für Stadt und Land St. Pölten.
Er starb am 22. Dezember 1893 im Alter von 71 Jahren laut Sterbebuch an einem Lungenödem.
Er war römisch-katholisch und ab 1851 verheiratet mit Eleonora Eder († 1853), mit der er einen Sohn hatte. Nach ihrem Tod heiratete er 1854 Theresia Hallmayer, verwitwete Wagner († 1882), die mindestens eine Tochter aus ihrer ersten Ehe in die Beziehung mitbrachte. Er war der Vater des Agrarfachmanns und Politikers Franz von Pirko (1853–1919). Seine zweite Gattin war die Schwiegermutter des Anatoms Karl Langer von Edenberg (1819–1887).
Karl Pirko war von 1878 bis zu seinem Tod im Jahr 1893 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (IV., V. und VI. Wahlperiode), zunächst als Abgeordneter der Landgemeinden (St.Pölten) und ab September 1884 als Abgeordneter des Großgrundbesitzes.
Politische Funktionen
Karl Pirko war vom 10. Dezember 1878 bis zum 23. Januar 1891 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (V., VI. und VII. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Landgemeinden 1 (St. Pölten, Herzogenburg, Kirchberg an der Pielach, Melk, Neulengbach, Lilienfeld, Hainfeld, Tulln, Atzenbrugg) zuständig. Er war der Nachfolger des zurückgetretenen Gustav Held.
Klubmitgliedschaften
Karl Pirko war ab 1879 Mitglied im Klub der Liberalen, ab dem 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken, ab 1885 beim Deutschösterreichischen Klub und ab dem 6. November 1888 bei den Vereinigten Deutschen Linken.
Literatur
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 150
- Parlamentarisches – Club der Liberalen. In: Salzburger Volksblatt, 21. Oktober 1879, S. 2 links oben (online bei ANNO).
- Tagesneuigkeiten – Vereinigte Linke. In: Teplitz-Schönauer Anzeiger, 26. November 1881, S. 4 Mitte oben (online bei ANNO).
- Der parlamentarische Apparat - „deutsch-österreichischer“ Club. In: Südsteirische Post, 13. April 1887, S. 3 links unten (online bei ANNO).
- Die Zusammensetzung des aufgelösten Abgeordnetenhauses - „Club der Vereinigten deutschen Linken“. In: Südsteirische Post, 14. Februar 1891, S. 2 Mitte unten (online bei ANNO).
- Kleine Chronik – † Landtags-Abgeordneter Karl Pirko. In: Neue Freie Presse (Abendblatt), 23. Dezember 1893, S. 10 links unten (online bei ANNO).
- Pirko Karl In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 279 (online bei ANNO).
- Pirko Karl In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 312–313 (online bei ANNO).
- Pirko Karl In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0010, X. Session, S. 280 (online bei ANNO).
Weblinks
- Pirko, Karl, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments