Karl von Sauer

bayerischer General der Artillerie, Kämmerer und zwischen 1887 und 1895 Gouverneur der Landesfestung Ingolstadt From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Theodor von Sauer (* 20. Dezember 1834 in Innsbruck; † 19. Mai 1911 in München) war ein bayerischer General der Artillerie, Kämmerer, 1864/73 Flügeladjutant von Ludwig II. und 1887/95 Gouverneur der Landesfestung Ingolstadt.

Karl Theodor von Sauer

Leben

Herkunft

Karl war ein Sohn des bayerischen Oberzollinspekteurs Franz Seraphin von Sauer (1791–1863) und dessen Ehefrau Rosalie, geborene Freiin Seefried auf Buttenheim (1804–1876).

Militärkarriere

Aus dem Kadettenkorps in München kommend trat Sauer nach bestandenem Junkerkursus am 9. September 1854 als Unterleutnant in das 1. Artillerie-Regiment der Bayerischen Armee ein. Er avancierte Mitte Mai 1859 zum Oberleutnant und war ab Oktober 1859 als Lehrer für Waffenkunde an der neuerrichteten Kriegsschule in München tätig.

Am 1. Mai 1863 wurde Sauer Ordonnanzoffizier von König Maximilian. Nach dessen Tod diente er ab dem 27. Mai 1864 als Flügeladjutant für dessen Nachfolger, König Ludwig II. Dabei wich er dem König nicht von der Seite, war sein persönlicher Begleiter und Assistent. In dieser engen Vertrauensstellung war Sauer auch für das persönliche Wohl verantwortlich und zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. „Fast zehn Jahre lebte er mit ihm und er war derjenige, der intimste Einblicke in seine Gefühle, seine Nöte und seine Sehnsüchte hatte. [...] Er schrieb oft minutiöse und tagebuchartige Briefe an seine Frau, oft täglich und oft viele Seiten lang.“[1] Die Briefe gelten seit ihrer Veröffentlichung als wichtige Quelle für das Leben des jungen Königs. „Dieser erst vor wenigen Jahren [2021] entdeckte Schatz erlaubt nun neue und tiefe Einblicke in das engste Umfeld des Königs.“[2]

Sauer stieg bis Anfang November 1872 zum Oberstleutnant auf und trat am 13. Februar 1873 mit der Ernennung zum Abteilungskommandeur im 2. Feldartillerie-Regiment „Brodeßer“ wieder in den Truppendienst zurück. Am 15. Dezember 1875 wurde er Oberst und am 27. November 1876 Kommandeur des 2. Fußartillerie-Regiment. 1882 wurde er Generalmajor und Kommandant der Festung Germersheim. Am 17. November 1887 beauftragte man ihn mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Gouverneurs der Festung Ingolstadt und im Folgejahr wurde er offiziell zum Generalleutnant und Gouverneur der Landesfestung Ingolstadt ernannt. In dieser Stellung erhielt er am 20. Dezember 1893 den Charakter als General der Artillerie. In Genehmigung seines Abschiedgesuches wurde Sauer am 11. April 1895 mit Pension zur Disposition gestellt.[3] Anlässlich seiner Verabschiedung erhielt er das Großkreuz des Militärverdienstordens.

Ehrungen

Am 28. Februar 1895 wurde Sauer zum Ehrenbürger von Ingolstadt[4] und 1898 zum Ehrenbürger von Germersheim ernannt. Nach ihm ist die Sauerstraße in Ingolstadt benannt.[5]

Familiengrabstätte Karl Theodor von Sauer auf dem Alten Südfriedhof, Alter Teil, Areal 26

Familie

Sauer hatte sich am 2. August 1862 mit Klara Augustin (1837–1893) verheiratet. Nach ihrem Tod heiratete er am 24. März 1896 in München Julie von Froelich, geborene Forster (* 1842). Aus der ersten Ehe gingen zwei Töchter hervor. Auguste (* 1863) heiratete 1886 den späteren bayerischen Generalmajor Maximilian von Waßner (1855–1931), Marie 1894 den späteren bayerischen Generalmajor August Roesch (1862–1922).

Beigesetzt wurde Sauer auf dem Alten Südfriedhof in München, im Areal 26. Dort ist auch seine erste Ehefrau beerdigt.[6]

Schriften

  • Grundriss der Waffenlehre. Riedel, München 1873.
  • Neue Kriegswaffen: Supplement zu des Verfassers Grundriss der Waffenlehre. Riedel, München 1878.
  • Über Angriff und Vertheidigung fester Plätze. Wilhelmi, Berlin 1885.
  • Die Namenspatrone der Ingolstädter Festungswerke. Ingolstadt 1888.

Literatur

  • Joseph Karl Brennfleck: Das Königlich Bayerische 2. Feldartillerie-Regiment Horn. Erster Band: Von der Errichtung im Jahre 1824 bis zum Weltkrieg. Verlag Max Schick, München 1939, S. 459–460.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 660–661.
  • von Voß (Hrsg.): v. Löbell´s Jahresberichte über das Heer- und Kriegswesen. XXXVIII. Jahrgang: 1911, Mittler & Sohn, Berlin 1912, S. 449.
  • Alfons Schweiggert; Sepp Schleicher: König Ludwig II.: Flügeladjutanten, Bodyguards, Geheimdienste. Der phantastische Briefschatz des Carl Theodor von Sauer. Battenberg Bayerland Verlag, Regenstauf 2025, ISBN 978-3-89251-551-7.

Einzelnachweise

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