Karwesee

Ortsteil von Fehrbellin, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Karwesee ist seit 2003 ein Ortsteil der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.

Schnelle Fakten Gemeinde Fehrbellin ...
Karwesee
Gemeinde Fehrbellin
Koordinaten: 52° 46′ N, 12° 47′ O
Höhe: 36 m ü. NHN
Einwohner: 242[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 16833
Vorwahl: 033922
Karwesee (Brandenburg)
Karwesee (Brandenburg)
Lage von Karwesee in Brandenburg
Dorfkirche Karwesee.
Dorfkirche Karwesee.
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Geographie

Das Dorf liegt südlich von Fehrbellin zwischen Betzin im Westen und Dechtow im Osten. Östlich des Ortes führt die Landesstraße 173 vorbei; einen Kilometer entfernt nordöstlich verläuft die A 24.

Geschichte

Ehemaliger Bahnhof Betzin-Karwesee.

Das Angerdorf wurde im Jahr 1294 erstmals als Karwese erwähnt. Ursprünglich gehörte es zum Bistum Havelberg. Durch die Reformation wurde die Ortschaft 1571 dem kurbrandenburgischen Amt Bellin angegliedert, folgend dem Domänenamt Königshorst.[1] Im Dorf entwickelte sich ein Rittergut, welches einige Generationen durch die des märkischen Adelsgeschlechts von Rathenow gehalten wurde. Diese Familie erweiterte den Besitz 1763 durch den Zukauf des benachbarten Rittergutes Metzelthin, für die enorme Summe von 35.000 Talern. Käufer war der Hauptmann[2] Franz Ehrenreich von Rathenow-Carwesee.[3] Ausgangs des 17. Jahrhunderts gehörte es der Eva Hedwig von Quast, verheiratet mit Balthasar von Bellin, war.[4] Im Zeitraum 1790 bis 1817 gilt die Familie von der Hagen als Eigentümer.[5] 1857 benennen damalige Handmatrikel den Geheimen Justizrat Berendes als Rittergutsbesitzer am Ort.[6]

Im 19. Jahrhundert, mit dem Beginn des Eisenbahnzeitalters erhielt Karwesee einen Anschluss an Fehrbellin und Paulinenaue. Der Ort gehörte damals zum Kreis Ost-Havelland. Das kreistagsfähige Rittergut hatte nach dem erstmals 1879 publizierten Generaladressbuch der brandenburgischen Rittergutsbesitzer einen Umfang von 378 ha. Es blieb weiter in bürgerlicher Hand, bei der aus Neukammer bei Nauen stammenden Familie des Ökonomierates Stolze, auf Dechtow.[7] Dieser Kontext blieb dann bis zur Bodenreform. Karwesee, dessen Schreibweise Carwesee bis in das 20. Jahrhundert hielt, gehörte zu einem größeren Gutskomplex des Wilhelm-Viktor Stolze. Stolze bildete einen Familienfideikommiss Dechtow-Carwesee. Für Karwesee zeichnete Inspektor von Otterstedt zuständig. Teile des Besitzes waren an die Adelsfamilie von Voigtländer verpachtet. Neben diesen Gut gab es in Karwesee die landwirtschaftlichen Betrieb der Familien Oskar Bäker, Richard Bellin, Fritz Buge, Helene Engel, W. Falkenberg, Fritz Granzow, Richard Grell, G. Lindemann, H. Nieter, Franz Paasch, W. Peter, A. Voigt, sämtlich um die 25 bis 50 ha groß.[8] Vorletzter Gutsherr war Hermann Stolze-Dechtow, er verstarb 1917. Seine Frau Maria Elisabeth von Krosigk heiratete 1920 in zweiter Ehe den Major Rudolf Ritter von Voigtländer.[9]

Im Jahr 1945 wurde das Gutsgebäude abgetragen, um Baumaterial daraus zu gewinnen.

Das 1990 wieder gegründete Land Brandenburg bestimmte die Dörfer Betzin, Karwesee, Lentzke und Protzen im Jahr 2000 als Programmdörfer zur Dorferneuerung.[10]

Im Zuge dieser Arbeiten erfolgte auch die Stilllegung der Eisenbahnstrecke, auf deren Trasse am 22. Juni 2011 ein Regionalfahrradweg, genannt Stille Pauline, eröffnet wurde.[11]

Die Brandenburgische Gemeindegebietsreform führte am 26. Oktober 2003 zu einer Eingliederung von Karwesee in die Gemeinde Fehrbellin.[12][13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die 1756 erbaute Dorfkirche Karwesee ist eine denkmalgeschützte Fachwerkkirche. Der im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kirchturm wurde 1949/1950 wiederhergestellt. Für weitere Sanierungsarbeiten war vorerst kein Geld vorhanden, so dass das Gotteshaus 1974 baupolizeilich gesperrt werden musste. Nach der Wende konnte das Kirchengebäude renoviert werden und seit dem Jahr 1995 dient es wieder dem Gottesdienst. Die Kirche gehört wie die Grabstätte Engel auf dem Friedhof zu den Baudenkmalen in Fehrbellin.

Rittergut Carwesee, Sammlung Alexander Duncker.

Literatur

  • Udo Geiseler, Stephan Reinert: Karwesee. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Gesamt 2 Bände: Einführung und Katalog. Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883), 856 S., 275 farbige, 825 SW-Abb.; Band 2, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 397–398.
  • Carwesee, In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 10, Selbstverlag, Berlin 1867, Text-Blatt 555.
Commons: Karwesee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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