Kate Manne

australische Sozialphilosophin und Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Kate Alice Manne (* 1983 in Cottles Bridge, Nillumbik Shire) ist eine australische Philosophin und Buchautorin, die sich insbesondere mit Moralphilosophie, Sozialphilosophie und feministischer Philosophie beschäftigt.

Kate Manne steht an einem Pult und hält einen Vortrag
Kate Manne (2024)

Leben

Kate Manne, Tochter der Journalistin und Sozialphilosophin Anne Mann (* 1955) und des Politikwissenschaftler Robert Manne,[1] wuchs auf einer Farm nördlich von Melbourne auf. Sie studierte an der University of Melbourne und bei Sally Haslanger am Massachusetts Institute of Technology (MIT), bevor sie Mitglied der Harvard Society of Fellows wurde. 2011 wurde sie zum Ph. D. promoviert.[2] Seit 2013 lehrt sie an der Cornell University, seit 2019 ist sie dort Assistant Professor.[3][4]

Manne arbeitet hauptsächlich in den Bereichen Moral- und Sozialphilosophie sowie in feministischer Philosophie. Sie legt dabei einen Fokus auf Sexismus und Misogynie. 2017 erschien ihr erstes Buch Down Girl, das eine systematische Untersuchung von Misogynie und eine Abgrenzung von Sexismus vornimmt. Für Manne dient Misogynie dazu, patriarchale Gesellschaftsstrukturen aufrechtzuerhalten. Ihr Zweck sei es demnach, Frauen, die gegen diese Strukturen opponieren, zu bestrafen und gleichzeitig andere vor diesem Verhalten zu warnen.[5] Darüber hinaus prägte Manne in ihrem Buch den Begriff Himpathy. Mit ihm beschreibt sie das Phänomen, dass bei Fällen sexualisierter Gewalt die gesellschaftliche Sympatie häufig nicht weiblichen Opfern, sondern männlichen Tätern gilt. Für Manne stellt Himpathy das Spiegelbild zur Misogynie dar.[6]

Down Girl wurde von Times Higher Education und der Washington Post zu den besten Büchern des Jahres 2017 gezählt. Manne erhielt für das Buch zudem den PROSE-Award der Association of American Publishers.[7]

2020 veröffentlichte sie ihr zweites Buch Entitled: How Male Privilege Hurts Women. Dort argumentiert sie, dass eine Vielzahl von Phänomenen wie Mansplaining oder das Aufkommen von Incels auf eine spezifische Anspruchshaltung von Männern, nach der Frauen ihnen körperlich und emotional zur Verfügung stehen müssten, zurückgeführt werden könne.[8]

2024 wandte sich Manne dem Thema Fat Shaming zu. In ihrem Buch Unshrinking: How to Face Fatphobia analysiert sie gesellschaftliche Stereotype gegenüber Menschen, die als übergewichtig wahrgenommen werden. Dabei integriert Manne auch eigene Erfahrungen mit Fettfeindlichkeit.[9]

Kate Manne schreibt auch für die New York Times, Newsweek und die Huffington Post.[10]

Veröffentlichungen

  • Down Girl: The Logic of Misogyny. Oxford University Press, New York 2017, ISBN 9780141990729.
    • deutsch: Down Girl: Die Logik der Misogynie. Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp, Berlin 2020, ISBN 978-3-518-29919-7.
  • Entitled: How Male Privilege Hurts Women. Crown, New York 2020, ISBN 978-1984826558.
  • Unshrinking: How to Face Fatphobia. Crown, New York 2024, ISBN 9780593593837.
    • deutsch: Größe zeigen. Wie wir Fettfeindlichkeit bekämpfen können. Aus dem Amerikanischen von Karin Wördemann, Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-58838-3.

Einzelnachweise

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