Katharinenufer

Straße in Trier, Rheinland-Pfalz From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Katharinenufer ist eine Straße am Rande der Trierer Innenstadt. Es läuft parallel zum Moselufer zwischen Krahnenufer und Martinsufer.

Schnelle Fakten Basisdaten ...
Katharinenufer
Wappen
Straße in Trier
Basisdaten
Ort Trier
Ortsteil Mitte
Hist. Namen Moselquai
Anschluss­straßen Krahnenufer, Martinsufer
Querstraßen Irminenfreihof, Ausoniusstraße (Trier)
Schließen

Geschichte

Der Name bezieht sich auf das Dominikanerkloster St. Katharina in unmittelbarer Nähe. Das Kloster wurde 1288 vom Petrisberg an das Moselufer verlegt, als Ordulph von Ören den Nonnen das Gebiet schenkte. Den Namen trägt es seit 1883; ab 1862 hieß jedoch bereits Katharinenquai, historisch auch Moselquai.[1]

Kulturdenkmäler

In der Straße gibt es zehn Kulturdenkmäler, hauptsächlich Villen um 1910 im Stil der Reformarchitektur bzw. des Neoklassizismus. Einige weisen auch Motive des Jugendstils und des Historismus auf. Die Villen (Hausnummern 2–12) bilden eine Denkmalzone.[2]

Das Katharinentor (auch Zurlaubener Tor genannt[3]) war eines der Trierer Stadttore. Anstelle eines mittelalterlichen Stadttores erfolgte 1815 ein Neubau.[4] Das Tor wurde im Jahr 1879 abgerissen.[5]

Altes Zollhaus

In der Straße befindet sich auch das sogenannte Alte Zollhaus, das um 1815 als Pförtnerhaus des Katharinentors errichtet wurde. Es ist ein eineinhalbgeschossiger, klassizistischer Walmdachbau.[6] Seinerzeit wurde für alle von auswärts in die Stadt Trier eingebrachten Lebensmittel und für Vieh eine sogenannte Mahl- und Schlachtsteuer erhoben, wobei jedoch häufig versucht wurde, Waren in die Stadt zu schmuggeln. Seine Bedeutung verlor das Zollhaus jedoch bereits 1831, als das neue Hauptzollamt fertiggestellt wurde. Ab 1875 wurden Zollamt und Katharinentor nach Abriss der Stadtmauer nicht mehr genutzt.[7]

Heute ist es die Residenz des Trierer Karnevalsgesellschaft Heuschreck, dem ältesten Karnevalsverein der Stadt. Der Verein erwarb es 1982 für 290.000 DM und nutzt es seit dem 30. Juni 1984 offiziell als Vereinshaus.[7][8]

Seit 1982 ziert das Wappen des KG Heuschreck das Gebäude, dieses war zuvor am Woyttschen Haus angebracht, in dem Verein bis zum Umzug residierte. Zum Richtfest stifte der Ehrenminister des KG Claus Roth zwei Ölgemälde aus dem Jahre 1915, die Motive der KG Heuschreck zeigten. Dies war der Ursprung des Heuschreck-Museums.[7]

Galerie

Literatur

  • Patrick Ostermann (Bearb.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 17.1: Stadt Trier. Altstadt. Werner, Worms 2001, ISBN 3-88462-171-8
  • Ulrike Weber (Bearb.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 17.2: Stadt Trier. Stadterweiterung und Stadtteile. Werner, Worms 2009, ISBN 978-3-88462-275-9.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Trier. (PDF; 1,2 MB) Koblenz 2010.
  • Kulturbüro der Stadt Trier (Hrsg.)/Emil Zenz: Straßennamen der Stadt Trier: Ihr Sinn und ihre Bedeutung. Trier 2003.
  • Michael Zimmermann: Klassizismus in Trier. Die Stadt und ihre bürgerliche Baukunst zwischen 1768 und 1848. WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, 1997. ISBN 3-88476-280-X
Commons: Katharinenufer (Trier) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI