Kaiē Tsitselē
griechisch-französische Schriftstellerin
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Biografie
Tsitselē wurde als Tochter griechischer Eltern in Marseille geboren. Sie wuchs mit der englischen Sprache auf und wurde 1936 nach Griechenland geschickt, um ihre Griechischkenntnisse zu verbessern; dort besuchte sie das American College in Athen. Während der Zeit des Nationalsozialismus lebte sie in Lixouri auf Kefalonia, der Heimat ihres Vaters. Dort begann sie ihre schriftstellerische Karriere mit einer Sammlung von neun Kurzgeschichten, Flut und Ebbe. Sie schrieb nur auf Englisch.[1]
Anschließend unternahm sie zahlreiche Reisen, unter anderem besuchte sie England, Italien, Pakistan, den Irak, Libanon und Nigeria. 1957 heiratete sie und ließ sich 1964 dauerhaft in Athen nieder.
Werk
Neben ihrem schriftstellerischen Werk war Tsitselē auch als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte Stratis Tsirkas, Zesimos Lorentzatos, Menis Koumandareas, Petros Abatzoglou, Aggelou Vlachou, Rhea Galanaki und andere ins Englische. Heinrich Böll bezeichnet Tsitselē als Vertreterin einer neuen Generation englischer Schriftsteller und sagt über ihre Sprache:
„[Tsitselē] arbeitet mit stillen, für eine so junge Frau erstaunlich stillen erzählerischen Mitteln. Ihre Sprache ist von außerordentlicher Zartheit, von jener Zartheit, die nicht romantisch, verspielt, träumerisch ist, die Kraft ausschließt, sondern Kraft voraussetzt. … Die leise Ironie, die Prägnanz und rationale Sinnlichkeit der Bilder, das alles zeigt uns den Stil einer Schriftstellerin, von der man nicht nur sagen kann, daß sie begabt ist, sondern daß sie ihrer Begabung gerecht geworden ist, ihre Mittel sind einfache, keine sensationellen, und ihr ruhiger Stil ist beherrscht von Gestalten, die, wenn auch modern, von jenem Zauber erfüllt sind, den die griechische Mythologie auf uns ausübt. Der deutsch-norwegische Lektor Max Tau schreibt am 28. August 1952 dem von ihm betreuten griechischen Schriftsteller Nikos Kazantzakis: "Sollte Kay Cicellis Ihr Buch Griechische Passion übersetzen, dann haben wir allen Grund, nur dankbar zu sein, denn sie ist eine Stylistin von Rang".[2]“[3]
Bibliografie
- The Easy Way (Erzählungen, 1950)
- No Name in the Street (Roman, 1953)
- Death of a Town (1954)
- Ten Seconds From Now (Roman, 1957)
- The Day the Fish Came Out (1967)
Literatur
- Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, Ronald M. Hahn: Reclams Science-fiction-Führer. Reclam, Stuttgart 1982, ISBN 3-15-010312-6, S. 95.
- Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, Ronald M. Hahn, Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-02453-2, S. 326.
- John Clute: Cicellis, Kay. In: John Clute, Peter Nicholls: The Encyclopedia of Science Fiction. 3. Auflage (Online-Ausgabe).
- Peter Mackridge: Kay Cicellis: The Unresolved Dilemma of the Bilingual Writer. In: David Wills (Hrsg.): Greece and Britain since 1945. Cambridge Scholars, 2010, ISBN 978-1-4438-1962-6.
Weblinks
- Literatur von und über Kaiē Tsitselē im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kay Cicellis in der Internet Speculative Fiction Database (englisch)
- Kay Cicellis in der Bibliographie deutschsprachiger Science-Fiction (Bücher)
- Werke von Kaiē Tsitselē bei Open Library
- Bild, Leben und Werk (griechisch, englisch, italienisch)