Kehlnbach

Ort in der Stadt Gladenbach From Wikipedia, the free encyclopedia

Kehlnbach ist ein Weiler im Hessischen Hinterland und als solcher der kleinste Stadtteil der Stadt Gladenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Schnelle Fakten Stadt Gladenbach ...
Kehlnbach
Wappen von Kehlnbach
Koordinaten: 50° 46′ N,  34′ O
Höhe: 279 (278–290) m ü. NHN
Fläche: 2,06 km²[1]
Einwohner: 89 (31. Dez. 2024)[2]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
Ansicht aus dem Zillertal
Ansicht aus dem Zillertal
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Geographie

Der Ort liegt im Gladenbacher Bergland und damit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland am Schlossberg 1,5 km westlich an Gladenbach anschließend.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Kehlnbach erfolgte unter dem Namen Kelembach im Jahr 1324.[1]

Kehlnbach, „Kirchgangstracht“ (mit Schneppekapp), Untergericht Amt Blankenstein, Aquarell von Ferdinand Justi

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Kehlnbach:

„Kehlnbach (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 14 St. von Gladenbach, und es hat dieser wohlhabende Ort 12 Häuser und 80 Einwohner, die evangelisch sind und sich vom Feldbau nähren.“[3]

Im Jahr 1898 erhielt Kehlnbach eine eigene Bürgermeisterei.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz der Zusammenschluss der Stadt Gladenbach mit den Gemeinden Bellnhausen, Diedenshausen, Erdhausen, Friebertshausen, Frohnhausen b. Gladenbach, Kehlnbach, Mornshausen a. S., Rachelshausen, Römershausen, Rüchenbach, Sinkershausen, Weidenhausen und Weitershausen zu heutigen Stadt Gladenbach.[4][5] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kernstadt Gladenbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Kehlnbach angehört(e):[1][7][8]

Gerichte seit 1821

Die Rechtsprechung ging 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war von 1821 bis zur Abtretung an Preußen 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Gladenbach preußisch.[13] Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden wurden aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[14] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Landgerichts in Amtsgericht Gladenbach. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.[15]

Vom 1. Oktober 1944[16] bis 1. Januar 1949[17] gehörte das Amtsgericht Gladenbach zum Landgerichtsbezirk Limburg, danach wieder zum Landgerichtsbezirk Marburg. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Aufhebung des Amtsgerichts Gladenbach[18], das fortan als Zweigstelle des Amtsgerichts Biedenkopf fungierte.[19] Am 1. November 2003 wurde diese Zweigstelle aufgelöst.[20]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Kehlnbach 105 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 21 Einwohner unter 18 Jahren, 45 zwischen 18 und 49, 12 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter.[21] Die Einwohner lebten in 42 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 9 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 12 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 21 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[21]

Einwohnerentwicklung

Quelle:Historisches Ortslexikon[1]
 1502:03 Männer
 1577:07 Hausgesesse
 1630:06 Hausgesesse (1 dreispänniges, 1 zweispänniges, 3 einspännige Ackerleute, 1 Einläuftige)
 1742:14 Haushalte
 1791:73 Einwohner[22]
 1800:73 Einwohner[23]
 1806:46 Einwohner, 12 Häuser[12]
 1829:80 Einwohner, 12 Häuser[3]
Kehlnbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
 
109
1800
 
73
1829
 
80
1834
 
79
1840
 
76
1846
 
85
1852
 
69
1858
 
83
1864
 
83
1871
 
76
1875
 
90
1885
 
94
1895
 
84
1905
 
85
1910
 
92
1925
 
93
1939
 
93
1946
 
153
1950
 
137
1956
 
100
1961
 
103
1967
 
100
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
100
2006
 
115
2011
 
105
2015
 
106
2020
 
94
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Ab 2000 Stadt Gladenbach webarchiv[24]; Zensus 2011[21]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle:Historisches Ortslexikon[1]
 1829:80 evangelische (= 100 %) Einwohner[3]
 1885:94 evangelische (= 100 %) Einwohner
 1961:90 evangelische (= 87,38 %), 13 römisch-katholische (= 12,62 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

 1961:33 Erwerbspersonen in der Land- und Forstwirtschaft, 18 im produzierenden Gewerbe, 12 in Handel und Verkehr, zwei bei Dienstleistungen und Sonstigem.[1]

Literatur

Commons: Kehlnbach (Gladenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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