Ken Peplowski
US-amerikanischer Jazzklarinettist
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Ken Peplowski (* 23. Mai 1959 in Cleveland, Ohio; † 2. Februar 2026 im Golf von Mexiko[1]) war ein US-amerikanischer Klarinettist des Mainstream Jazz. Gelegentlich spielte er auch Tenor- und Altsaxophon.

Leben und Wirken
Peplowski begann schon mit 10 Jahren öffentlich aufzutreten und spielte zunächst im Familienorchester (sein Bruder Ted spielt Trompete) und in Polka-Orchestern in der Gegend um Cleveland, wandte sich aber während seiner High-School-Zeit dem Jazz zu. 1978 bis 1980 tourte er mit dem „Ghost-Orchestra“ von Tommy Dorsey unter Leitung von Buddy Morrow (Altsaxophon, aber auch Klarinette), der Peplowski mit seinem Quartett auf einem Jazzfestival in Cleveland hörte. Während dieser Touren hatte er auch Gelegenheit, bei Sonny Stitt zu studieren. 1980 zog er nach New York, wo er in unterschiedlichen Jazz-Richtungen spielte.
Ab 1984 war Peplowski als Tenorsaxophonist Mitglied des (von Benny Goodman zwei Jahre vor dessen Tod neu aufgelegten) Benny-Goodman-Orchesters. Er beschrieb Goodman, mit dem er häufig verglichen wird,[2] als harten („extremely tough“) Bandleader, der allerdings gegen sich genauso hart war wie gegen andere und mit dem er gut auskam.[3] Ab 1987 nahm er für Concord Records auf: So begleitete er Mel Tormé und Rosemary Clooney; mehr als 70 Alben spielte er als Leader oder Co-Leader ein, u. a. im Duett mit den Gitarristen Howard Alden bzw. Diego Figueiredo. Er veröffentlichte auch Alben bei Nagel-Heyer und Arbors Records, wie Unheard Bird (2024). Peplowski ist auf dem Soundtrack mehrerer Woody-Allen-Filme zu hören. Der britische Jazzkritiker Russell Davies bezeichnete Peplowski als „den wohl besten lebenden Jazzklarinettisten“; laut Down Beat gehörte zu den prominentesten Vertretern dieses Instruments in der jüngeren Zeit.[1] Zu hören ist er u. a. auch auf Mainstream Meets the New Music (2002) von Randy Sandke and The Inside Out Jazz Collective.
2007 wurde Peplowski Berater in Sachen Jazz für das Oregon Festival of American Music und leitete die Jazzpartys im John G. Shedd Institute of the Arts in Eugene (Oregon). Zu hören ist er auch auf Randy Sandkes New York-Tribut Uptown Lowdown: A Jazz Salute to the Big Apple (2000) und Rebecca Kilgores Album Rebecca Kilgore with the Keith Ingham Sextet (2001).
In seinen letzten Jahren war Peplowski aufgrund gesundheitlicher Probleme häufig außer Gefecht gesetzt. Im Jahr 2020 erkrankte er während der Pandemie schwer an COVID. Im folgenden Jahr wurde bei ihm Multiples Myelom diagnostiziert. Dadurch konnte er mehr als zwei Jahre lang fast nicht arbeiten, trat aber 2023 wieder auf und legte noch zwei Alben vor. Er verstarb mit 66 Jahren unerwartet am 2. Februar 2026 während einer Jazz-Kreuzfahrt im Golf von Mexiko. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.[1]
Diskographische Hinweise
- Grenadilla (Concord Jazz, 1998)
- The International Allstars: Play Benny Goodman Volume One (Nagel-Heyer, 1998)
- Tommy Newsom/Ken Peplowski: The Feeling of Jazz (Arbors, 1999)
- Lost in the Stars (Nagel-Heyer, 2001)
- Kenny Davern, Ken Peplowski: The Jazz KENNection (Arbors Records, 2001)
- George Masso & Ken Peplowski: Just Friends (Nagel-Heyer Records, 2002)
- Easy to Remember (Nagel-Heyer Records, 2004)
- Kenny Davern & Ken Peplowski: Dialogues (Arbors, 2007)
- Howard Alden / Ken Peplowski: Pow-Wow (Arbors, 2008)
- Happy Together: Live at Birdland Volume One (Nagel-Heyer, 2008)
- Noir Blue (Capri, 2010)
- In Search of… (Capri, 2011)
- Maybe September (2013)
- Enrapture (Capri, 2016)
- Adrian Cunningham & Ken Peplowski: Duologue (rbors, 2018)
- Dick Hyman & Ken Peplowski: Counterpoint (Lerner & Loewe) (Arbors Records, 2018)
- Unheard Bird (2024)
- Live at Mezzrow (2024)
Preise und Auszeichnungen
Sein Album „The Natural Touch“ erhielt 1992 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Weblinks
- Webpräsenz
- Ken Peplowski bei AllMusic (englisch)
- Biographie auf Jazzparty at The Shedd
- Ken Peplowski bei Discogs
- Ken Peplowski bei IMDb