Kerstin Stakemeier

deutsche Kunsttheoretikerin, Kunsthistorikerin und Hochschulprofessorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Kerstin Stakemeier (* 1975) ist eine deutsche Kunsttheoretikerin, Kunsthistorikerin und Hochschulprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

Werdegang

Kerstin Stakemeier studierte zunächst Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und zusätzlich Kunstgeschichte in Berlin und London. Sie arbeitete in verschiedenen Galerien (Produzentengalerie Hamburg, Galerie Karin Günther in Hamburg, carlier I gebauer in Berlin) sowie 2004/2005 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstverein in Hamburg. Von 2005 bis 2006 war sie wissenschaftliche Volontärin am Kunstmuseum Basel Gegenwart. 2009/2010 war sie Researcherin an der Jan van Eyck Academie in Maastricht. 2010 wurde sie mit der Arbeit Entkunstung – artistic models for the end of art am University College London promoviert.[1] Danach war sie 2011/2012 beim n.b.k. (Neuer Berliner Kunstverein) tätig. Weitere Stationen waren an die Freie Universität Berlin, die Bauhaus-Universität Weimar, die Universität der Künste Berlin sowie die Leuphana Universität Lüneburg; von 2012 bis 2015 war sie Juniorprofessorin für Medientheorie und Bildwissenschaft am cx centrum für interdisziplinäre studien an der Akademie der Bildenden Künste München. 2015 wurde sie als Professorin für Kunsttheorie und Kunstvermittlung an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen.

Seit Mitte der 2000er Jahre schreibt Stakemeier auch regelmäßig für Zeitschriften (z. B. Artforum, Mousse, Springerin, May, Texte zur Kunst, Art Monthly und October). 2021 kuratierte sie gemeinsam mit Anselm Franke die Ausstellung Illiberal Arts, die zuerst im Haus der Kulturen der Welt in Berlin und anschließend erweitert in Aachen im Ludwig Forum gezeigt wurde.

Forschungsschwerpunkte

Stakemeier forscht zur Medientheorie und Mediengeschichte der Kunst und Massenkunst, zur gesellschaftlichen Rolle und Potentialität freier und angewandter Künste sowie zu den wechselnden Verständnissen von Arbeit und Leben in Kunst, mit Schwerpunkt im Bereich der Malerei, der Performance und dem bewegten Bild.[2] Ein kontinuierlicher Schwerpunkt ihrer Lehrer ist die Frage künstlerischer und politischer Praxis, ihres Materials, ihrer Träger, ihres Umfangs, ihrer Grenzen – historisch ebenso wie gegenwärtig. Kunsttheorie und Kunstvermittlung spielt in Stakemeiers Arbeit eine wichtige Rolle.

2007/2008 initiierte Stakemeier mit Nina Köller in Hamburg den Aktualisierungsraum, einen nichtkommerziellen Ausstellungsraum zur Aktualisierung und Vermittlung unrealisierter Vergangenheiten mit Künstlern, Musikern, Performern und Theoretikern. 2010 bis 2012 produzierte sie mit Eva Birkenstock und Nina Köller Anfang Gut. Alles Gut. Sieg über die Sonne (1913), ein Ausstellungsprojekt in Berlin, Bregenz und Barcelona, dass mit über dreißig Teilnehmenden Aktualisierungen der russisch-futuristischen Oper anlaufen ließ. Von 2012 bis 2015 organisierte sie gemeinsam mit Susanne Witzgall am cx der Akademie der Bildenden Künste in München jährliche Veranstaltungsserien zu den Themen Macht des Materials / Politik der Materialität, Fragile Identitäten, Die Gegenwart der Zukunft. 2014 veranstaltete Stakemeier mit Tim Voss in Worpswede die Konferenz Psycho-Materialism. 2017 startete sie mit Eva Birkenstock, Manuela Ammer, Jenny Nachtigall und Stephanie Weber das Zeitschriftenprojekt Klassensprachen / Class Languages.[3]

Schriften (in Auswahl)

  • mit Marina Vishmidt, Reproducing Autonomy: Work, Money, Crisis and Contemporary Art, London 2016, ISBN 978-1-906496-99-9
  • Entkunstung: artistic models for the end of art. 28. Januar 2012 (ucl.ac.uk [abgerufen am 9. Februar 2026] UCL (University College London)).
  • Die Gegenwart der Zukunft / Susanne Witzgall und Kerstin Stakemeier (Hg.), Zürich, Berlin, 2016, ISBN 978-3-03734-641-9

Einzelnachweise

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