Kimi Onoda
japanische Politikerin und Ministerin
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Kimi Onoda (japanisch 小野田 紀美 Onoda Kimi; * 7. Dezember 1982 in Chicago, Illinois) ist eine japanische Politikerin. Sie ist seit 2016 Senatorin für Okayama und seit dem 21. Oktober 2025 Ministerin für Wirtschaftssicherheit und jüngstes Regierungsmitglied in den Kabinetten Takaichi I und Takaichi II.

Leben
Kimi Onoda ist Tochter einer japanischen Mutter und eines US-amerikanischen Vaters und wurde in den USA geboren.[1] Als sie ein Jahr alt war, zog ihre Mutter mit ihr in deren Heimat nach Setouchi (Präfektur Okayama), wo sie von ihr allein aufgezogen wurde. Schon in ihrer Schulzeit hatte sie den Wunsch, Politikerin zu werden, obwohl sie weder einen in der Politik bekannten Namen trug, noch über finanzielle Mittel verfügte.[2]
Sie studierte an der Takushoku-Universität in Tokio an der Fakultät für Politik- und Wirtschaftswissenschaften das Fach Politik.[3] Ihr Studium schloss sie 2005 ab.[2]
Bevor sie 2011 in die Politik ging, sammelte sie Erfahrungen in anderen Berufssparten. Sie arbeitete als Nachhilfelehrerin, Zeitschriftenredakteurin, PR-Mitarbeiterin bei einem Videospielunternehmen und als Model.[1] 2017 wurde ihr Verfahren zur Aufgabe der Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten beendet, seitdem besitzt sie keine doppelte Staatsangehörigkeit mehr.[4]
Politische Karriere
Mit 25 Jahren besuchte Kimi Onoda in Tokio neben ihrer Arbeit die TOKYO Liberal Democratic Party Political and Economic Academy (TOKYO 自民党政経塾 Tōkyō Jimintō seikei juku), um sich mit dem Beruf der Politikerin vertraut zu machen. 2011 wurde sie erstmals als Abgeordnete in das Gemeindeparlament des Tokioter Bezirks Nord gewählt. Nach vier Jahren wurde sie dort wiedergewählt.[2]
2016 trat sie mit Erfolg als LDP-Kandidatin für den Senat im Einmandatswahlkreis Okayama für die Nachfolge des nach 18 Jahren nicht mehr kandidierenden Oppositionspolitikers Satsuki Eda an. In der LDP schloss sie sich der Takeshita-Faktion an. In den ersten zwei Jahren ihrer Amtszeit wurde sie Mitglied verschiedener Ausschüsse, wie beispielsweise des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft, Kultur, Sport, Arbeit und Soziales und des Untersuchungsausschusses für internationale Wirtschafts- und Außenpolitik.[2] Von 2024 bis 2025 war sie Vorsitzende des Außen- und Verteidigungsausschusses des Senats.
In der Liberaldemokratischen Partei übte sie währenddessen das Amt einer stellvertretenden Vorsitzenden des Unterausschusses für auswärtige Angelegenheiten, der stellvertretenden Direktorin des Jugendbüros sowie der stellvertretenden Direktorin des Büros für Internet und Medien aus.[2]
Bevor sie 2025 zur Ministerin für Wirtschaftssicherheit ernannt wurde, bekleidete sie bereits 2020 das Amt der Staatssekretärin des Justizministers und 2022 im zweiten Kabinett Kishida das Amt der Staatssekretärin des Verteidigungsministers.[5] Neben ihrer Aufgabe als Ministerin für Wirtschaftssicherheit erhielt sie noch einen weiteren neuen Aufgabenbereich: Ministerin für eine geordnete und harmonische Koexistenz mit ausländischen Staatsangehörigen. Dieser Titel drücke aus, so der Kommentar von Jeff Richards in Japantoday, wie Japan Außenstehende sehe: nicht als Teil seiner Gesellschaft, sondern als separate Gruppe, die eher verwaltet als integriert werden müsse.[6] Onodas Ernennung wird als Bemühen der Staatschefin Sanae Takaichi gesehen, konservative Prinzipien mit einer jüngeren, vielfältigeren Vertretung in Einklang zu bringen. Das neu eingerichtete Ministeramt könnte auch Veränderungen in der Einwanderungspolitik Japans signalisieren.[1] Kimi Onoda antwortete nach ihren Zielen in dem neuen Aufgabenbereich gefragt: „Verbrechen und störendes Verhalten einiger ausländischer Staatsangehöriger sowie die unangemessene Nutzung öffentlicher Systeme verursachen bei den japanischen Bürgern Ängste und ein Gefühl der Ungerechtigkeit“[4], dem wolle sie entgegenwirken.
Nicht nur ihr bikultureller Hintergrund, sondern auch ihr Einstieg in die Politik über lokale Bezirkswahlen in Tokio statt über die typischen bürokratischen oder familiären politischen Wege, die in der japanischen Führung vorherrschen, stellen eine Seltenheit in der japanischen Politik dar.[7]
Weblinks
- Kimi Onodas eigene Webpräsenz
- Senat: Mitglieder, Onoda Kimi (japanisch, englisch)