Kinderpost
pädagogisches Spielzeug
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Die Kinderpost ist ein pädagogisches Spielzeug, ähnlich dem Kaufladen, das erstmals um 1890 vermarktet wurde.
Ausstattung
Der Zeitgeschmack spiegelt sich in der Verpackung wie auch in den zum Spiel zugehörigen Gegenständen wider. Je nach Hersteller und Ausführungen der „Kinderpost“ sind neben Briefmarken in verschiedenen Farben und Abbildungen ein Stempelkissen sowie ein „Poststempel“ enthalten. Zusätzliche Formulare für unterschiedliche Brief- und Warenzustellungen sind neben Telegrammformularen und Zahlungsbelegen für den Zahlungsverkehr vorhanden. In einer höheren Preiskategorie gibt es Zubehör wie einen Schalter, der entweder aus Pappe, Holz oder ab Mitte des 20. Jahrhunderts aus Kunststoff bestehen kann und mit einem „Briefkasten“ abrundet. Entsprechend der technischen Entwicklung wurde die Ausstattung ggf. durch eine „Briefwaage“ und „Telefon“ ergänzt. Eine „Postmütze“ rundet das Spielgeschehen ab.
Einzelne Versionen
Deutschland
Bei den frühen Spielen ist es oft schwer den Hersteller oder das Erscheinungsjahr zu bestimmen.
„G. I. Pabst“ hat 1898 eine „Kinderposteinrichtung“ als Gebrauchsmuster eintragen lassen.[1] Der Spieleverlag A. Sala hat eine Kinder-Post mit zugehöriger Gebrauchsmusternummer „D.R.G.M. 98393.“ beschriftet,[2] was auf eine Produktion 1898 oder später hinweist. Weitere frühe Unternehmen, die dieses Spiel vertrieben und produzierten, waren die Stempelfabrik Gustav Tietze (Marke „Famos“ für Kinderpost gab es spätestens 1915)[3] in Leipzig und der Spielwarenhersteller Georg Reulein in Nürnberg. Auch der Spieleverlag Tietz & Pinthus in Magdeburg bzw. Nürnberg hat Kinderpost-Spiele verlegt.

Für das Spiel Kinderpost gab es Nachahmungen der Germaniamarke, der Schriftzug war hier Kinderpost.
Englischer Sprachraum (Auswahl)
Für das ausgehende 19. Jahrhundert und anfangende 20. Jahrhundert ist die Kinderpost als Post Office mit Schalter belegt.[4]
Vereinigtes Königreich
Nationalitätsbedingt haben die „Briefmarken“ aus dem frühen 20. Jahrhundert u. a. die Ausführungen als Punch.[5]
USA
Die TINY TOWN POST OFFICE – SPECIAL DELIVERY SERVICE[6] ist eine Anlehnung an die UNITED STATES OF AMERICA SPECIAL DELIVERY[7], die TINY TOWN POST OFFICE – REGISTRY[8] ist die Abwandlung der UNITED STATES REGISTRY.[9]
Sammlungen

Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation besitzt rund 450 Kinderpostämter überwiegend deutscher Herkunft aus der Zeit von 1900 bis zur Gegenwart.[10]
Das Museum für Kommunikation Frankfurt zeigte vom 11. November 2010 bis 30. Januar 2011[11] die Sonderausstellung: Spiel mit! 100 Jahre Kinderpost. Vom 2. Dezember 2011 bis 19. Februar 2012 wurde sie im Berliner Schwestermuseum erneut gezeigt.[12]
Literatur
- Fürsorge und Soziales: Kinderpost – ein Spiele-Klassiker. In: Das Archiv. Magazin für Post und Telekommunikationsgeschichte, 2007, Heft 2. Deutsche Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte e. V., ISSN 1611-0838, S. 26–32 (online bei Google Bücher).[13]
Weblinks
- Kinderpost beim Museumsstiftung Post und Telekommunikation
- Kinderpost-Spiele bei puppenhausmuseum.de