Kinäde
antiker männlicher Prostituierter
From Wikipedia, the free encyclopedia
Kinäde (altgriechisch κίναιδος kínaidos, latinisiert cinaedus) bezeichnet ursprünglich einen effeminierten, sexuell offensiven Mann (siehe Homosexualität im Römischen Reich). Beim Symposion war der Kinaidos oder Kinaidologos insbesondere im hellenistischen Alexandria des 3. Jahrhunderts v. Chr. der Vortragende derber, sexuell anzüglicher Verse, die als Kinädenpoesie bezeichnet werden.
Im neueren Sprachgebrauch bezeichnete „Kinäde“
- den beim homosexuellen Analverkehr passiven, das heißt penetrierten Partner,[1] oder
- einen Päderasten.[2]
Bekannt wurde der Begriff insbesondere durch Bismarck, der die Berater Wilhelms II. als „Kamarilla der Kinäden“ bezeichnete; siehe Harden-Eulenburg-Affäre.[3]
Literatur
- Wilhelm Kroll: Kinaidos. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XI,1, Stuttgart 1921, Sp. 459–462.
- Tom Sapsford: Performing the Kinaidos: Unmanly Men in Ancient Mediterranean Cultures. Oxford University Press, Oxford 2022.
- Stavros Tsitsiridis: Mime, kinaidoi and kinaidologoi (II). In: Logeion. Band 5, 2015, S. 205–241.
Weblinks
Wiktionary: Kinäde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen