Kirchroth
Gemeinde in Deutschland
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Kirchroth (bairisch: Kiachroud)[3] ist eine Gemeinde und eine Gemarkung im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 57′ N, 12° 33′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Straubing-Bogen | |
| Höhe: | 325 m ü. NHN | |
| Fläche: | 42,82 km² | |
| Einwohner: | 3958 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 92 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94356 | |
| Vorwahl: | 09428 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SR, BOG, MAL | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 78 141 | |
| LOCODE: | DE KHZ | |
| Gemeindegliederung: | 25 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Regensburger Str. 22 94356 Kirchroth | |
| Website: | www.kirchroth.de | |
| Erster Bürgermeister: | Matthias Fischer[2] (FW) | |
| Lage der Gemeinde Kirchroth im Landkreis Straubing-Bogen | ||




Geographie
Geographische Lage
Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Donau-Wald zwischen Regensburg und Deggendorf am südwestlichen Rand des Naturparks Bayerischer Wald. Ausläufer des Bayerischen Waldes befinden sich im Gemeindegebiet. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist der Eichelberg mit 435 m ü. NHN.
Gemeindegliederung
Siehe auch: Systematische Gliederung der Gemeindeteile von Kirchroth
Es gibt 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5][6]
- Aufroth (Dorf)
- Bachhof (Weiler)
- Breimbachmühle (Einöde)
- Eichlberg (Dorf) seit 1947 verbunden mit Pillnach
- Kiefelmauth (Ödung)
- Kirchroth (Pfarrdorf)
- Kößnach (Kirchdorf)
- Krumbach (Dorf)
- Leiten (Weiler)
- Neudau (Dorf)
- Neumühl (Einöde)
- Neuroth (Dorf)
- Niederachdorf (Kirchdorf)
- Obermiethnach (Dorf)
- Oberzeitldorn (Dorf)
- Pichsee (Einöde)
- Pillnach (Dorf)
- Pittrich (Dorf)
- Pondorf (Pfarrdorf)
- Roith (Dorf)
- Stadldorf (Dorf)
- Thalstetten (Dorf)
- Untermiethnach (Dorf)
- Wasenhof (Einöde)
- Weiher (Dorf)
Der Gemeindeteil Hundsschweif wurde am 8. September 1986 aufgehoben.[7]
Gemarkungen sind Kirchroth, Kößnach, Niederachdorf, Obermiethnach, Oberzeitldorn, Pillnach, Pittrich, Pondorf und Stadldorf.[8]
Nachbargemeinden
Stadt Wörth a.d.Donau, Wiesenfelden, Steinach, Parkstetten, Stadt Straubing, Aholfing
Geschichte
Bis zur Gemeindegründung
Bereits im 11. Jahrhundert werden die Herren von Kirchroth als Ministerialen der Grafen von Bogen genannt. Kirchroth war lange Bestandteil der zum Hochstift Regensburg zählenden Reichsherrschaft Wörth.[9] Die Hofmark Kirchroth befand sich dabei von 1530 bis 1810 im Besitz des Regensburger Domkapitels und hatte damit eine Sonderstellung innerhalb der Reichsherrschaft Wörth. 1803 fiel Kirchroth mit dem Hochstift als Fürstentum Regensburg an den Reichserzkanzler von Dalberg und kam 1810 zu Bayern.
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde mit den Teilorten Hundsschweif und Thalstetten.
Sie gehörte ab 1862 dem Bezirksamt bzw. Landkreis Regensburg an und wurde 1946 in den Landkreis Straubing eingegliedert.
Eingemeindungen
Im Rahmen der Gemeindegebietsreform entstand am 1. Mai 1978 die Einheitsgemeinde Kirchroth aus Gemeinden[10]
- Kirchroth (825 Einwohner)
- Kößnach (550 Einwohner)
- Oberzeitldorn (537 Einwohner)
- Obermiethnach (96 Einwohner)
- Pillnach (328 Einwohner)
- Pondorf (150 Einwohner)
- Niederachdorf (1547 Einwohner, einschl. des 1830 eingemeindeten Stadldorf)
sowie aus den Gemeindeteilen
- Aufroth,
- Neumühl und
- Neuroth (zusammen 242 Einwohner),
die aus der Gemeinde Saulburg umgegliedert und der Gemarkung Kirchroth zugeschlagen wurden.
Anmerkung: (Einwohnerstand: 31. Dezember 2016)[11]
Einwohnerentwicklung
Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 3172 auf 3762 um 590 Einwohner bzw. um 18,6 %.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1961 | 2420 |
| 1970 | 2608 |
| 1987 | 3104[12] |
| 1991 | 3338 |
| 1995 | 3479 |
| 2000 | 3582 |
| 2005 | 3690 |
| 2010 | 3726 |
| 2015 | 3660 |
| 2016 | 3691 |
| 2017 | 3733 |
| 2024 | 3958 |
Gemeindeteile
Frühere Verwaltungszugehörigkeit
Während Kirchroth Bestandteil der zum Hochstift Regensburg zählenden Reichsherrschaft Wörth war, gehörten die heutigen Gemeindeteile Kößnach, Pittrich, Bachhof, Neudau, Pichsee, Thalstetten, Aufroth, Neuroth und Neumühl alle zum kurbayerischen Landgericht Mitterfels.
Kößnach
Nach dem Zweiten Weltkrieg ordnete die amerikanische Militärregierung am 1. August 1945 die Eingliederung der Gemeinde Kirchroth in die Gemeinde Kößnach an, verbunden mit der Umgliederung der Gemeinde vom Regierungsbezirk Oberpfalz nach Niederbayern. Am 1. Januar 1946 wurde die Gemeinde Kirchroth wieder selbständig, verblieb aber im Regierungsbezirk Niederbayern. Die Ortschaft Thalstetten, vorher Gemeinde Kößnach, verblieb bei der Gemeinde Kirchroth, wofür sich auch deren Bewohner in einer Abstimmung ausgesprochen hatten.[13][14]
Ehemaliges Gut Kiefelmauth
Das Gut Kiefelmauth gehörte einst zum Mittergebiet Wörth an der Donau und lag etwa eineinhalb Kilometer flussaufwärts der Donau bei Niederachdorf. Seine Entstehung geht auf einen Streit zwischen den Bischöfen Konrad von Regensburg und Wolfker von Passau zurück. Etwa um 1200 legte Bischof Konrad eine Salzzollstelle an, um alle donauaufwärts fahrenden Schiffe und vor allem die seines Mitbruders mit Zoll zu belegen. Nachdem der Passauer Bischof alle Häute, die donauabwärts transportiert wurden ebenfalls mit Zoll belegte, einigte man sich am 29. Mai 1201 und beendete diesen Streit. Die Fahrfreiheit war wieder gegeben. Die Regensburger legten etwas später allerdings an wahrscheinlich gleicher Stelle wieder eine Zollstelle an. Kiefelmauth gehörte seit 1818 zur Gemeinde Niederachdorf.
Das landwirtschaftliche Gut wurde im Zuge des Donauausbaus 1982 an den Flurbereinigungsverband verkauft und 1985 bis auf die ehemalige Hofkapelle und das Fährhäuschen abgebrochen. Sie sind Zeitzeugen einer über 800-jährigen Geschichte.[15][16]
Ehemalige Donaufähren
Flussabwärts, linksseits der Donau zwischen Wörth und Straubing, gab es früher drei Fähren auf dem heutigen Gemeindegebiet.[17]
- Donaufähre zwischen Pittrich und Niedermotzing (Die Fähre bestand bis 1924; erste schriftliche Nachweise finden sich aus dem Jahr 1382.)
- Fähre zwischen Niederachdorf und Aholfing (etwa um das Jahr 1860 errichtet, 1979 eingestellt)
- Donaufähre zwischen dem Gut Kiefelmauth und Irling – Gmünd (älteste ehemalige Fährstelle „Küfelmauth“. Entstanden aus einer Salzzollstelle um 1200, durch einen Streit zwischen den Bischöfen Konrad von Regensburg (1186–1204) und Wolfker von Passau. Die Fähre ist bereits 1399 als Urfahr mit einem Farm bezeugt. Das Fährrecht lag auf dem Gut, 1966 wurde sie stillgelegt; das Fährhäuschen besteht heute noch.)
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus 16 Gemeinderatsmitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Auf die CSU fallen seit der Kommunalwahl 2020 6 Sitze, die Freien Wähler Kirchroth 6 Sitze, die Obermiethnacher List'n 2 Sitze, die Freien Wähler Aufroth 1 Sitz und die Offene Liste Pillnach 1 Sitz.
Bürgermeister
Seit 1. Mai 2020 ist Matthias Fischer (FW) erster Bürgermeister,[2] zweiter Bürgermeister ist Alfons Eiglsperger (FW), dritter Bürgermeister ist Ludwig Bast (CSU).
Liste der Ersten Bürgermeister:
- 1978–2008: Karl Wanninger (CSU)
- 2008–2020: Josef Wallner (CSU)
- 2020–dato: Matthias Fischer (FW)
Wappen
| Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte silberne Spitze, darin ein rotes Tatzenkreuz, gespalten von Blau und Rot, vorne ein linker silberner Schrägwellenbalken, hinten ein silberner Schrägbalken.“[18] | |
| Wappenbegründung: Die Hauptfigur des Wappens, das rote Tatzenkreuz soll ein redendes Symbol für den Ortsnamen Kirchroth (Kreuz für Kirch-, rot für -roth) sein und verweist zugleich auf die bekannten Wallfahrten im Gemeindegebiet, St. Gangolf in Kößnach und zum Heiligblut in Niederachdorf (ehemaliges Maristenkloster). Der silberne Schrägwellenbalken symbolisiert die Donau und die von ihr gestalteten Landschaftsformen, die Donauauen und den Pittricher Donaubogen; Silber und Blau sind zudem die Farben Bayerns, der Wittelsbacher, die diese von den Grafen von Bogen übernommen haben. Ein Teil des Gemeindegebiets, Kößnach, Neudau, Pichsee, Thalstetten, Aufroth und Neuroth, gehörte zum kurbayerischen Pfleggericht Mitterfels. Mit Blick auf die nahegelegene Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg – einer der ältesten Marienwallfahrtsorte Bayerns – kann man die Farben Weiß und Blau, die für die Hl. Maria stehen, auch als Symbol der Schutzpatronin des Bayernlandes auffassen. Der silberne Schrägbalken in Rot repräsentiert das Hochstift und das Domkapitel Regensburg, die für die Geschichte Kirchroths herrschaftsgeschichtlich besonders wichtig waren. Die Hofmark Kirchroth befand sich von 1530 bis 1810 im Besitz des Regensburger Domkapitels und hatte damit eine Sonderstellung in der bischöflichen Reichsherrschaft Wörth.
Dieses Wappen wird seit 1981 geführt.[18] |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Baudenkmäler
Religion
Katholische Pfarrei Kirchroth
- Pfarrkirche St. Vitus in Kirchroth
- Wallfahrtskirche St. Gangolf in der Expositur Kößnach
Katholische Pfarrei Pondorf
- Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pondorf.
- Wallfahrtskirche Hl. Blut in Niederachdorf
- In den Orten Pillnach, Obermiethnach, Krumbach, Oberzeitldorn und Weiher befinden sich noch weitere Nebenkirchen.
- Die Pfarrei Pondorf geht über die Grenzen des Gemeindebereichs von Kirchroth hinaus und beheimatet in den angrenzenden Gemeinden Wörth a.d.Donau und Wiesenfelden auch Filialkirchen. Mariä Schnee in Saulburg und St. Michael in Hofdorf sind davon die Expositurkirchen.
Die beiden Pfarreien gehören zum Dekanat Straubing-Bogen und zum Bistum Regensburg.
Schutzgebiete
Naturschutzgebiet
FFH-Gebiet
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft
1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 177 (1998 195) und im Bereich Handel und Verkehr 141 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen lag dieser Wert bei 168 Personen (1998 119). Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es im Jahr 2017 1694 Personen (1998 1248). Im Jahr 2016 gab es im verarbeitenden Gewerbe keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe (unverändert zu 1999).
Es bestanden im Jahr 1999 122 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2173 ha, davon waren 1806 ha Ackerfläche und 364 ha Dauergrünfläche. Im Jahr 2016 bestanden nur noch 76 Betriebe, die landwirtschaftlich genutzte Fläche betrug 1913 ha.[19]
Verkehr
An der Bundesautobahn A 3 (Kirchroth hat eine Autobahnausfahrt; Entfernung nach Regensburg 35 km, nach Deggendorf 38 km). An den Staatsstraßen 2148/2125 (= Autobahnzubringer von Straubing Zentrum/Westtangente Straubing zur Anschlussstelle Kirchroth, Entfernung nach Straubing: neun Kilometer). An der Staatsstraße 2125 Richtung Wörth a. d. Donau (Entfernung nach Wörth 13 km).
Radverkehr
Durch die Gemeinde Kirchroth führt der internationale Fernradweg Donau-Radweg (2.850 km, von der Quelle der Donau bis zur Mündung)[20] und der europäische Radweg EuroVelo 6[21] (4.450 km, vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer entlang mehrerer großer Flüsse).
Die Via Danubia (220 km, auf römischen Spuren entlang der Donau von Bad Gögging bis Passau) ist ein Abschnitt des Donauradweges.
Medien
Die im Gemeindebereich meistverbreitete Tageszeitung ist das Straubinger Tagblatt. Vierteljährlich erscheint zudem das KIRO, das gemeindeeigene Infomagazin.
Bankenwesen
- Raiffeisenbank Straubing eG, Geldautomat in Kirchroth
- Sparkasse Niederbayern-Mitte, Filiale in Kirchroth
Bildung und Kultur
Bildungseinrichtungen
- Zwei Kindertagesstätten in Kirchroth und Pondorf (hier auch mit einer Naturgruppe)
- Kinderkrippe in Kirchroth
- Alois-Reichenberger-Grundschule Kirchroth[22]
- Volkshochschule Straubing-Bogen, Außenstelle Kirchroth
Der Grundschulstandort Pondorf wurde zwecks zurückgehender Schülerzahlen 2010 aufgehoben und in Kirchroth integriert.
Feuerwehrwesen
Es gibt neun Freiwillige Feuerwehren in den Ortschaften Niederachdorf, Pondorf, Pillnach, Oberzeitldorn, Obermiethnach, Aufroth, Kößnach, Pittrich und Kirchroth.
Freizeit
Der 18-Loch-Meisterschaftsplatz des Golfclubs Straubing Stadt und Land, das Naherholungsgebiet Parkstetten-Kirchroth mit verschiedenen Badeseen, eine Asphaltstockbahn in Krumbach sowie Sportplätze in Kirchroth, Oberzeitldorn und Obermiethnach befinden sich im Gemeindebereich.
Veranstaltungen
Jedes Jahr am zweiten Adventswochenende wird ein Christkindlmarkt sowie im zweijährigen Rhythmus ein großer Faschingszug von der Gemeindeverwaltung organisiert.
Jugend
Der katholische Burschenverein Niederachdorf-Hofdorf, die KLJB Kirchroth sowie einige Jugendfeuerwehren bilden die Jugendorganisationen in der Gemeinde Kirchroth.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger (chronologisch)
- 1979 Matthias Marquart (1909–1982), Wallfahrtsdirektor, Ehrenbürger der Gemeinden Niederachdorf, Pondorf, Oberzeitldorn
- 1980 Anton Keck (1905–1983), Bischöflich-Geistlicher Rat
- 1988 Alfred Dick (1927–2005), Staatsminister a. D.
- 1993 Nikolaus Paulus (1929–2013), Bischöflich-Geistlicher Rat
- 1995 Konrad Dobmeier (* 1935), Monsignore Bischöflich-Geistlicher Rat, Stiftskanonikus
- 2004 Heinrich Sußbauer (1944–2013), Pfarrer
- 2010 Karl Wanninger (1945–2018), Altbürgermeister
- 2022 Josef Wallner (* 1951), Altbürgermeister
Quelle: [23]
In der Gemeinde geboren
- Albert Roßhaupter (1878–1949), Politiker

