Klaus Dose
deutscher Biochemiker
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Klaus Dose (* 24. Juli 1928 in Plön; † 18. Januar 2026)[1] war ein deutscher Biochemiker sowie Hochschullehrer an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Leben
Klaus Dose wurde am 24. Juli 1928 in der holsteinischen Kreisstadt Plön geboren. Seine Eltern waren Hans Heinrich und Irma Margarethe Dose, geborene Pester.[2] Nach seiner Schulzeit studierte er zunächst ab 1949 Naturwissenschaften an der Universität Kiel und nachfolgend von 1950 bis 1954 Chemie an der Technischen Hochschule Darmstadt. Auf die Promotion mit dem Titel Über den Wirkungsmechanismus der Giftstoffe des grünen Knollenblätterpilzes im Oktober 1955 folgte 1962 seine Habilitation an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt zum Thema Zur Chemie und Biochemie der Wirkung von Röntgenstrahlen auf Aminosäuren und Proteine.[3][4]
Von 1955 bis 1971 leitete er das Biochemielabor des Max-Planck-Institutes für Biophysik.[5] In Frankfurt war er zunächst als Dozent, dann als Professor tätig, daneben absolvierte er mehrere Gastaufenthalte in Rom und verschiedenen Orten in den USA, darunter am Ames Research Center der NASA.[3] Im Jahr 1972 wurde er als Nachfolger von Henry Albers Professor für therapeutische Chemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 blieb.[4]
Klaus Dose war verheiratet und hatte ein Kind.[2] Im Januar 2026 verstarb er im Alter von 97 Jahren.[1]
Wirken
Neben seiner Lehrtätigkeit in der Allgemeinen Biochemie galt sein Forschungsinteresse vor allem den Überlebensstrategien von Mikroorganismen unter extremen Bedingungen. Dose war verantwortlich für die geförderten Projekte Biochemie im Weltraum (ab 1984) und Inaktivierung von Mikroorganismen in extremer Trockenheit (einschließlich Weltraumvakuum) (1991–1994). Im Rahmen der Weltraummissionen EURECA I, Biopan auf Bion 10 und D-2 wurden dabei Sporen von Bakterien und Mikropilzen sowie DNA, Proteine und Aminosäuren für Wochen bis hin zu mehreren Monaten den Bedingungen des freien Weltraums ausgesetzt. Durch diese Versuche und begleitende Simulationsexperimente im Laboratorium konnten gravierende Schädigungen und auch Abtötung von Organismen durch diese Umweltbedingungen nachgewiesen werden, was gegen die Hypothese der Panspermie spricht.[6][7][8]
Werke (Auswahl)
- Über den Wirkungsmechanismus der Giftstoffe des grünen Knollenblätterpilzes. Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität, Frankfurt 1955, DNB 480573298 (Dissertation).
- mit Sidney W. Fox: Molecular Evolution and the Origin of Life. W.H.Freeman, San Francisco 1972, ISBN 978-0-7167-0163-7.
- mit Horst Rauchfuss: Chemische Evolution und der Ursprung lebender Systeme. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1975, ISBN 978-3-8047-0487-9.
- Biochemie. Eine Einführung. 5. korrigierte Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 1996, ISBN 978-3-642-85255-8.
Weblinks
- Literatur von und über Klaus Dose im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Klaus Dose im Verzeichnis der Professorinnen und Professoren der Universität Mainz