Klaus Michael Reininger

deutscher Psychotherapeut und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Klaus Michael Reininger (* 30. April 1987 in Bad Nauheim) ist ein deutscher Psychotherapeut und Hochschullehrer. Seit 2022 ist er Professor für Psychotherapieforschung am Zentrum für psychosoziale Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Leiter des dortigen Instituts für Psychotherapie (IfP).

Werdegang

Klaus Michael Reininger studierte von 2008 bis 2014 Psychologie sowie Politikwissenschaften und Hochschuldidaktik an der Universität Hamburg. 2016 wurde er mit seiner Arbeit „Paradoxes Wissen: Zusammenhänge und Wirkungen“ zum Dr. rer. nat. in Psychologie promoviert. Für diese Arbeit erhielt er 2017 den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung, die damit fachlich herausragende, gesellschaftlich relevante Dissertationen auszeichnet[1]. Danach Tätigkeiten beim Bundeskriminalamt sowie beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Danach war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist er seit 2022 an der Medizinischen Fakultät des UKE Hamburg am dortigen Zentrum für Psychosoziale Medizin als Professor (Juniorprofessor W1) für Psychotherapieforschung tätig.[2] Im Institut für Psychotherapie obliegt ihm auch die Ambulanz- und Ausbildungsleitung TP (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie). Seit 2019 ist er Delegierter der Psychotherapeutenkammer Hamburg und Gutachter (mit Peer Briken und Arne Dekker) im Auftrag der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) zur Fragestellung von Konversionsbehandlungen bei homosexueller Orientierung. 2020 wurde er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift „Psychodynamische Psychotherapie“ und Mitherausgeber des „Journal of Social and Political Psychology“. Im gleichen Jahr berief man ihn zum Vorstandsmitglied der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung, Landesgruppe Hamburg. Im Jahr darauf wurde er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Tiefenpsychologie/Psychodynamische Psychotherapie.[3]

Tätigkeitsschwerpunkte

Er forscht vor allem zu Prozessen der kognitiven und affektiven Mentalisierung/Metakognition und Metaaffektion sowie zu identitätsbasierten kognitiven und affektiven Mechanismen und Moderatoren gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.[4] Seine Psychotherapieforschung betreffende Schwerpunkte spiegeln sich in seinen Veröffentlichungen wider, wobei seine Arbeit breit gefächert ist und eine Brücke schlägt zwischen klinischer Psychotherapieforschung (psychodynamisch, kognitiv-metakognitiv) und gesellschaftlich relevanten Themen (Religion, Politik, Toleranz, Polarisierung). Außerdem besteht ein Engagement in der psychodynamischen Aus- und Weiterbildung. Er hat eine kostenfreie Online-Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen für angehende und approbierte Psychotherapeutinnen in dem von ihm geleiteten Institut ins Leben gerufen, die mittlerweile von Tausenden Interessierten besucht wird.[5]

Reininger hat seit 2011 zahlreiche Buchbeiträge und Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften mit/veröffentlicht.[6]

Mitgliedschaften

Auszeichnungen

  • 2011: Lehrpreis des Fachbereichs Psychologie für innovative Lehre, Universität Hamburg
  • 2017: Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung, 2. Platz der Sektion Sozialwissenschaften
  • 2024: Großer Förderpreis für hervorragende psychoanalytische Nachwuchsarbeiten der Stiftung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV)
  • 2025: Adolf Ernst Meyer-Preis 2025 für Therapieforschung in der Psychosomatik des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM)

Publikationen (Auswahl)

  • Steffen Zitzmann, Lukas Loreth, Klaus Michael Reininger, Bernd Simon: Does Respect Foster Tolerance? (Re)analyzing and Synthesizing Data From a Large Research Project Using Meta‑Analytic Techniques. In: Personality and Social Psychology Bulletin. Band 48, Nr. 6, 2021, S. 823–843. doi:10.1177/01461672211024422.
  • Andreas Zick, Beate Küpper, Soufeina Achour, Wolfgang Berghan, Helena Delto, Alexander Häusler, Nadine R. Krott, Klaus Michael Reininger u.a.: Die geforderte Mitte: Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland. Dietz Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-8012-0624-6.
  • Verena Klein, Roland Imhoff, Klaus Michael Reininger, Peer Briken: Perceptions of Sexual Script Deviation in Women and Men. In: Archives of Sexual Behavior. Band 48, Nr. 2, 2019, S. 631–644. doi:10.1007/s10508-018-1292-0.
  • Steffen Moritz, Imane Lasfar, Klaus Michael Reininger, Isabel Ohls: Fostering Mutual Understanding among Muslims and Non-Muslims through Counterstereotypical Information: An Educational versus Metacognitive Approach. In: The International Journal for the Psychology of Religion. Band 28, Nr. 2, 2018, S. 103–120. doi:10.1080/10508619.2018.1446855.
  • Gabriele Oettingen, Klaus Michael Reininger: The Power of Prospection: Mental Contrasting and Behavior Change. In: Social and Personality Psychology Compass. Band 10, Nr. 9, 2016, S. 1–15. doi:10.1111/spc3.12261.

Einzelnachweise

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