Klaus Nonnenmann

deutscher Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Klaus Nonnenmann (* 9. August 1922 in Pforzheim; † 11. Dezember 1993 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben und Werk

Klaus Nonnenmann war der Sohn eines Kaufmanns. Er besuchte ein Gymnasium in seiner Heimatstadt und bestand 1941 das Abitur. Anschließend wurde er zum Reichsarbeitsdienst und danach zur Luftwaffe einberufen. Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Bordfunker teil, wurde zweimal abgeschossen und kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende begann er ein Studium der Soziologie, Romanistik und Germanistik an den Universitäten Heidelberg, Hamburg und Frankfurt am Main, das er jedoch wegen einer im Krieg erworbenen Tuberkulose-Erkrankung abbrechen musste. Er lebte von da an als freier Schriftsteller.

Klaus Nonnenmann schrieb anfangs Gedichte und kleinere Prosawerke für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften sowie den Rundfunk. Viele seiner frühen Arbeiten erschienen in der Zeitschrift Akzente. Daneben war er als Lektor für den Walter Verlag tätig, mit dessen Leiter Otto F. Walter er befreundet war und in dem auch seine ersten größeren Werke erschienen. Nonnemann lebte zu dieser Zeit mit seiner Ehefrau in Frankfurt am Main. Einige Bekanntheit erlangte er durch seinen Debütroman Die sieben Briefe des Doktor Wambach, ein verspielt-skurriles Buch, aus dem er 1959 vor der Gruppe 47 las. Bei seinem zweiten Roman Teddy Flesh (1964) handelt es sich um eine formal ungewöhnlich ambitionierte und wiederum sehr versponnene Aussteigergeschichte, die von der Kritik mit Werken von Sterne und Jean Paul verglichen wurde. Da jedoch auch dieser Roman Nonnenmann nicht den erhofften Durchbruch beim Publikum brachte und der Freitod seiner ersten Frau den Autor stark erschüttert hatte, zog er sich vom Literaturbetrieb zurück. Zudem machten gesundheitliche Probleme mehrere längere Krankenhausaufenthalte erforderlich. Von 1959 bis 1971 lebte Nonnenmann in einem alten Bauernhaus in Gaienhofen am Bodensee, danach mit seiner zweiten Ehefrau in Straubenhardt-Feldrennach. Bis 1977 arbeitete er fast nur noch als Dramaturg und Hörspiellektor für den Süddeutschen Rundfunk. Mitte der 80er Jahre kehrte er nach der Trennung von seiner zweiten Frau nach Pforzheim zurück, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Versuche, Nonnenmanns Werke in den achtziger und neunziger Jahren und postum der Leserschaft nahezubringen, waren bis auf seinen anhaltend beliebten Erstlingsroman weitgehend erfolglos. Wie zu Lebzeiten ist Nonnenmann auch nach seinem Tod ein literarischer Außenseiter und Geheimtipp geblieben.

Klaus Nonnenmann war seit 1970 Mitglied des Verbands Deutscher Schriftsteller und seit 1971 des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. 1964 erhielt er den Förderpreis des Südwestfunks.

Werke

  • Die sieben Briefe des Doktor Wambach. Roman. Walter Verlag, Olten u. a. 1959 (Taschenbuchausgabe: dtv 127, 1963).
    • Leicht veränderte Neuausgabe: Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt/M. 1987
    • Neuauflagen: Klöpfer und Meyer, Tübingen 2001 (Taschenbuchausgabe 2007); Unionsverlag, Zürich 2012.
  • Vertraulicher Geschäftsbericht. Erzählungen. Walter Verlag, Olten u. a. 1961.
  • Kongreß der Zauberer. Erzählungen. Schönwald, Essen 1963; Neuausgabe: Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt/M. 1992.
  • Teddy Flesh oder Die Belagerung von Sagunt. Roman. Walter Verlag, Olten u. a. 1964 (Taschenbuchausgabe: Fischer Bücherei 847, 1967; Neuausgabe: Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt/M. 1988).
  • Herbst. Erzählungen. Luchterhand, Darmstadt u. a. 1977.
  • Der Brief. Drei Erzählungen (enthält: Der Brief, Der Tod des Romanisten, Der Stein von Cefalú). De Scriptum, Uhldingen 1998.
  • Ein Lächeln für morgen. Orte und Zeiten. Klöpfer und Meyer, Tübingen 2000.

Funkarbeiten

  • Elektrokardiogramm. Funkerzählung. Süddeutscher Rundfunk, 3. Februar 1963 (28'30").[1]
  • Der Traumschrank. Hörspiel für Kinder (mit Monika Nonnenmann). Süddeutscher Rundfunk, 3. Februar 1980 (41'20").[2]

Herausgeberschaft

  • Schriftsteller der Gegenwart. Deutsche Literatur. 53 Porträts. Walter Verlag, Olten u. a. 1963.

Literatur

  • Andrea Klimt: Art. Klaus Nonnenmann. In: Lutz Hagestedt (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Biographisch-Bibliographisches Handbuch. Band 44: Nebelthau, Otto – Och, Sheila. De Gruyter, Berlin 2025, Sp. 433–435.
  • „Teddy Flesh“ und Gaienhofen. Zur Erinnerung an Klaus Nonnenmann (1922–1993). Ausstellungskatalog, Gemeinde Gaienhofen 1994.
  • Jochen Greven: „Wer hat mit Gold zu tun … dem Anfang und Ende?“ Klaus Nonnenmann in Pforzheim. Deutsche Schiller-Gesellschaft, Marbach am Neckar 2002 (Spuren 59).
  • Gerhard Köpf: Der Schatten von Kafkas Puppe. Ein Feuilleton. epubli, Berlin 2017.

Einzelnachweise

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